Börse New York
Starker Dollar macht US-Börsen zu schaffen

An der Wall Street kreisen Spekulationen über eine Zinswende in den USA. Noch in diesem Jahr sollen die Zinsen angehoben werden. Der Dollar profitiert von den Gerüchten, der Dow Jones hingegen muss Verluste hinnehmen.
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New YorkSpekulationen auf eine baldige Zinswende haben die Wall Street am Dienstag deutlich ins Minus gedrückt. Auslöser waren Konjunkturdaten, die auf eine Erholung der weltgrößten Volkswirtschaft hindeuten. So legten die Aufträge für Investitionsgüter im April den zweiten Monat in Folge zu. Zudem hellte sich das Konsumklima im Mai etwas stärker auf als erwartet. Damit erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass die US-Notenbank Fed in naher Zukunft mit ihren Zinsanhebungen beginnen wird. Fed-Chefin Janet Yellen hatte am Freitag die Erwartung geäußert, dass der erste Schritt noch 2015 kommen werde.

Die Daten gaben auch der US-Währung Auftrieb, was für zusätzlichen Druck auf die amerikanischen Aktienmärkte sorgte. „Ein starker Dollar wird die Exporte beeinträchtigen und die Umsätze der Firmen“, erläuterte Händler Rick Fier von Conifer Securities. Zusätzlich belastete das zähe Tauziehen um die Schuldenkrise in Griechenland.

Alle drei großen Indizes gingen mit einem Minus von einem Prozent aus dem Handel. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss bei 18.043 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 fiel auf 2104 Zähler und der Nasdaq-Composite für die Technologiewerte auf 5032 Stellen. Die Handelswoche ist verkürzt. Am Montag waren die US-Börsen feiertagsbedingt geschlossen. In Frankfurt beendete der Dax die Sitzung 1,6 Prozent schwächer bei 11.625 Punkten.

An der Wall Street stand die geplante Mega-Fusion auf dem Kabelnetzmarkt im Fokus. Für 56 Milliarden Dollar übernimmt Charter Communication den Konkurrenten Time Warner Cable (TWC). Die beiden Partner kaufen darüber hinaus den Branchensechsten Bright House Networks. Mit dem Deal wollen sie gemeinsam Primus Comcast die Stirn bieten. TWC-Aktien schossen 7,2 Prozent in die Höhe, Charter 2,5 Prozent.

Zu den Gewinnern an der Nasdaq zählten die Aktien des Chat-Software-Anbieters LivePerson mit einem Plus von 13,6 Prozent. Einem Medienbericht zufolge verhandelt die israelische Softwarefirma Nice mit LivePerson über einen Zusammenschluss.

First Solar rutschten dagegen gut sieben Prozent ab. Die Experten von RBC hatten die Aktie der Solarfirma heruntergestuft.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 810 Millionen Aktien den Besitzer. 662 Werte legten zu, 2417 gaben nach und 114 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,71 Milliarden Aktien 683 im Plus, 2071 im Minus und 141 unverändert.

Auch an den US-Kreditmärkten belasteten die Spekulationen auf eine baldige Zinswende sowie der stärkere Dollar die Renditen. Die zehnjährigen Bonds stiegen 26/32 auf 99-28/32. Sie rentierten mit 2,14 Prozent nach 2,23 Prozent am Freitag. Die 30-jährigen Papiere kletterten 2-04/32 auf 102-04/32. Die Rendite fiel auf 2,89 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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