Börse New York

Starke Umsätze im Einzelhandel beflügeln Wall Street

In New York lässt man die gestrigen Verluste hinter sich. Der Dow Jones kann deutlicher zulegen. Für Kauflaune sorgen stark Konjunkturdaten. Vor allem die anziehenden Einzelhandelsdaten überraschen positiv.
Update: 12.12.2014 - 00:14 Uhr 1 Kommentar
Nach einem schwierigen gestrigen Handelstag sehen Händler in den USA wieder einen steigenden Dow Jones. Quelle: ap

Nach einem schwierigen gestrigen Handelstag sehen Händler in den USA wieder einen steigenden Dow Jones.

(Foto: ap)

New YorkStarke US-Konjunkturdaten haben Anleger am Donnerstag zum Wiedereinstieg in die US-Aktienmärkte ermuntert. Die US-Einzelhändler erwischten einen guten Start ins wichtige Weihnachtsgeschäft. Ihr Umsatz stieg im November um 0,7 Prozent und damit doppelt so stark wie erwartet. Offenbar steckten die Verbraucher das dank des rückläufigen Ölpreises gesparte Geld in den Konsum, sagte Finanzmarkt-Experte Sean McCarthy von Wells Fargo Private Bank.

Der Absturz der Ölpreise wegen eines Überangebots bei mauer Nachfrage beschleunigte sich. US-Leichtöl der Sorte WTI verbilligte sich im New Yorker Handel um 2,5 Prozent auf 59,50 Dollar je Barrel (159 Liter) und notierte damit so niedrig wie zuletzt im Juli 2009. Brent aus der Nordsee gab im Sog des WTI 1,2 Prozent auf 63,47 Dollar nach. Die für die Finanzmärkte richtungweisende Ölsorte hatte zuletzt ebenfalls im Juli 2009 unter 60 Dollar notiert. Wegen eines weltweiten Überangebots sind die Ölpreise seit dem Sommer um mehr als 40 Prozent gefallen.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,4 Prozent höher auf 17.596 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 rückte um 0,5 Prozent auf 2035 Zähler vor. Der Index der Technologiebörse Nasdaq kletterte 0,5 Prozent auf 4708 Stellen.

Anleger reißen sich um LendingClub-Aktien

Anleger reißen sich um LendingClub-Aktien

Aufwärts ging es mit Papieren der schwächelnden Büroartikel-Anbieter Staples und Office Depot, die knapp neun beziehungsweise zwölf Prozent zulegten. Der Investor Starboard Value hatte erklärt, er habe einen Anteil an Staples erworben und seinen Anteil an Office Depot ausgebaut. Damit könnte der Grundstein für eine Fusion der beiden gelegt sein.

Aktien von eBay stiegen um 2,8 Prozent. Der Online-Händler erwägt einem Zeitungsbericht zufolge den Abbau von 3000 Stellen, was jeden zehnten Arbeitsplatz beträfe.

Anleger rissen sich zudem um Aktien von LendingClub. Bei ihrem Börsendebüt stiegen die Papiere des Online-Kreditvermittlers um bis zu 70 Prozent auf 25,44 Dollar. Sie waren zu je 15 Dollar und damit oberhalb der von zwölf bis 14 Dollar reichenden Angebotsspanne zugeteilt worden. Über eine Crowdfunding-Plattform bewerben sich Interessenten um einen Kredit.

„Hochzinsanleihen schießen durch die Decke“
London
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„Der britische Immobilienmarkt wird zusammenbrechen“

Bei ihren unwahrscheinlichen, aber nicht zu unterschätzenden Szenarien, geht die Saxo Bank unter anderem davon aus, dass der britische Immobilienmarkt zusammenbrechen wird. Die bevorstehende Zinserhöhung der Bank of England wird die Nachfrage einbrechen lassen und die Preise um 25 Prozent drücken.

Quelle: Saxo Bank, Outrageous Predictions

Bei den „Outrageous Predictions“ handelt es sich laut Saxo Bank um zehn Szenarien, die zwar unwahrscheinlich sind, bei Unterschätzung der mit ihnen einhergehenden Risiken jedoch enorme Folgen für die globalen Märkte hätten.

huGO-BildID: 40486846 A salesclerk (R) of a kimono shop tries to hand a leaflet to a passer-by in Tokyo on November 28, 2014. Japan released a string
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„Japans Inflation wird auf fünf Prozent steigen“

Japans Plan die Deflation zu bekämpfen, könnte in diesem Szenario nach Hinten losgehen. Die massive Geldflut der Bank of Japan könnte über ihr Ziel hinausschießen und eine übermäßige Inflation erreichen, weil das Vertrauen in den Yen erschüttert ist. Japan würde zunehmend die Kontrolle über die eigene Währung verlieren.

