Börse New York Starker Dollar belastet New Yorker Börsen

Die Sorge um eine nahende Zinswende lässt an der Wall Street die Vortagsgewinne dahinschmelzen. Vor der Fed-Sitzung in der nächsten Woche zeigen die Anleger Nerven. Auch der starke Greenback sorgt für Stirnfalten.
Update: 13.03.2015 - 23:04 Uhr Kommentieren
Die jüngsten Konjunkturdaten konnten nur bedingt überzeugen. Quelle: dpa

Die jüngsten Konjunkturdaten konnten nur bedingt überzeugen.

(Foto: dpa)

New YorkBelastet vom starken Dollar haben die US-Börsen am Freitag nachgegeben. Die Anleger sorgten sich, dass der hohe Wechselkurs das Auslandsgeschäft der US-Unternehmen beeinträchtigt. Auch anhaltende Spekulationen über den Zeitpunkt der Zinswende führten weiter zu Verunsicherung. Die Konjunkturdaten waren zuletzt uneinheitlich. Daraus lassen sich keine eindeutigen Schlüsse ziehen, ob die US-Notenbank nun früher oder später die Zinsen erhöht. Viele Experten rechnen mit einer Entscheidung der Fed im Sommer.

Börsianer befürchten Belastung des Energiesektors

Die Stimmung der amerikanischen Konsumenten trübte sich überraschend ein. Der Index zum US-Verbrauchervertrauen der Uni Michigan fiel im März um 4,2 auf 91,2 Punkte. Experten hatten mit einer leichten Verbesserung gerechnet. Die Verbraucher beurteilten sowohl die wirtschaftliche Lage als auch die Aussichten schlechter als im Vormonat.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,8 Prozent tiefer auf 17.749 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 fiel 0,6 Prozent auf 2053 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq ließ 0,4 Prozent auf 4871 Punkte Federn. Im Wochenvergleich ergab sich für den Dow ein Minus von 0,6 Prozent, für den S&P ein Verlust von 0,9 Prozent und für den Nasdaq einen Abschlag von 1,1 Prozent.

Bei den Einzelwerten kletterten die Aktien von FXCM um 20 Prozent in die Höhe. Der Devisenbroker übertraf mit seinen Quartalsergebnissen die Markterwartungen.

Die Anteilsscheine von Aeropostale brachen dagegen mehr als 17 Prozent ein, nachdem die Textilkette einen unerwartet hohen Verlust für das laufende Quartal vorhergesagt hatte.

In Frankfurt nähert sich der Dax in rasantem Tempo der Rekordmarke von 12.000 Punkten. Der Leitindex spurtete erneut den übrigen Börsen Europas davon und schloss 0,9 Prozent höher bei 11.901,61 Punkten, ein Wochenplus von drei Prozent. Eine neue Bestmarke setzte er bei 11.903,33 Zählern.

Diese Aktien schockieren Börsianer

DEUTSCHE POST AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005552004
Börse
Xetra

+0,02 +0,05%
0,00€
Chart von DEUTSCHE POST AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Deutsche Post: Markt erwartet mehr
1 von 24

Im Dax fiel diese Woche die Deutsche Post auf. Die Börse reagierte am Mittwoch enttäuscht auf die Quartalszahlten. Trotz eines boomenden Expressgeschäfts und einer Paketflut zu Weihnachten blieb der Gewinnanstieg des Konzerns im vierten Quartal deutlich unter den Markterwartungen. Der operative Ertrag im Frachtgeschäft brach um knapp die Hälfte ein. Insgesamt verbuchte der Konzern 2014 aber ein Plus bei Umsatz und operativen Gewinn (Ebit). Das reichte den Anlegern aber nicht. Die Post-Aktien fielen in der Spitze um 5,3 Prozent und waren mit Abstand größter Verlierer im Leitindex Dax. Auch Analysten zeigten sich ernüchtert. Zwar habe die Gesellschaft solide Jahreszahlen vorgelegt, das Ebit liege aber leicht unter den Erwartungen, kommentierte Dirk Schlamp von der DZ Bank. Auch bei der Prognosespanne für 2015 sei der Konzern nicht so mutig gewesen wie erhofft. Im laufenden Jahr soll der Ertrag dem Konzern zufolge auf 3,05 bis 3,2 Milliarden Euro steigen. Experten hatten im Schnitt 3,24 Milliarden Euro für möglich gehalten.
Kursentwicklung bis Donnerstag: - 5,7 Prozent

HEIDELBERGCEMENT AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0006047004
Börse
Xetra

-0,42 -0,51%
0,00€
Chart von HEIDELBERGCEMENT AG INHABER-AKTIEN O.N.
Heidelberg-Cement: Analyst stuft Aktie herunter
2 von 24

