Börse New York Trump verstimmt US-Anleger mit ersten Amtshandlungen

Die Zuversicht der Anleger nach der Wahl von US-Präsident Donald Trump bröckelte am ersten vollen Handelstag nach seiner Amtseinführung. Stattdessen setzte Furcht vor einer protektionistischen Handelspolitik ein.
Update: 24.01.2017 - 00:22 Uhr Kommentieren

Trump schockt die Börse direkt am ersten Tag

Trump schockt die Börse direkt am ersten Tag

New YorkMit seinen ersten Amtshandlungen hat der neue US-Präsident Donald Trump am Montag den Anlegern am Aktienmarkt die Kauflaune verdorben. Die Investoren hätten vor allem auf weniger Regulierungen, ein Konjunkturprogramm und Steuersenkungen unter Trump gesetzt, sagte ein Händler. „Und nun schüren seine ersten Amtshandlungen die Sorge vor einem protektionistischen Amerika“, sagte ein Händler.

Mit einem Paket von Maßnahmen will Trump die Industrieproduktion in den USA ankurbeln. Per Erlass ordnete er den Austritt aus dem gerade erst verhandelten Freihandelsabkommen mit einigen Pazifik-Staaten (TPP) an. Zudem will er die Neuverhandlung des nordamerikanischen Freihandelsabkommens Nafta in Angriff nehmen. Details zu Steuersenkungen und Infrastrukturmaßnahmen gibt es weiter nicht.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,1 Prozent tiefer auf 19.799 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 sank 0,2 Prozent auf 2265 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq trat bei 5552 Punkten auf der Stelle. Die Börsen hatten seit der Wahl Trumps rund zehn Prozent zugelegt.

Das wurde 2016 aus 100.000 Euro
Platz 27: Aktien Nigeria
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Euro-Investoren, die im vergangenen Jahr an der kleinen nigerianischen Börse investierten, machten ein sehr schlechtes Geschäft. Das lag gar nicht mal an den Aktien selbst, der Leitindex Nigeria All Share verlor zwar „nur“ sieben Prozent. Das lag vor allem daran, dass der bevölkerungsreichste afrikanische Staat stark von den Öleinnahmen ist. Doch am 20. Juni gab die Zentralbank die Anbindung der heimischen Währung Naira an den Dollar auf. Die darauf folgende deutliche Abwertung der Währung Naira zu vielen Währungen macht die Aktien aber zum weltweit größten Verlustbringer. Wer Anfang des Jahres theoretisch 100.000 Euro an der Börse in Nigeria investierte, hat jetzt nur noch 61.390 Euro auf dem Konto. Privatanleger können jedoch kaum in Nigeria direkt investieren, es gibt auch keine Zertifikate oder börsengehandelte Indexfonds auf den Nigeria All Share.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Platz 26: Ghana
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Auch gezielte Investitionen an der Börse in Ghana sind für hiesige Privatanleger kaum möglich. Das ist auch gut so. Denn der Aktienindex der ebenfalls sehr kleinen Börse in Ghana, entwickelte sich sehr schlecht. Die agrarisch strukturierte  Wirtschaft des als Musterdemokratie auf dem Kontinent geltenden Landes,  schrumpft. Das Land ist stark vom Export von Rohstoffen wie Gold, Öl, Kakao und Edelhölzern abhängig. Dabei steigen zwar im vergangenen Jahr viele Rohstoffpreise, doch der Kakaopreis brach um fast ein Drittel ein. Von 100.000 in Ghana investierten Euro blieben bis Jahresende nur 77.840 Euro übrig.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

 

