Börse New York
S&P-Index markiert neues Rekordhoch

Brexit-Krise? Der weltweit wichtigste Börsenindex S&P 500 notierte so hoch wie nie zuvor. Und Tesla-Firmenchef Elon Musk konnte mit weiteren Details seines Strategieplans die Aktionäre überzeugen.

New YorkDie Wall Street ist am Montag mit einem Rekordhoch in die Bilanzsaison gestartet. Vor Veröffentlichung der ersten wichtigen Quartalszahlen notierte das Börsenbarometer S&P-500 mit 2137 Punkten so hoch wie nie zuvor. „Die Anleger sind auf der Jagd nach Renditen“, sagte der Chef des Investmenthauses Janlyn Capital, Andre Bakhos. „Sie riskieren Engagements in Aktien, weil die US-Märkte im internationalen Vergleich als relativ sichere Häfen gelten.“

Für Erleichterung sorgten zudem der Wahlsieg von Japans Ministerpräsident Shinzo Abe sowie die rasche Entscheidung über die Nachfolge des britischen Premierministers David Cameron.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,4 Prozent höher auf 18.226 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 stieg 0,3 Prozent auf 2137 Zähler und damit auf den höchsten Schlussstand. Der Index der Technologiebörse Nasdaq rückte 0,6 Prozent auf 4988 Punkte vor. In Frankfurt ging der Dax 2,1 Prozent fester bei 9833 Punkten aus dem Handel.

In den kommenden Wochen stehen die Quartalsberichte der Firmen im Blick. „Wenn sie die Investoren enttäuschen, könnte das die Euphorie sicherlich abwürgen“, sagte Bakhos. Traditionell als erstes Schwergewicht sollte nach Börsenschluss der Aluminiumkonzern Alcoa seine Zahlen präsentieren. Im Vorfeld legte seine Aktie 3,3 Prozent zu.

Beim Luft- und Raumfahrtkonzern Boeing konnten sich die Anleger über einen Kursanstieg um 1,50 Prozent freuen - damit eroberten die Aktien den Spitzenplatz im Dow Jones. Der Airbus-Rivale sagt für die nächsten 20 Jahre eine noch stärker wachsende Nachfrage nach Flugzeugen voraus und liegt nun über seinen bisherigen Marktprognosen. Zum Start der Luftfahrtmesse im britischen Farnborough hielten sich Aufsehen erregende Großaufträge für beide Unternehmen allerdings im Rahmen.

Die Anteilsscheine von Tesla zogen im Nasdaq 100 um 3,69 Prozent an. Konzernchef Elon Musk verteidigte das Fahrassistenz-System „Autopilot“ seiner Elektroautos nach dem ersten tödlichen Unfall. Es sei keine unfertige Technik, obwohl sie mit der Bezeichnung „Beta“ eingeführt worden sei, teilte er über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. Tesla meine damit vielmehr, dass damit noch nicht eine Milliarde Meilen (1,6 Milliarde Kilometer) unter echten Straßenbedingungen gefahren worden seien.

Twitter rutschten dagegen rund zwei Prozent ab. Hintergrund war eine Herabstufung der Titel durch die Analysten des Bankhauses SunTrust Robinson.

Die Aktien des Tabakkonzerns Philip Morris schafften indes nur ein kleines Plus von 0,27 Prozent. Der für äußerst strenge Rauchergesetze bekannte lateinamerikanische Staat Uruguay hatte einen sechsjährigen Prozess gegen den Konzern gewonnen. Der bei der Weltbank angesiedelte internationale Schiedsgerichtshof ICSID in Washington habe die Klagepunkte des Konzerns „komplett zurückgewiesen“, teilte Staatspräsident Tabaré Vázquez mit. Wie das Portal „El Pais“ berichtete, muss Philip Morris der Regierung nun sieben Millionen US-Dollar für die Anwaltskosten erstatten.

Der Eurokurs kam kaum von der Stelle - zuletzt notierte die Gemeinschaftswährung bei 1,1056 US-Dollar. Zuvor hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,1049 (Freitag: 1,1070) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9051 (0,9033) Euro.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 810 Millionen Aktien den Besitzer. 2060 Werte legten zu, 938 gaben nach und 120 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,7 Milliarden Aktien 1932 im Plus, 936 im Minus und 149 unverändert.

Die US-Kreditmärkte gaben nach, da Anleger riskantere Investments wie Aktien bevorzugten. Die zehnjährigen Staatsanleihen verloren 21/32 auf 101-24/32. Die Rendite stieg auf 1,434 Prozent. Der 30-jährige Bond sank 1-1/32 auf 107-22/32 und rentierte mit 2,150 Prozent.

Agentur
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