Börse New York: Technik-Werte bringen Erholung - Richtung Nulllinie

Börse New York
Technik-Werte bringen Erholung - Richtung Nulllinie

Die US-Anleger schauen nach Europa - und sind beunruhigt. Sorgen über Griechenlands Schulden und den Ausgang des EU-Gipfels trübten die Stimmung, Tech-Aktien hellten sie auf. Am Ende verloren die US-Börsen ein wenig.
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New YorkDie wichtigsten US-Aktienindizes haben am Montag kaum verändert geschlossen. Nicht abebbende Sorgen um die Eurozone hätten risikoscheue Anleger zunächst zu Gewinnmitnahmen verleitet, sagten Händler. Im Verlauf erholten sich die Indizes aber in Richtung Nulllinie.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte zuletzt mit einem Minus von 0,1 Prozent bei 12.653 Punkten. Im Tagesverlauf pendelte der Leitindex zwischen 12.529 und 12.659 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500-Index schloss bei 1313 Punkten, ein Abschlag von 0,3 Prozent. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,2 Prozent auf 2811 Punkte. In Frankfurt ging der Dax mit einem Minus von einem Prozent bei 6444 Punkten aus dem Handel.

Insbesondere der deutsch-griechische Streit über eine internationale Kontrolle des Haushalts in dem Krisenland ließ Anleger vorsichtig agieren. Allerdings begrenzte der Beschluss zum vorzeitigen Start des Rettungsfonds ESM im Juli die Verluste.

Vor allem von Bankaktien gerieten wegen der Unsicherheit über das Ausmaß der Gläubigerbeteiligung beim Schuldenschnitt für Griechenland unter Druck. „Solange die Sache nicht unter Dach und Fach ist, wird es Sorgen geben“, sagte Miachael Yoshikami von YCMNet Advisors in Kalifornien. „Je länger es dauert, desto größer ist die Befürchtung, dass etwas faul ist. Seit langem heißt es, das eine Übereinkunft kurz bevorstehe.“

Auch die Daten zum Verhalten der US-Verbraucher gaben den Händlern keine positiven Impulse. Im Dezember stagnierten ihre Konsumausgaben zum Vormonat, wie das Handelsministerium mitteilte. Von Reuters befragte Analysten hatten ein Plus von 0,1 Prozent vorhergesagt.

„Das Tempo des US-Wachstums rechtfertigt die Gewinne in diesem Monat nicht“, sagte Joshua Brown von Fusion Analytics. „Zusammen mit der Rückkehr der Probleme in Europa sorgt das dafür, dass die Händler das Risiko wieder eher scheuen.“

Bei den Einzelwerten verzeichneten besonders die Finanztitel Verluste. Die Papiere der Bank of America verloren drei Prozent. Das Geldhaus hatte eine personelle Umbesetzung der Führungsspitze in seinem Investmentbanking angekündigt. Auch die Deutsche Bank musste in New York Federn lassen: Der Titel verzeichnete Abschläge von 4,1 Prozent. Die Aktien der Citigroup gaben 2,1 Prozent ab, Anteilsscheine von JPMorgan Chase verzeichneten ein Minus von 0,4 Prozent.

Gewinne bei Telekom- und Techwerten wie Apple hätten den Markt nach oben drehen lassen, sagten Händler. Dabei halfen auch Käufe von Investoren, die zuvor auf eine Korrektur gesetzt hatten und durch steigende Kurse auf dem falschen Fuß erwischt wurden und ihre Leerverkäufe eindecken mussten.

Zu den Gewinnern gehörte der Hersteller von elektronischen Bauteilen Thomas & Betts. Der Schweizer Konzern ABB kündigte an, das amerikanische Unternehmen für 3,9 Milliarden Dollar übernehmen zu wollen. Das Papier von Thomas & Betts sprang daraufhin gut 23 Prozent in die Höhe.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 740 Millionen Aktien den Besitzer. 1096 Werte legten zu, 1865 gaben nach und 123 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,65 Milliarden Aktien 847 im Plus, 1670 im Minus und 96 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Und jetzt kommen die beleidigende Kommentare von den Vertretern der deutschen Leitkultur!
    Wetten?

  • Wie, schon wieder?
    Die gleich überschrift kann man alle paar Tage in der HB lesen. Mal was anderes schreiben, es wird sonst eine langweilige Lekture.
    Wie wäre es damit:
    Der permanente Kapitaltransfer im Euroraum, von Süden nach Norden, über die Leistungsbilanzüberschüsse und -defizite, ist das Problem der Eurozone.
    Automatische Sanktionen bei Haushaltdefizite, wie immer wieder von Merkel verlangt, würden diesen Kapitaltransfer nicht verringern sonder verrgrössern.
    Wichtig und richtig wären Vertragsänderungen die diese Leistungsbilanzungleichgewichte verhindern, damit die schwächere Wirtschaften nicht von den stärkeren erstickt werden. (Beispiel Italien)
    Diese Änderungen wären, wegen der dadurch erzielte politische Stabilität, im Interesse Europas und folglich auch langfristig im Interesse Deutschland.

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