File photo of yuan bank notes in a vendor's cashbox at a market in Beijing
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„China wertet den Yuan um 20 Prozent ab“

China macht einen auf Japan und wertet beim Kampf gegen die Deflation die Währung massiv ab. Damit reiht sich die chinesische Zentralbank in den Abwertungswettlauf ein, um die eigene Wirtschaft zu stützen.

ECB President Draghi addresses during ECB news conference in Frankfurt
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„Mario Draghi legt sein Amt nieder und wird Italiens Präsident“

Ein unwahrscheinliches, aber mögliches Szenario: EZB-Chef Mario Draghi überlässt den Kampf für die Inflation und die Wirtschaft Europas einem anderen. Stattdessen kandidiert er als Präsident in Italien und erhält dafür eine Empfehlung des aktuellen Präsidenten Napolitano, der sich damit für die niedrigen Zinsen bei den Staatsanleihen bedankt.

huGO-BildID: 40671774 Russian President Vladimir Putin speaks with President of the Russian Academy of Sciences Vladimir Fortova during a meeting of
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„Russland rutscht in die Schuldenkrise“

Der niedrige Ölpreis und die weitere Isolation durch den Westen werden Russland immer stärker zu schaffen machen. Russland werde unter Vladimir Putin (links) so tief rutschen, dass Verhältnisse wie während der Schuldenkrise 1998 entstehen werden.

mazon's Bezos to be 'bold' despite failures
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„Hacker zerschlagen den E-Commerce“

Amazons Geschäftskonzept ist vollkommen vom Internet abhängig. 2015 könnten sich das Hacker zunutze machen und den E-Commerce angreifen. Das zerstörte Vertrauen der Nutzer führt dazu, dass beispielsweise bei Amazon die Umsätze um 50 Prozent zurückgehen. Auch andere Internethändler erleiden kräftige Einbußen.

Isländischer Vulkan Bardarbunga
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„Europa wird keinen Sommer erleben“

Der der bereits aktive isländische Vulkan Bardarbunga wird ausbrechen und giftiges Schwefeldioxid freisetzen. Der Himmel über Europa wird sich verdunkeln und das Klima wird sich verändern. Ängste vor Ernteausfällen werden die Getreidepreise in die Höhe treiben.

In Frankfurt schloss der Dax mit einem Plus von 0,6 Prozent bei 9862,53 Punkten. Der EuroStoxx50 notierte 0,3 Prozent fester bei 3161,83 Zählern.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 820 Millionen Aktien den Besitzer. 1787 Werte legten zu, 1295 gaben nach und 116 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,84 Milliarden Aktien 1666 im Plus, 1089 im Minus und 107 unverändert.

Die US-Kreditmärkte präsentierten sich uneinheitlich. Die zehnjährigen Staatsanleihen verloren 4/32 auf 100-20/32. Die Rendite stieg auf 2,181 Prozent. Der 30-jährige Bond legte dagegen nach einer erfolgreichen Auktion der langlaufenden Papiere im Volumen von 13 Milliarden Dollar um 4/32 auf 103-14/32 zu und rentierte mit 2,830 Prozent.

  • rtr
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1 Kommentare zu "Börse New York: Starke Umsätze im Einzelhandel beflügeln Wall Street"

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  • Läßt sich so oder anders betrachten.
    Die Mehrausgaben der Konsumenten werden im Weihnachtsgeschäft dann wohl fehlen.

    Ein Konjunkturprogramm, wie von vielen gewünscht und ersehnt wird die temporärer Ölpreissenkung kaum werden können.

    Dafür fehlte es an Stetigkeit und Verläßlichkeit.
    Diese Eigenschaften wird niemand den Saudis, Quatar und Genossen nachsagen wollen.

    Also bleibt es bei der Sichtweise einer anstehenden Rezession, in der sich sogar Deutschland befindet.

    Denn der letzte Rückgang beim BSP wurde nur durch ein paar Prostituierte, Ganoven und Schwarzgeldgeschäfte verhindert. Deren Leistungen wurden nämlich erstmalig dazu gezählt.

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