Börse New York
Technologiekonzerne stoppen Abwärtstrend

Die großen Technologiekonzerne konnten ihre Talfahrt stoppen. Der Jerusalem-Streit wirkt sich an der Wall Street kaum aus. Unbeeindruckt zeigten sih die Anleger vom milliardenschweren Aktienrückkauf bei Home Depot.
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New YorkDie US-Börsen haben am Mittwoch eine Verschnaufpause eingelegt. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss nach einem lustlosen Handelsverlauf 0,2 Prozent tiefer auf 24.140 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 stagnierte bei 2629 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verbesserte sich dagegen um 0,2 Prozent auf 6776 Punkte.

Bei den Einzelwerten gewannen die Aktien der großen Technologie-Konzerne Amazon, Microsoft, Facebook und der Google-Mutter Alphabet bis zu 1,9 Prozent. Sie hatten zuletzt überdurchschnittlich verloren. Die geplante US-Steuerreform verhindere größere Kursgewinne, sagte Andre Bakhos, Geschäftsführer des Vermögensverwalters Janlyn. In der Gesetzesvorlage des Senats waren Steuerprivilegien für die Technologiebranche gestrichen worden. Investoren hoffen nun darauf, dass dies in der Abstimmung mit dem Repräsentantenhaus wieder rückgängig gemacht wird.

Die Spannungen in Nahost spielten an der Wall Street dagegen nur eine untergeordnete Rolle. US-Präsident Donald Trump setzte sich über alle Warnungen der internationalen Gemeinschaft hinweg und anerkannte Jerusalem als Hauptstadt Israels. In einer Rede im Weißen Haus kündigte Trump am Mittwoch zugleich an, dass die US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem verlegt werden solle. Vertreter der Palästinenser und führende Politiker vieler Staaten hatten bereits im Vorfeld gewarnt, dass diese Entscheidung zu einem Wiederaufflammen der Gewalt im Nahen Osten führen könnte. Sie befürchten, dass der ohnehin schon stockende Friedensprozesses ganz zum Erliegen kommt.

In Europa hatte die Furcht vor neuen Auseinandersetzungen im Nahen Osten Dax und EuroStoxx50 jeweils ein knappes halbes Prozent ins Minus gedrückt. Auch die auslaufende Zwischenfinanzierung für den US-Haushalt blendeten Investoren weitgehend aus. Ohne eine erneute Anhebung der Schuldenobergrenze droht ein Regierungsstillstand.

Mit einem Kursplus von zeitweise knapp 120 Prozent gehörte Madrigal zu den Favoriten an der Wall Street. Ein Mittel der Pharmafirma gegen Fettleber lieferte Firmenangaben zufolge ermutigende Test-Ergebnisse. Bislang gibt es für diese Krankheit, die in den Industrienationen auf dem Vormarsch ist, noch keine zugelassene Behandlung. Die Madrigal-Akgie ging mit einem Plus von 88 Prozent aus dem Handel.

Die Papiere von H&R Block legten gut zehn Prozent zu, nachdem die Steuerberatungsfirma einen überraschend hohen Quartalsumsatz bekanntgegeben hatte.

Home Depot dagegen konnte mit einem 15 Milliarden Dollar schweren Aktienrückkauf-Programm bei Anlegern nicht punkten. Die Titel der größten US-Baumarktkette büßten 1,1 Prozent ein. "Am Freitag hatten sie allerdings ein Rekordhoch markiert", sagte Analyst David Madden vom Online-Broker CMC Markets. "Gewinnmitnahmen sind daher nachvollziehbar."

An der New York Stock Exchange wechselten rund 800 Millionen Aktien den Besitzer. 1229 Werte legten zu, 1669 gaben nach und 155 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,86 Milliarden Aktien 1018 im Plus, 1921 im Minus und 194 unverändert.

Die US-Kreditmärkte waren als sicherer Hafen gefragt und legten zu. Die zehnjährigen Staatsanleihen gewannen 7/32 auf 99-9/32. Die Rendite fiel auf 2,3314 Prozent. Der 30-jährige Bond erhöhte sich um 7/32 auf 100-19/32 und rentierte mit 2,7208 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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