Börse New York
Schwache Zahlen und Wal-Mart trüben die Stimmung

Uneinheitliche Quartalsbilanzen der US-Unternehmen haben die US-Anleger zur Zurückhaltung gedrängt. Die wichtigsten Indizes notierten im Minus. Im Blick: die schwachen Quartalszahlen von JP Morgan.

New YorkSorgen um die Verfassung der Weltwirtschaft haben die US-Börsen am Mittwoch belastet. Enttäuschende Bilanzen einiger Unternehmen verstärkten den Verkaufsdruck noch. Der schwache Ausblick des Einzelhandelsriesen Wal-Mart schlug ebenfalls auf die Stimmung durch. Genährt wurden die aktuellen Konjunktursorgen vom überraschend schwachen Anstieg der Inflation in China. Dort blieb die Teuerung unter der Markterwartung und reihte sich in die jüngste Serie enttäuschender Daten ein.

Zugleich schürten enttäuschende US-Daten bei gleichzeitig niedriger Inflation Spekulationen auf eine Verschiebung der Zinswende in der größten Volkswirtschaft. „Mit den herbstlich unfreundlichen US-Einzelhandelsumsätzen wird eine Zinsanhebung der Fed im Dezember etwas unwahrscheinlicher“, sagte NordLB-Analyst Bernd Krampen. Zuletzt sprachen sich immer mehr Führungsmitglieder der Notenbank gegen eine baldige US-Zinswende aus. Unter Anlegern gilt der kommende März als wahrscheinlichster Termin.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,9 Prozent tiefer auf 16.924 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 sank 0,5 Prozent auf 1994 Stellen. Der Index der Technologiebörse Nasdaq ließ 0,3 Prozent auf 4782 Zähler Federn.

In Frankfurt schloss der Dax 1,2 Prozent niedriger auf 9915,85 Punkten. Der EuroStoxx50 büßte 0,9 Prozent auf 3191,57 Zähler ein. In der Vorwoche hatten beide Indizes um mehr als fünf Prozent zugelegt.

Die US-Einzelhändler steigerten ihren Umsatz im September nicht so deutlich wie erwartet. Er kletterte nur um 0,1 Prozent zum Vormonat. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit 0,2 Prozent gerechnet. Die Finanzmärkte blicken derzeit gespannt auf alle Konjunkturdaten aus den USA, da sie sich Hinweise auf den Zeitpunkt der Zinswende erhoffen.

Bei JP Morgan brach das Ergebnis im wichtigen Geschäft mit festverzinslichen Wertpapieren im dritten Quartal ein. Die anhaltend niedrigen Zinsen setzen der größten US-Bank zu. Die Aktie verlor 2,5 Prozent. Die Bank of America steuerte indes wieder in die Gewinnzone zurück. Die Papiere stiegen um 0,8 Prozent. Der Rivale Wells Fargo konnte erstmals wieder einen Gewinnzuwachs ausweisen, blieb aber im Rahmen der Erwartungen. Wells-Fargo-Aktien gaben 0,7 Prozent nach.

Aktien von Intel legten 2,3 Prozent zu, obwohl der Technologie-Konzern seine Umsatz-Prognose für die Chip-Sparte für Rechenzentren kappte.

Nach einem enttäuschenden Umsatz- und Gewinnausblick verloren die Aktien des weltgrößten Einzelhändlers Wal-Mart zehn Prozent, womit sich der Marktwert des Konzerns um 21 Milliarden Dollar verringerte.

Gefragt waren dagegen die Aktien von Fairchild Semiconductor mit einem Plus von mehr als 15 Prozent. Laut einer Agenturmeldung führt der Halbleiterhersteller Gespräche mit potenziellen Käufern wie Infineon.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 880 Millionen Aktien den Besitzer. 1241 Werte legten zu, 1809 gaben nach und 121 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,89 Milliarden Aktien 1006 im Plus, 1758 im Minus und 189 unverändert.

Der Eurokurs stieg beflügelt von den schwachen Konjunkturdaten und den Aussagen im „Beige Book“ bis auf 1,1474 US-Dollar. Richtungweisende zehnjährige US-Staatsanleihen gewannen 18/32 Punkte auf 100 6/32 Punkte. Ihre Rendite betrug 1,98 Prozent.

Die US-Kreditmärkte legten zu. Die zehnjährigen Staatsanleihen gewannen 21/32 auf 100-5/32. Die Rendite sank auf 1,9806 Prozent. Der 30-jährige Bond erhöhte sich um 1-4/32 auf 100-23/32 und rentierte mit 2,8390 Prozent. Händler erklärten die Aufschläge mit der Erwartung an den Märkten, dass die US-Notenbank die Zinsen erst 2016 erhöhen wird.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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