Börse New York
Trump verstimmt US-Anleger mit ersten Amtshandlungen

Die Zuversicht der Anleger nach der Wahl von US-Präsident Donald Trump bröckelte am ersten vollen Handelstag nach seiner Amtseinführung. Stattdessen setzte Furcht vor einer protektionistischen Handelspolitik ein.
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New YorkMit seinen ersten Amtshandlungen hat der neue US-Präsident Donald Trump am Montag den Anlegern am Aktienmarkt die Kauflaune verdorben. Die Investoren hätten vor allem auf weniger Regulierungen, ein Konjunkturprogramm und Steuersenkungen unter Trump gesetzt, sagte ein Händler. „Und nun schüren seine ersten Amtshandlungen die Sorge vor einem protektionistischen Amerika“, sagte ein Händler.

Mit einem Paket von Maßnahmen will Trump die Industrieproduktion in den USA ankurbeln. Per Erlass ordnete er den Austritt aus dem gerade erst verhandelten Freihandelsabkommen mit einigen Pazifik-Staaten (TPP) an. Zudem will er die Neuverhandlung des nordamerikanischen Freihandelsabkommens Nafta in Angriff nehmen. Details zu Steuersenkungen und Infrastrukturmaßnahmen gibt es weiter nicht.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,1 Prozent tiefer auf 19.799 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 sank 0,2 Prozent auf 2265 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq trat bei 5552 Punkten auf der Stelle. Die Börsen hatten seit der Wahl Trumps rund zehn Prozent zugelegt.

„Potenzielle Investoren stochern weiter in Sachen konkreter Trump-Politik im Nebel“, sagte CMC-Markets-Analyst Jochen Stanzl und fügte mit Blick auf mögliche Handelsbeschränkungen hinzu: „Das mulmige Gefühl, dass hier einiges auf die Wirtschaft und damit die Börsen zukommen wird, ist deutlich spürbar.“

Auch über den Regierungsstil Trumps sind einige Börsianer verunsichert. So stritt sich der neue US-Präsident am Wochenende mit den Medien über die Zuschauerzahlen bei seiner Vereidigung. Börsianer fürchten eine Achterbahnfahrt unter Trump.

Bei den Einzelwerten zählten die Titel von McDonald's mit einem Abschlag von rund einem Prozent zu den Verlierern. Die weltgrößte Schnellimbisskette machte im vierten Quartal erneut weniger Umsatz. Die rote Laterne im Dow Jones trugen aber General Electric mit einem Abschlag von 2,6 Prozent. Der Siemens-Rivale hatte am vergangenen Freitag die Anleger mit seiner Bilanz enttäuscht. Einige Analysten senkten ihre Kursziele etwas.

Die Anteilsscheine des Krankenversicherers Aetna ließen 2,7 Prozent Federn. Ein US-Bundesgericht untersagte das milliardenschwere Fusionsvorhaben der beiden Rivalen Aetna und Humana. Ein Zusammenschluss würde dem Wettbewerb schaden, begründete der zuständige Richter sein Urteil. Aetna wollte Humana für 34 Milliarden Dollar übernehmen.

Zu den größten Verlierern gehörten auch die Anteilsscheine von Qualcomm mit einem Abschlag von fast 13 Prozent. Apple verklagt seinen Chiplieferanten auf eine Milliarde Dollar Schadenersatz. Der iPhone-Hersteller wirft Qualcomm in einer Klageschrift vor, für seine Speicherchips zu viel Geld verlangt zu haben. Zudem beschuldigt Apple den Zulieferer, Rabatte im Volumen von rund einer Milliarde Dollar zurückgehalten zu haben. Qualcomm wies die Vorwürfe zurück.

In Frankfurt schloss der Dax 0,7 Prozent tiefer auf 11.545 Punkten, der EuroStoxx50 verlor ebenfalls fast ein Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 750 Millionen Aktien den Besitzer. 1590 Werte legten zu, 1331 gaben nach und 149 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,63 Milliarden Aktien 1174 im Plus, 1672 im Minus und 222 unverändert.

Die US-Kreditmärkte waren wegen der Trump-Verunsicherung als sicherer Hafen gefragt und legten zu. Die zehnjährigen Staatsanleihen gewannen 18/32 auf 96-17/32. Die Rendite sank auf 2,3989 Prozent. Der 30-jährige Bond erhöhte sich um 1-5/32 auf 97-26/32 und rentierte mit 2,9862 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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