Börse New York
Trumps Drohung an Nordkorea schreckt Wall Street auf

Tagsüber lief noch alles gut. Die Unternehmenszahlen trieben die US-Börsen an. Dann drohte US-Präsident Donald Trump Nordkorea mit aggressiven Worten - und die Kurse an der Wall Street drehten am Nachmittag ins Minus.
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New YorkUS-Präsident Donald Trump hat mit seiner Drohung an Nordkorea die Rekordjagd an den US-Börsen vorerst beendet. Die Kurse drehten am späten Nachmittag ins Minus. Trump sagte, er werde mit „Feuer und Zorn“ reagieren, wenn Nordkorea eine Gefahr für die USA darstelle. Das Land hat nach japanischen Angaben bei seinem Atomwaffenprogramm erhebliche Fortschritte gemacht. „Trumps Antwort war aggressiv, und deswegen hat der Markt gedreht“, sagte Ken Polcari, Experte bei O'Neil Securities.

Zuvor hatten gute Geschäftszahlen vieler Unternehmen für gute Stimmung an der Börse gesorgt. Die Ergebnisse fielen im abgelaufenen Quartal besser aus als erwartet. Fachleute gehen nun davon aus, dass der Gewinn der großen Firmen im Schnitt um 11,8 Prozent gestiegen ist - noch im Juli hatten sie lediglich plus acht Prozent vorhergesagt.

Der Dow Jones schloss 0,15 Prozent tiefer bei 22.085 Punkten, damit endete die längste Gewinnserie seit Februar. Der S&P500-Index verlor 0,2 Prozent auf 2475 Zähler, der Index der Technologie-Börse Nasdaq gab ebenfalls 0,2 Prozent nach auf 6370 Stellen. In Frankfurt ging der Dax 0,3 Prozent höher mit 12.292 Punkten aus dem Handel.

Die Papiere von Michael Kors schnellten mehr als ein Fünftel nach oben. Der Umsatz- und Gewinnschwund des für seine Handtaschen bekannten Modekonzerns fiel im abgelaufenen Quartal geringer aus als befürchtet. Daraufhin hob das Unternehmen seine Geschäftsziele an. Beim Konkurrenten Ralph Lauren schrumpften die Erlöse zwar ebenfalls, die Firma kehrte aber in die Gewinnzone zurück. Die Papiere stiegen hier um 13,3 Prozent.

Avis Budget-Titel gaben dagegen fast zehn Prozent nach. Der Autovermieter verfehlte bei Umsatz und Gewinn das dritte Quartal in Folge die Erwartungen. Außerdem strich die Firma ihre Gesamtjahresziele zusammen.

Die Aktien von Seaworld Entertainment büßten hingegen mehr als sechs Prozent ein. Der Themenmarktbetreiber hatte mit seinem Umsatz die Erwartungen verfehlt.

Für Aufsehen sorgten die Aktien von FibroGen mit einem Kurssprung um knapp die Hälfte. Das Biotech-Unternehmen hatte einen Studienerfolg für das Medikament Pamrevlumab vermeldet.

Bei den Papieren von Foot Locker verhalf eine positive Studie der Bank Morgan Stanley zu einem Aufschlag von rund 2,5 Prozent. Analyst Jay Sole hatte sich überzeugt gezeigt, dass der auf Sportartikel spezialisiere Handelskonzern der Konkurrenz durch den Online-Riesen Amazon trotzen kann.

Spitzenreiter im Dow waren die Anteilscheine des Technologiekonzerns Apple, die um fast ein Prozent stiegen. Weiterhin trieb die Aussicht auf die baldige Einführung eines neuen iPhone-Modells die Aktien an. Bei fast 162 Dollar hatten sie zwischenzeitlich ein Rekordhoch erreicht. Am Indexende büßten die Anteilscheine des IT-Urgesteins IBM rund ein Prozent ein.

Der Kurs des Euro lag zur Schlussglocke an der Wall Street bei 1,1750 US-Dollar und litt damit unter den robusten Daten vom Arbeitsmarkt der Vereinigten Staaten. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1814 (Montag: 1,1797) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8465 (0,8477) Euro.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,77 Milliarden Aktien den Besitzer. 1053 Werte legten zu, 1825 gaben nach und 179 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,91 Milliarden Aktien 1168 im Plus, 1712 im Minus und 228 unverändert.

An den US-Kreditmärkten verloren die zehnjährigen Staatsanleihen 5/32 auf 100.28/32. Sie rentierten mit 2,277 Prozent. Die 30-jährigen Bonds gaben 14/32 auf 102.27/32 nach und hatten eine Rendite von 2,858 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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