Börse New York
„Sequester“ ist Wall Street egal

Während die Politik in den USA es nicht geschafft hat, drastische Haushaltskürzungen abzuwenden, verabschiedete sich die Wall Street mit leichten Gewinnen ins Wochenende verabschiedet.
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New YorkUnmittelbar vor Inkrafttreten der lange gefürchteten US-Haushaltskürzungen haben einige Anleger an der Wall Street zugegriffen. Einige Investoren werteten die Einschnitte sogar als Hoffnungsschimmer, weil sie die US-Notenbank weiter zur Stützung der Konjunktur animieren könnten.

„Der Aktienmarkt macht sich keine Sorgen. Die Kürzungen geben der Fed noch einen Grund, den Fuß auf dem Gaspedal zu lassen“, erklärte Marc Chandler von Brown Brothers Harriman. Auch viele andere Börsianer zeigten sich überzeugt, dass der Haushaltsstreit die Konjunkturerholung nicht entgleisen lassen wird. „Die meisten von uns sind sicher, dass wir nicht von einer Klippe stürzen werden, weil die Kürzungen nur nach und nach greifen“, erläuterte Bill Stone von PNC Wealth Management.

Der Glaube an ein Ende der Konjunkturflaute erhielt zudem von Konjunkturdaten neue Nahrung: Die Stimmung unter US-Einkaufsmanagern ist derzeit besser als gedacht und auch die Verbraucher fassen wieder Vertrauen.

„Ein Abgleiten in eine Rezession ist nach den jüngsten Daten aus den USA auf jeden Fall nicht zu befürchten. Im Nachhinein könnte sich das Timing der Ausgabenkürzungen sogar als überaus günstig herausstellen, da sie einen wichtigen Beitrag zur Haushaltskonsolidierung leisten, ohne der Konjunktur allzu sehr zu schaden“, sagte Postbank-Chefvolkswirt Marco Bargel.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,3 Prozent höher bei 14.089 Punkten. Im Verlauf pendelte er zwischen 13.937 und 14.107 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500 verbesserte sich um 0,2 Prozent auf 1518 Zähler, der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,3 Prozent auf 3169 Punkte.

Vor Veröffentlichung des Einkaufsmanager-Indexes waren die US-Börsen zunächst mit Verlusten in den Handel gestartet, weil sich die Anleger Sorgen über das Schicksal der Wirtschaft in Europa und Asien machten. Im Wochenvergleich erhöhte sich der Dow-Jones-Index um 0,6 Prozent, der S&ß-Index um 0,2 und die Nasdaq um 0,3 Prozent. In Frankfurt schloss der Dax 0,4 Prozent schwächer bei 7708 Punkten.

Bei den Einzelwerten legten die Aktien von Groupon mehr als zwölf Prozent zu. Das Online-Schnäppchenportal zieht Konsequenzen aus der anhaltenden Talfahrt und hat Firmenchef und Mitgründer Andrew Mason gefeuert.

Das einst mit großen Vorschusslorbeeren bedachte Internet-Unternehmen hatte zuvor erneut enttäuschende Quartalszahlen ausgewiesen. Co-Gründer Eric Lefkofsky und Verwaltungsrat Ted Leonsis sollen nun das Ruder übernehmen, bis ein neuer Chef gefunden ist.

GAP gewannen drei Prozent, nachdem der US-Bekleidungshersteller ein Quartalsergebnis über Markterwartungen bekanntgegeben und die Anhebung der Dividende um 20 Prozent in Aussicht gestellt hatte.

Die Aktien von Best Buy legten fast fünf Prozent zu, nachdem die Elektronik-Kette ein Übernahmeangebot ihres Gründers ausschlug und zugleich mit Quartalszahlen die Erwartungen der Börsianer übertraf.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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