Börse New York
Trumps Haushaltsplan wie erwartet

Anleger zeigten sich erleichtert, dass es keine neuen Überraschungen rund um den US-Präsidenten gab. Trumps Haushaltsplan und der Anschlag in Manchester wirkten sich kaum auf die Börsen aus. Gefragt waren Finanzwerte.
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New YorkDie US-Börsen haben am Dienstag nach zwischenzeitlichen Verlusten erneut fester geschlossen. Die Anleger seien erleichtert gewesen, dass es keine neuen Überraschungen rund um US-Präsident Donald Trump gegeben habe, sagten Analysten. Der im Laufe des Tages vorgelegte Haushaltsplan des Präsidenten sei weitgehend wie erwartet ausgefallen. „Damit ist der Markt zufrieden“, sagte Wade Balliet, Chef-Investmentstratege bei der Bank of the West. Etwas auf die Stimmung drückten gleichwohl schwache Konjunkturdaten, sagten Händler. Der Selbstmordanschlag in Manchester hatte indes keine nennenswerten Auswirkungen auf die Kurse.

Der Dow-Jones-Index der US-Standardwerte beendete den Handel 0,2 Prozent höher bei 20.938 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 stieg um knapp 0,2 Prozent auf 2398 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,1 Prozent auf knapp 6139 Punkte. Der Dax schloss in Frankfurt mit 12.659 Punkten 0,3 Prozent höher.

Im ersten Etatplan unter Trump geht die Regierung von einem Wirtschaftswachstum von drei Prozent aus. Einsparungen von 3,6 Billionen Dollar binnen zehn Jahren sind zudem vorgesehen. „Es gab keine großen Überraschungen“, äußerte sich Stratege Balliet zufrieden.

Bankaktien gehörten zu den Favoriten im Dow. So zogen die Papiere von Goldman Sachs an der Index-Spitze um 1,68 Prozent auf 219,64 US-Dollar an. Unter den Einzelwerten waren vor allem Finanzwerte gefragt. So verteuerten sich die Aktien von JPMorgan um 1,2 Prozent, die von Morgan Stanley um 1,8 Prozent.

Außerhalb des US-Leitindex sprangen die Papiere von Bunge um 16,60 Prozent nach oben. Der in der Schweiz beheimatete Rohstoffkonzern Glencore greift nach dem Agrarhändler. Das nicht-konsolidierte Gemeinschaftsunternehmen Glencore Agriculture Limited hatte die Amerikaner informell kontaktiert.

Das US-Justizministerium verklagte derweil Fiat Chrysler wegen angeblichen Abgas-Betrugs. Die Zivilklage beschuldigt den italienisch-amerikanischen Autobauer, illegale Software zur Abgaskontrolle in rund 104 000 Dieselwagen installiert zu haben. Mit dem Rechtsstreit erreicht der seit Anfang des Jahres laufende Konflikt eine neue Eskalationsstufe. Die Anleger reagierten verschreckt, der Aktienkurs fiel um rund 4 Prozent. Papiere von Autozone sackten um fast zwölf Prozent ab. Der Auto-Zulieferer hat mit seinen Quartalszahlen Anleger enttäuscht.

Unter den Technologiewerten gaben die Papiere von Apple etwas nach. Positiv bewerteten die Anleger zwar, dass ein Patentstreit zwischen dem iPhone-Hersteller und Nokia beigelegt und ein mehrjähriges Lizenzabkommen unterzeichnet worden war, wodurch Nokia neben einer Vorab-Zahlung regelmäßig in diesem Zeitraum weitere Beträge erhält. Etwas auf die Stimmung drückte allerdings ein Bericht der Marktforschungsfirma Gartner. Chinesische Smartphone-Anbieter gewännen immer höhere Marktanteile hinter den beiden Branchenführern Samsung und Apple, hieß es dort.

Schlusslicht im Nasdaq 100 waren die Anteilsscheine von Alexion mit einem Verlust von mehr als 9 Prozent. Der neue Vorstandschef des auf seltene lebensbedrohliche Erkrankungen konzentrierten Biotechunternehmens hatte sich gleich von vier leitenden Mitarbeitern getrennt, unter ihnen auch der erst im Dezember ernannte Finanzchef. Ein Analyst wertete dies als klaren personellen Schnitt der Firma, die zuletzt unter Zweifeln an den Erlösen mit ihrem Medikament Soliris gelitten hatte.

Der Euro zollte seinem jüngsten Höhenflug Tribut und fiel unter 1,12 US-Dollar. Zuletzt notierte die Gemeinschaftswährung bei 1,1183 Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1215 (Montag: 1,1243) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8917 (0,8894) Euro.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,77 Milliarden Aktien den Besitzer. 1738 Werte legten zu, 1173 gaben nach und 167 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,69 Milliarden Aktien 1487 im Plus, 1342 im Minus und 243 unverändert.

Die US-Kreditmärkte gaben nach. Die zehnjährigen Staatsanleihen verloren 9/32 auf 100-25/32. Die Rendite stieg auf 2,287 Prozent. Der 30-jährige Bond sank 22/32 auf 100-31/32 und rentierte mit 2,950 Prozent.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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