Börse New York
Starker Dollar belastet New Yorker Börsen

Die Sorge um eine nahende Zinswende lässt an der Wall Street die Vortagsgewinne dahinschmelzen. Vor der Fed-Sitzung in der nächsten Woche zeigen die Anleger Nerven. Auch der starke Greenback sorgt für Stirnfalten.
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New YorkBelastet vom starken Dollar haben die US-Börsen am Freitag nachgegeben. Die Anleger sorgten sich, dass der hohe Wechselkurs das Auslandsgeschäft der US-Unternehmen beeinträchtigt. Auch anhaltende Spekulationen über den Zeitpunkt der Zinswende führten weiter zu Verunsicherung. Die Konjunkturdaten waren zuletzt uneinheitlich. Daraus lassen sich keine eindeutigen Schlüsse ziehen, ob die US-Notenbank nun früher oder später die Zinsen erhöht. Viele Experten rechnen mit einer Entscheidung der Fed im Sommer.

Die Stimmung der amerikanischen Konsumenten trübte sich überraschend ein. Der Index zum US-Verbrauchervertrauen der Uni Michigan fiel im März um 4,2 auf 91,2 Punkte. Experten hatten mit einer leichten Verbesserung gerechnet. Die Verbraucher beurteilten sowohl die wirtschaftliche Lage als auch die Aussichten schlechter als im Vormonat.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,8 Prozent tiefer auf 17.749 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 fiel 0,6 Prozent auf 2053 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq ließ 0,4 Prozent auf 4871 Punkte Federn. Im Wochenvergleich ergab sich für den Dow ein Minus von 0,6 Prozent, für den S&P ein Verlust von 0,9 Prozent und für den Nasdaq einen Abschlag von 1,1 Prozent.

Bei den Einzelwerten kletterten die Aktien von FXCM um 20 Prozent in die Höhe. Der Devisenbroker übertraf mit seinen Quartalsergebnissen die Markterwartungen.

Die Anteilsscheine von Aeropostale brachen dagegen mehr als 17 Prozent ein, nachdem die Textilkette einen unerwartet hohen Verlust für das laufende Quartal vorhergesagt hatte.

In Frankfurt nähert sich der Dax in rasantem Tempo der Rekordmarke von 12.000 Punkten. Der Leitindex spurtete erneut den übrigen Börsen Europas davon und schloss 0,9 Prozent höher bei 11.901,61 Punkten, ein Wochenplus von drei Prozent. Eine neue Bestmarke setzte er bei 11.903,33 Zählern.

Vor allem der erneut schwächere Euro half den exportstarken deutschen Börsenunternehmen auf die Sprünge. Der EuroStoxx50 kam lediglich auf ein Plus von 0,4 Prozent. Nach Ansicht von Börsianern wird die Dax-Rekordjagd in der kommenden Woche anhalten. Aktien seien weiterhin heiß begehrt, bislang würden kleine Kurs-Rücksetzer stets für den Einstieg genutzt, sagte ein Händler. "Die 12.000er Marke kann jeden Moment fallen."

Haupttreiber ist das billionenschwere Anleihe-Kaufprogramm der EZB. Bis September 2016 wollen die Notenbanker monatlich 60 Milliarden Euro Anleihen am Markt erwerben. Damit haben sie allein in der ersten Woche des Kaufprogramms den Euro zeitweise unter 1,05 Dollar gedrückt.

Am Freitag markierte die Gemeinschaftswährung mit 1,0481 Dollar ein Zwölf-Jahres-Tief. Der im Gegenzug steigende US-Dollar bereitet den Investoren dort zunehmend Bauchschmerzen: Sie fürchten, dass die Gewinne der Unternehmen darunter leiden. Zudem warf die Sitzung der US-Notenbank Fed ihre Schatten voraus. "Die Erwartung ist, dass die Fed den Raum für Zinserhöhungen öffnet", sagte Commerzbank-Devisenanalystin Esther Reichelt. Die US-Zentralbanker beraten am Dienstag und Mittwoch über die Geldpolitik.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 800 Millionen Aktien den Besitzer. 917 Werte legten zu, 2115 gaben nach und 122 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,83 Milliarden Aktien 1069 im Plus, 1638 im Minus und 158 unverändert.

Die US-Kreditmärkte ließen nach tagelangen Gewinnen Federn. Die zehnjährigen Staatsanleihen verloren 8/32 auf 98-28/32. Die Rendite stieg auf 2,1245 Prozent. Der 30-jährige Bond sank 19/32 auf 95-24/32 und rentierte mit 2,7081 Prozent. Händler sprachen von einer Konsolidierung am Markt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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