Börse New York
Später Ausverkauf zieht US-Börsen ins Minus

Nach wenig Bewegung bis zum Mittag, sind die US-Börsen am Ende deutlich ins Minus gedreht. Die Anleger trennten sich in der letzten Handelsstunde vor allem von Finanzwerten. Auf dem Markt lastete die ins Stocken geratene Erholung der Dienstleister, die Sorgen vor einem holprigen Konjunkturaufschwung schürte.
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HB NEW YORK. Positiv aufgenommene Pläne der Bank of America zur Rückzahlung von Staatshilfen in Höhe von 45 Mrd. Dollar konnten die Sorgen nicht wettmachen. Die Verluste im Nasdaq waren nicht so stark wie die in den beiden anderen großen Indizes. Die Einigung im Tauziehen um die Zukunft von NBC Universal hielt die Abschläge hier in Grenzen.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verlor 0,8 Prozent auf 10 366 Punkte. Im Verlauf pendelte er zwischen 10 350 und 10 455 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500-Index büßte ebenfalls 0,8 Prozent auf 1099 Zähler ein. Der Technologie-Index Nasdaq gab 0,5 Prozent ab auf 2173 Punkte. In Frankfurt ging der Dax belastet von US-Konjunkturdaten 0,2 Prozent tiefer bei 5770 Punkten aus dem Handel.

Die Geschäfte der Dienstleister schrumpften im November überraschend. Der Service-Index des Institute for Supply Management (ISM) fiel auf 48,7 von 50,6 Zählern im Oktober. Damit liegt das an den Märkten stark beachtete Barometer erstmals seit August wieder unter der Marke von 50 Punkten, ab der Wachstum signalisiert wird. Die Zahlen hätten vielen Leute auf den Magen geschlagen, sagte der Analyst Tim Ghriskey von Solaris Asset Management. Aufmerksam registriert wurden auch weitere Konjunkturdaten: Während die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe auf den niedrigsten Stand seit Anfang September 2008 fiel, stieg die Produktivität der US-Wirtschaft im dritten Quartal weniger deutlich als erwartet. Mit Spannung warteten die Marktteilnehmer auf die Veröffentlichung der Arbeitsmarktzahlen für November am Freitag.

Neben Finanztiteln gehörten Unternehmen aus dem Einzelhandel zu den großen Verlierern. Die Branche gab für November enttäuschende Umsatzzahlen bekannt. So fielen die Papiere von Target 2,9 Prozent, die von Abercrombie & Fitch gar um 9,3 Prozent. Auf den Verkaufszetteln ganz oben standen auch Firmen aus dem Energie-, Industrie- und Rohstoffsektor.

Eine Ausnahme im Finanzsektor stellten die Anteilsscheine der Bank of America dar. Das Institut hatte am Mittwoch nach Börsenschluss überraschend mitgeteilt, in den kommenden Tagen einen Vertrag mit der US-Regierung über die Rückzahlung von Staatshilfen zu unterzeichnen. Mit dem Schritt könnte sich der Finanzkonzern unter anderem von Beschränkungen für seine Managergehälter befreien, was ihm die Suche nach einem neuen Chef erleichtern dürfte. Die Aktien der Bank bauten einen Großteil ihrer Gewinne ab, kletterten letztlich aber 0,7 Prozent.

General Electric (GE) und der Kabelnetzbetreiber Comcast gaben nach monatelangen Verhandlungen eine Einigung auf ein Gemeinschaftsunternehmen mit NBC Universal als Herzstück bekannt - ein Geschäft im Volumen von 30 Mrd. Dollar. GE übernimmt demnach den Anteil des französischen Medienkonzerns Vivendi an NBC und bringt dann das gesamte Unternehmen in das Joint Venture ein. GE-Aktien fielen im Handelsverlauf deutlich und tendierten 0,4 Prozent tiefer, Comcast-Papiere schossen dagegen 6,5 Prozent empor.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,13 Mrd. Aktien den Besitzer. 1068 Werte legten zu, 1947 gaben nach und 115 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,01 Mrd. Aktien 852 im Plus, 1811 im Minus und 139 unverändert. An den US-Kreditmärkten fielen die zehnjährigen Staatsanleihen um 17/32 auf 99-31/32. Sie rentierten mit 3,379 Prozent. Die 30-jährigen Bonds sanken 44/32 auf 100-19/32 und hatten eine Rendite von 4,340 Prozent.

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