Platz 25: Aktien Ägypten
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Noch dramatischer als in Nigeria schlägt in Ägypten die Währungsentwicklung zu Buche. Dort gab die Zentralbank im November den Wechselkurs des ägyptischen Pfunds frei, das daraufhin abstürzte. Das bescherte Anlegern, die im Januar 100.000 Euro in den Leitindex EGX 30 investierten einen Verlust von 20.430 Euro, so dass nur noch 79570 Euro übrig bleiben. Das fast Tragische dabei: Die Abwertung beflügelten den Aktienmarkt. Der EGX 30 selbst gehört in Lokalwährungen gerechnet mit einem Plus von mehr als 70 Prozent zu den weltweit besten Börsen und stieg auf ein Rekordhoch nach dem anderen.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Platz 24: Aktien China
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Der Entwicklung der chinesischen Wirtschaft verunsichert Anleger weltweit seit anderthalb Jahren. Das spiegelt sich auch der Börse wider. Der Leitindex CSI 300, der die 300 größten Aktien Festlandchinas erfasst, verlor über elf Prozent. Da gleichzeitig der Yuan zum Euro weiter abwertete, bleiben Anlegern die 100.000 Euro in den Index investiert haben, nur 85.450 Euro übrig.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Platz 23: Britisches Pfund
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Das knappe Votum der Briten für einen Austritt aus der Europäischen Union schockte am 24. Juni Europa die ganze westliche Welt. Der britische Aktienmarkt erholte sich – wie auch andere europäische Börsen – von dem Schock zwar recht schnell. Auf Jahressicht hat der Leitindex Footsie deshalb in Pfund gerechnet über 14 Prozent zugelegt und stieg Ende Dezember sogar auf ein Allzeithoch. Doch das britische Pfund selbst steht weiter unter massivem Druck. Zum Euro hat es in diesem Jahr gut 13 Prozent verloren und damit so viel wie keine andere Hauptwährung. Aus 100.000 in Pfund investierten Euro wurden so nur noch 86.980 Euro.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Platz 22: Mexikanischer Peso
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Dem mexikanischen Peso – dem zweitgrößten Verlierer der Hauptwährungen zum Euro – machte der Wahlsieg von Donald Trump zum US-Präsidenten zu schaffen. Kein Wunder, die USA sind Mexikos wichtigster Handelspartner, doch Trump will den Handel massiv besteuern und die Grenzen zu Mexiko dichter machen- auch wenn zuletzt vom dem im Wahlkampf propagierten Mauerbau nichts mehr zu hören war. Wer zu Jahresbeginn 100.000 Euro in mexikanischen Peso anlegt, verfügte Ende des Jahres jetzt nur noch über 89.510 Euro. Mexikos Leitindex IPC legte aber um zumindest rund sechs Prozent zu.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Platz 21: Sparbuch
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Seit Jahren lässt sich mit dem Sparbuch nichts mehr verdienen. So war es auch 2016. Wer Anfang des Jahres 100.000 Euro anlegt hat einen Gewinn von gerade mal 50 Euro – entsprechend von 0,05 Prozent gemacht. Immerhin verloren Anleger aber zumindest nominal – also ohne Berücksichtigung der Inflation – auch nichts.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

„Potenzielle Investoren stochern weiter in Sachen konkreter Trump-Politik im Nebel“, sagte CMC-Markets-Analyst Jochen Stanzl und fügte mit Blick auf mögliche Handelsbeschränkungen hinzu: „Das mulmige Gefühl, dass hier einiges auf die Wirtschaft und damit die Börsen zukommen wird, ist deutlich spürbar.“

Auch über den Regierungsstil Trumps sind einige Börsianer verunsichert. So stritt sich der neue US-Präsident am Wochenende mit den Medien über die Zuschauerzahlen bei seiner Vereidigung. Börsianer fürchten eine Achterbahnfahrt unter Trump.

Bei den Einzelwerten zählten die Titel von McDonald's mit einem Abschlag von rund einem Prozent zu den Verlierern. Die weltgrößte Schnellimbisskette machte im vierten Quartal erneut weniger Umsatz. Die rote Laterne im Dow Jones trugen aber General Electric mit einem Abschlag von 2,6 Prozent. Der Siemens-Rivale hatte am vergangenen Freitag die Anleger mit seiner Bilanz enttäuscht. Einige Analysten senkten ihre Kursziele etwas.

Die Anteilsscheine des Krankenversicherers Aetna ließen 2,7 Prozent Federn. Ein US-Bundesgericht untersagte das milliardenschwere Fusionsvorhaben der beiden Rivalen Aetna und Humana. Ein Zusammenschluss würde dem Wettbewerb schaden, begründete der zuständige Richter sein Urteil. Aetna wollte Humana für 34 Milliarden Dollar übernehmen.

Zu den größten Verlierern gehörten auch die Anteilsscheine von Qualcomm mit einem Abschlag von fast 13 Prozent. Apple verklagt seinen Chiplieferanten auf eine Milliarde Dollar Schadenersatz. Der iPhone-Hersteller wirft Qualcomm in einer Klageschrift vor, für seine Speicherchips zu viel Geld verlangt zu haben. Zudem beschuldigt Apple den Zulieferer, Rabatte im Volumen von rund einer Milliarde Dollar zurückgehalten zu haben. Qualcomm wies die Vorwürfe zurück.

In Frankfurt schloss der Dax 0,7 Prozent tiefer auf 11.545 Punkten, der EuroStoxx50 verlor ebenfalls fast ein Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 750 Millionen Aktien den Besitzer. 1590 Werte legten zu, 1331 gaben nach und 149 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,63 Milliarden Aktien 1174 im Plus, 1672 im Minus und 222 unverändert.

Die US-Kreditmärkte waren wegen der Trump-Verunsicherung als sicherer Hafen gefragt und legten zu. Die zehnjährigen Staatsanleihen gewannen 18/32 auf 96-17/32. Die Rendite sank auf 2,3989 Prozent. Der 30-jährige Bond erhöhte sich um 1-5/32 auf 97-26/32 und rentierte mit 2,9862 Prozent.

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