Börse New York: Tech-Titel führen scharfe Abwärtskorrektur an

Börse New York
Tech-Titel führen scharfe Abwärtskorrektur an

Verwirrende Arbeitsmarktdaten, Sorgen um den Ölpreis und schlechte Zahlen aus dem Tech-Sektor sorgten für Ausverkaufsstimmung. Der Dow sackte über 200 Punkte ab, Hoffnungswerte wie Tesla kamen unter die Räder.

New YorkDaten vom US-Arbeitsmarkt haben die Anleger an der Wall Street am Freitag verunsichert. Im Januar wurden mit 151.000 rund 40.000 weniger Jobs geschaffen als erwartet. Das schürte Sorgen um den Aufschwung der weltgrößten Volkswirtschaft. Allerdings fiel zugleich die getrennt erhobene Arbeitslosenquote um einen Tick auf 4,9 Prozent und damit den tiefsten Stand seit rund acht Jahren. Zudem stiegen die Stundenlöhne um 0,5 Prozent und damit stärker als von Experten erwartet. Das Dumme an den Daten: sie lösen nicht die Frage, ob es zu weiteren Zinserhöhungen in absehbarer Zeit kommen wird.

Nach der Achterbahnfahrt der vergangenen Tage endete der Dow-Jones-Index der Standardwerte 1,29 Prozent schwächer bei 16.204,83 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 1,85 Prozent auf 1880,02 Zähler. Den Index der Technologiebörse Nasdaq traf es besonders schlimm. Er rutschte um 3,44 Prozent auf 4024,47 Punkte ab.

„Der Arbeitsmarktbericht ist sicherlich nicht geeignet, die Fed wieder optimistischer zu stimmen“, sagte Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann. „Allerdings ist dennoch fraglich, ob die US-Notenbank tatsächlich alle Zinserhöhungsschritte für dieses Jahr abblasen wird.“ Analyst Sean Lynch von Wells Fargo Investment Institute liest aus den Daten, dass eine Zinserhöhung in diesem Jahr noch als Option auf dem Tisch liegen könnte.

Großer Verlierer unter den Einzelwerten war das Online-Portal LinkedIn mit einem Kurseinbruch von rund 43 Prozent. Das weltgrößte Karriere-Netzwerk verbuchte im vierten Quartal 2015 das langsamste Wachstum seit mehr als zwei Jahren und enttäuschte mit seiner Prognose für Umsatz und Gewinn in den ersten drei Monaten des Jahres. Der Kurs hat damit alle Gewinne seit Dezember 2012 ausradiert. Zusammen mit schwachen Ergebnissen bei Yahoo und negativen Prognosen für Twitter rechte es, um auch andere Hoffnungswerte wie Amazon, oder Tesla auf Talfahrt zu schicken. Bei Tesla haben in jüngster Zeit mehrere Analysten ihre Prognosen gesenkt. Tesla verloren überproportional 7,26 Prozent auf 162,60 Proozent. Die Quartalszahlen werden für kommende Woche erwartet. Bei den Softwareaktien brache Tableau um über 40 Prozent ein, Salesforce.com schlossen 13 Prozent schwächer.

Die Aktie von News Corp gab rund neun Prozent nach. Der Konzern von Medienmogul Rupert Murdoch, zu dem das „Wall Street Journal“ gehört, verbuchte das vierte Quartal in Folge einen Umsatzrückgang. Auch der Gewinn schrumpfte.

Am Dow-Ende fielen die Anteilsscheine des Sportartikelherstellers Nike um fast 5 Prozent. Spitzenreiter waren die Aktien des Pharmakonzerns Merck & Co. mit einem Plus von mehr als anderthalb Prozent.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent
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