Bei Heidelberg-Cement war es eine Herabstufung, die die Aktie diese Woche unter Druck setzte. Analystin Elodie Rall von JP Morgan hatte den Titel auf "Neutral" von "Overweight" heruntergestuft, das Kursziel ließ sie unverändert bei 71 Euro. Die Expertin riet zu Gewinnmitnahmen, auch wenn die mittelfristigen Aussichten gut seien. Die Aktie und der Zementsektor hätten sich zuletzt stark entwickelt. In den vergangenen drei Monaten legte die Heidelberg-Cement-Aktie um mehr als 22 Prozent zu, der Dax kam in dieser Zeit auf ein Plus von 18 Prozent. Die Erholung in den entwickelten Märkten wie Nordamerika sei im Kurs der Aktie größtenteils schon eingepreist. Anleger ließen sich davon am Dienstag beeindrucken – die Aktien des größten deutschen Baustoffkonzerns verbilligten sich um bis zu zwei Prozent.
Kursentwicklung bis Donnerstag: - 0,5 Prozent

RWE AG INHABER-STAMMAKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007037129
Börse
Xetra

-0,51 -2,33%
0,00€
Chart von RWE AG INHABER-STAMMAKTIEN O.N.
RWE: Markt uneins über Zahlen
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Auffallend am Dienstag: Der Energiekonzern RWE legt seine Zahlen vor, die am Markt nicht gut ankommen sind. Die Aktien gaben im Dax 2,7 Prozent nach und waren damit größter Verlierer im Index. Dem Konzern brechen wegen der gefallenen Strom-Großhandelspreise weiter die Gewinne weg. Analysten zeigen sich hingegen ganz angetan von der Bilanz. So hat zum Beispiel Alexander Karnick von der Deutschen Bank die Einstufung für RWE nach Zahlen für 2014 auf "Hold" mit einem Kursziel von 29 Euro belassen. Der Versorger habe sich in einem schwierigen Umfeld solide entwickelt, schrieb er in einer Studie. Der Ausblick für 2015 liege auf dem Niveau seiner Schätzungen.
Kursentwicklung bis Donnerstag: - 2,2 Prozent

E.ON SE NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000ENAG999
Börse
Xetra

-0,10 -1,08%
0,00€
Chart von E.ON SE NAMENS-AKTIEN O.N.
Eon: Kursplus trotz Rekordverlust
4 von 24

Tags darauf folgte der Konkurrent Eon, legte Zahlen vor und sorgte ebenfalls für erstaunliche Reaktionen. Allerdings umgekehrt. Eon verzeichnet einen Rekordverlust, aber die Aktien steigen im Tagesverlauf um 1,3 Prozent. Die Zahlen seien nicht gut, aber wie erwartet ausgefallen, sagte ein Händler. Aus Sicht von Equinet-Analyst Michael Schaefer enttäuschte der Ausblick. Noch gebe es keinen Grund für verstärkte Hoffnungen auf eine nachhaltige Verbesserung. Im neuen Geschäftsjahr rechnet Eon mit weiteren Einbußen.
Kursentwicklung bis Donnerstag: - 1,8 Prozent

VOLKSWAGEN AG VORZUGSAKTIEN O.ST. O.N.

WKN
ISIN
DE0007664039
Börse
Xetra

-2,18 -1,26%
0,00€
Chart von VOLKSWAGEN AG VORZUGSAKTIEN O.ST. O.N.
Volkswagen: MAN schiebt Aktie hoch
5 von 24

Mit seinen eigenen Zahlen hat der Volkswagen-Konzern diese Woche nicht gepunktet, wohl aber mit dem Ergebnis der Lkw-Tochter MAN. Obwohl der Lastwagen- und Maschinenbauer in das laufende Jahr eher skeptisch blickt. Investoren ließen sich aber davon inspirieren, dass das Sparprogramm aus dem Lkw- und Busgeschäft aus Vorsicht auf den gesamten Konzern ausgeweitet wird. Außerdem hat der Konzern trotz Dauerkrise in den beiden Hauptmärkten Europa und Brasilien seinen Gewinn gesteigert. Der gestiegene MAN-Gewinn schob die Aktien von VW am Mittwoch 4,7 Prozent ins Plus. Am Donnerstag standen die Wolfsburger selbst im Fokus. Der Autobauer kommt beim Sparen nur mühsam voran. Dementsprechend zurückhaltend blieb Winterkorn beim Ausblick. Mit Blick auf die für 2015 im Konzern angekündigte operative Rendite (Ebit-Marge) zwischen 5,5 und 6,5 Prozent sagte er: „Wir bleiben damit bewusst ein Stück vorsichtiger – wir behalten trotz glänzender Zahlen immer die Bodenhaftung.“ Seine Aktionäre konnte er mit diesem Ausblick nicht überzeugen. VW-Aktien sanken um 1,5 Prozent.
Kursentwicklung bis Donnerstag: + 4,9 Prozent

