Börse New York
Trump und schwache Zahlen drücken US-Börsen

Trumps dreimonatiges Einreiseverbot für Reisende aus sieben mehrheitlich muslimischen Ländern wirkt auch an der Börse nach. Angesichts der politischen Unsicherheit gehen die US-Aktienmärkte mit Kursverlusten aus dem Tag.
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New YorkEnttäuschende Quartalszahlen sowie irritierende Ankündigungen von US-Präsident Donald Trump haben die Wall Street auch am Dienstag auf Talfahrt geschickt. Börsianer zeigten sich beunruhigt über isolationistische Schritte der neuen Regierung, etwa die umstrittenen Reisebeschränkungen. Diese wurden insbesondere als Nachteil für die Technologiebranche gewertet. "Das beeinträchtigt sicherlich den Zugang des Sektors zu hoch qualifiziertem Personal", sagte Portfoliomanager Brant Houston vom Vermögensverwalter Atlantic Trust.

Der Leitindex Dow Jones ging mit einem Minus von 0,5 Prozent bei 19.864 Punkten aus dem Handel. Bereits am Montag war der Dow-Jones-Index wieder unter die Marke von 20.000 Punkten gerutscht, die er in der Vorwoche erstmals geknackt hatte. Der breiter gefasste S&P-500 sank 0,1 Prozent auf 2278 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq notierte nahezu unverändert bei 5614 Stellen. Auf Monatssicht gewann der Dow Jones 0,5 Prozent, der S&P stieg 1,8 Prozent und die Nasdaq legte 4,3 Prozent zu.

Technologiewerte gaben am Dienstag im Schnitt 0,6 Prozent nach. Investoren verfolgten gespannt das Vorgehen von Firmen der Branche gegen die Regierung in Washington. Führende Vertreter von US-Technologiekonzernen wollten über eine Unterstützung für Klagen gegen das von Trump angeordnete Einreiseverbot für Menschen aus sieben überwiegend muslimischen Ländern beraten. Microsoft -Aktien gaben 0,7 Prozent nach, Apple 0,3 Prozent. Der Quartalsbericht von Apple wurde nach Börsenschluss erwartet.

Im Blick standen eine Reihe von Quartalsberichten. Mit Enttäuschung reagierten Anleger etwa auf die Zahlen des Paketversenders UPS und des Sportartikelherstellers Under Armour. UPS brachen um 6,7 Prozent ein, Under Armour sogar um 25,7 Prozent. Zur schlechten Stimmung am Markt trug eine überraschende Eintrübung des Konsumklimas bei.

US-Kritik an Deutschland drückt Dax

Zu den Gewinnern zählten dagegen Aktien der Gesundheitsbranche, die im Handelsverlauf weiter Fahrt aufnahmen und im Schnitt 1,4 Prozent zulegten. Auslöser waren Äußerungen Trumps. Der Präsident forderte zwar niedrigere Arzneimittelpreise und eine verstärkte Pharmaproduktion in den USA. Als positiv werteten Anleger aber seine Zusage, die Zulassungsverfahren für Medikamente zu vereinfachen.

In Frankfurt schloss der Dax 1,3 Prozent im Minus bei 11.535 Punkten. Belastet wurde er insbesondere von Äußerungen von Trumps Chef-Wirtschaftsberater Peter Navarro. Dieser warf Deutschland vor, sich mit einem relativ schwachen Euro Handelsvorteile zulasten der USA zu verschaffen.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,1 Milliarden Aktien den Besitzer. 1857 Werte legten zu, 1059 gaben nach und 170 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von etwa zwei Milliarden Aktien 1765 Werte im Plus, 1108 im Minus und 193 unverändert.

Die zehnjährigen Staatsanleihen gewannen 6/32 auf 96-01/32. Die Rendite sank auf 2,4587 Prozent. Der 30-jährige Bond erhöhte sich um 8/32 auf 96-10/32 und rentierte mit 3,0637 Prozent. Äußerungen von Trump und Navarro über den Dollar wirkten destabilisierend, sagten Marktstrategen. Dies ließ Investoren bei sichereren Anlagen wie Staatsanleihen zugreifen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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