Börse New York
Tiffany verzaubert US-Anleger

Nach dem gestrigen Ausverkauf gewinnen die US-Börsen am Mittwoch wieder an Boden. Für ein Glanzlicht sorgte Tiffany. Die Schmuckstücke des Juweliers sind so gefragt, dass das Unternehmen dem starken Dollar trotzt.
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New YorkHoffnungen auf einen Durchbruch im Schuldenstreit mit Griechenland haben am Mittwoch auch den US-Börsen zu Kursgewinnen verholfen. Auslöser waren zuversichtliche Äußerungen des griechischen Regierungschefs Alexis Tsipras. Seinen Worten nach befinden sich die Gespräche mit den Geldgebern auf der Zielgeraden.

Obwohl dies von den Gläubigern nicht bestätigt wurde, gab Tsipras damit dem Euro Auftrieb. Die Verluste des Dollar wiederum lösten Erleichterung an der Wall Street aus. Denn ein starker Dollar schmälert die Geschäftschancen von US-Unternehmen im Ausland.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,7 Prozent fester auf 18.163 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 stieg 0,9 Prozent auf 2123 Zähler. Der Nasdaq-Composite gewann 1,5 Prozent auf 5106 Punkte und ging damit auf einem Rekordhoch aus dem Handel.

„Der Markt ist offenbar in einer Erholungsrally“, sagte Peter Cardillo, Marktökonom bei Rockwell Global Capital. „Es sieht aus, als ob er Atem holt nach dem Ausverkauf gestern.“ Am Dienstag hatten die US-Börsen so deutlich nachgegeben wie seit drei Wochen nicht mehr. In Frankfurt schloss der Dax 1,3 Prozent im Plus auf 11.771 Zählern.

Unter den Einzelwerten an der Wall Street sorgten Tiffany für ein Glanzlicht. Der Edeljuwelier leidet zwar unter dem starken Dollar. Dank kräftiger Nachfrage nach einer neuen Schmuckkollektion erzielte er im abgelaufenen Quartal aber mehr Umsatz und Gewinn als erwartet. Die Tiffany-Aktie schoss um mehr als zehn Prozent in die Höhe.

Dagegen stürzte der Kurs des Handtaschenherstellers Michael Kors um 24 Prozent ab. Das Umsatzplus des Unternehmens fiel im vergangenen Vierteljahr so schwach aus wie seit dem Börsengang 2011 nicht mehr.

Für Aufsehen am Markt sorgte eine Milliardenfusion, die sich in der Chipbranche anzubahnen scheint. Der Hersteller Avago Technologies wolle Broadcom kaufen, berichtete das „Wall Street Journal“. Die Gespräche seien fortgeschritten. Die Bedingungen für das Geschäft und dessen Zeitpunkt seien noch unklar. Broadcom litt zuletzt unter dem scharfen Wettbewerb mit Konkurrenten wie Qualcomm oder MediaTek. Die US-Chipaktien legten deutlich zu. Broadcom-Papiere verteuerten sich um fast 22 Prozent, Avago-Anteilsscheine stiegen rund acht Prozent, Nvidia -Papiere 5,3 Prozent und Intel -Aktien gewannen 1,8 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 720 Millionen Aktien den Besitzer. 2242 Werte legten zu, 808 gaben nach und 140 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,79 Milliarden Aktien 1927 im Plus, 845 im Minus und 130 unverändert.

Die US-Kreditmärkte legten zu. Die zehnjährigen Staatsanleihen gewannen 1/32 auf 99-30/32. Die Rendite sank auf 2,132 Prozent. Der 30-jährige Bond erhöhte sich um 10/32 auf 102-16/32 und rentierte mit 2,875 Prozent. Händler erklärten die Kursaufschläge mit Käufen der Investoren zum Monatsende. Außerdem seien die Bonds als sicherer Hafen gesucht gewesen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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