Börse New York
Stimmung an der Wall Street (fast) ungetrübt

Die Laune der US-Händler bleibt prächtig. Obschon sich die Indizes uneinheitlich aus dem Handel verabschiedeten, ging die Rekordjagd am Tag weiter. Der Atom-Deal mit Iran und ein Rekord eines Mega-Retailers stützten.
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New YorkDer Durchbruch im Atomstreit mit dem Iran hat zu Wochenbeginn die Wall Street gestützt. Investoren reagierten am Montag erleichtert darauf, dass es den fünf UN-Vetomächten und Deutschland gelungen ist, sich mit dem Land auf ein Übergangsabkommen zur teilweisen Aussetzung des iranischen Atomprogramms zu einigen. „Weniger Spannungen im Nahen Osten - das ist immer positiv“, sagte Jeff Duncan, Chef von Duncan Financial Management. Er verwies auf die sinkenden Preise an den Energiemärkten. Für die Verbraucher wirke dies wie eine Steuererleichterung unmittelbar vor dem Weihnachtsgeschäft. „Das kommt der Wirtschaft zugute“, sagte Duncan.

Börsianer stellten sich auf eine handelsschwache Woche ein. Sie ist verkürzt, weil am Donnerstag wegen des Feiertags Thanksgiving die Märkte geschlossen bleiben und der Handel am Freitag früher beendet wird als üblich. Analysten halten es für möglich, dass die Rekordjagd an den US-Aktienmärkten noch nicht zu Ende ist. "Es ist nicht überraschend, dass viele Investoren sich fragen, ob nun ein Rückschlag ansteht. Nach unserer Einschätzung ist die Antwort ganz klar: nein", sagte Marktstratege Jonathan Golub von RBC Capital Markets.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte pendelte im Verlauf zwischen einem Hoch von 16.109 und einem Tief von 16.055 Punkten. Er schloss 0,1 Prozent im Plus bei 16.072 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 ging dagegen 0,1 Prozent leichter bei 1802 Zählern aus dem Handel. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verabschiedete sich 0,1 Prozent höher auf einem Stand von 3994 Stellen, nachdem das Börsenbarometer im Verlauf zum ersten Mal seit 13 Jahren die Marke von 4000 Punkten überschritten hatte. In Frankfurt kletterte der Dax um 0,9 Prozent auf 9299,95 Zähler und schloss damit so hoch wie noch nie.

Im Blick standen Energiewerte, die im Sog sinkender Ölpreise teils deutliche Kursverluste verzeichneten. WPX Energy rutschten 0,2 Prozent ab, Newfield Exploration 3,5 Prozent.

Zu den Gewinnern zählten hingegen Wal-Mart, die sich um 0,8 Prozent verteuerten, nachdem sie zuvor auf ein Allzeithoch von 80,57 Dollar gestiegen waren. Der Einzelhandelskonzern kündigte einen Chefwechsel zum 1. Februar an.

Johnson & Johnson profitierten von der Zulassung eines neuen Medikaments gegen Hepatitis C und stiegen um 0,4 Prozent.

Alcoa zogen um 3,8 Prozent an, nachdem Goldman Sachs die Aktien zum Kauf empfohlen hatte.

An der Nasdaq fielen die Aktien des Chipherstellers Qualcomm um 0,6 Prozent. Chinesische Kartellbehörden ordneten eine Untersuchung wegen angeblicher Preisabsprachen an. Qualcomm erklärte, sich keiner Gesetzesverstöße bewusst zu sein, und kündigte an, mit den Behörden zu kooperieren.

Für Gespräche sorgte auch ein Wechsel an der Spitze der US-Technologiebörse. Der Nasdaq muss sich nach einem neuen Kandidaten für den Chefposten umsehen. Der bisher als interner Favorit für die Nachfolge von Robert Greifeld gehandelte Eric Noll kehrt dem Unternehmen den Rücken und heuert als Chef der Brokerage-Firma ConvergEx an, wie Nasdaq OMX am Montag mitteilte.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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