MUENCHENER RUECKVERS.-GES. AG VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0008430026
Börse
Xetra

+0,95 +0,49%
0,00€
Chart von MUENCHENER RUECKVERS.-GES. AG VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.
Münchener Rück: Aktienrückkauf lässt Anleger kalt
6 von 24

Eigentlich eine gute Nachricht für Investoren: Der Rückversicherer Münchener Rück hat ein weiteres Aktienrückkaufprogramm angekündigt. Gewinne würden sich über weniger Papiere verteilen. Dennoch entwickelte sich die Aktie am Mittwoch nur unterdurchschnittlich, sackte zunächst um 0,5 Prozent ab und drehte dann ins Plus. Münchener Rück blickt etwas pessimistischer als viele Analysten auf das laufende Jahr und erwartet einen Gewinnrückgang auf 2,5 bis drei Milliarden Euro nach 3,2 Milliarden 2014. Independent-Research-Analyst Stefan Bongardt hatte indes mit 2,9 Milliarden Euro gerechnet, sein Kollege Thorsten Wenzel von der DZ Bank mit 2,85 Milliarden. "Die Fortführung des Aktienrückkaufprogramms ist ebenfalls keine Überraschung, bestätigt aber erneut die sehr starke Kapitalposition", schrieb Wenzel in einer Studie. Er rät weiter zum Verkauf der Aktie mit einem Kursziel von 165 Euro.
Kursentwicklung bis Donnerstag: + 3,6 Prozent

K+S AKTIENGESELLSCHAFT NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000KSAG888
Börse
Xetra

0,00 0,00%
0,00€
Chart von K+S AKTIENGESELLSCHAFT NAMENS-AKTIEN O.N.
K+S: Ausblick kommt an der Börse gut an
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Mit seinem optimistischen Ausblick hat der Düngemittelhersteller K+S am Donnerstag die Anleger begeistert, die mit ihren Käufen die Aktie an die Dax-Spitze trieben. Die Papiere waren mit einem satten Kursplus von sieben Prozent die mit Abstand stärksten Titel im Dax. Das operative Ergebnis dürfte den Vorjahresgewinn deutlich übertreffen, der Umsatz soll moderat über dem Vorjahreswert liegen, prognostizierte der Konzern. Die sei ein positiver Ausblick für das laufende Jahr, schrieben die Analysten der LBBW in einem Kommentar.
Kursentwicklung bis Donnerstag: + 11,1 Prozent

Vor allem der erneut schwächere Euro half den exportstarken deutschen Börsenunternehmen auf die Sprünge. Der EuroStoxx50 kam lediglich auf ein Plus von 0,4 Prozent. Nach Ansicht von Börsianern wird die Dax-Rekordjagd in der kommenden Woche anhalten. Aktien seien weiterhin heiß begehrt, bislang würden kleine Kurs-Rücksetzer stets für den Einstieg genutzt, sagte ein Händler. "Die 12.000er Marke kann jeden Moment fallen."

Haupttreiber ist das billionenschwere Anleihe-Kaufprogramm der EZB. Bis September 2016 wollen die Notenbanker monatlich 60 Milliarden Euro Anleihen am Markt erwerben. Damit haben sie allein in der ersten Woche des Kaufprogramms den Euro zeitweise unter 1,05 Dollar gedrückt.

Am Freitag markierte die Gemeinschaftswährung mit 1,0481 Dollar ein Zwölf-Jahres-Tief. Der im Gegenzug steigende US-Dollar bereitet den Investoren dort zunehmend Bauchschmerzen: Sie fürchten, dass die Gewinne der Unternehmen darunter leiden. Zudem warf die Sitzung der US-Notenbank Fed ihre Schatten voraus. "Die Erwartung ist, dass die Fed den Raum für Zinserhöhungen öffnet", sagte Commerzbank-Devisenanalystin Esther Reichelt. Die US-Zentralbanker beraten am Dienstag und Mittwoch über die Geldpolitik.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 800 Millionen Aktien den Besitzer. 917 Werte legten zu, 2115 gaben nach und 122 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,83 Milliarden Aktien 1069 im Plus, 1638 im Minus und 158 unverändert.

Die US-Kreditmärkte ließen nach tagelangen Gewinnen Federn. Die zehnjährigen Staatsanleihen verloren 8/32 auf 98-28/32. Die Rendite stieg auf 2,1245 Prozent. Der 30-jährige Bond sank 19/32 auf 95-24/32 und rentierte mit 2,7081 Prozent. Händler sprachen von einer Konsolidierung am Markt.

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