Börse New York: Trumps Pressekonferenz ist eine Luftnummer

Börse New York
Trumps Pressekonferenz ist eine Luftnummer

Kein Wort über Steuersenkungen, Infrastrukturprogramme oder Deregulierung. Donald Trumps erste Pressekonferenz seit seinem Wahlsieg kommt ohne Hinweise auf seine Wirtschaftspolitik aus. Das missfällt der Wall Street.
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New YorkEnttäuschung über den Auftritt des künftigen US-Präsidenten Donald Trump hat am Donnerstag die Wall Street belastet. Anleger bemängelten, Trump habe auf seiner Pressekonferenz am Mittwoch nicht erläutert, wie er den versprochenen Wirtschaftsboom erreichen will. Weder zu Steuersenkungen und Infrastrukturinvestitionen noch zum Thema Deregulierung habe er Details genannt, bemängelten Investoren.

Dem Markt sei ein bisschen der Wind aus den Segeln genommen worden, sagte Analyst Jeff Zipper von Private Client Reserve. „Es wird höchstwahrscheinlich zu weiteren Schwankungen kommen, wenn er sein Programm nicht durchbekommt oder es länger dauert als gedacht.“ Die Hoffnung auf ein großangelegtes Konjunkturprogramm hatte die Börsen seit Trumps Wahlsieg Anfang November in die Höhe getrieben.

„Wie bei vergangenen Auftritten blieb Trump nahezu alle Antworten schuldig“, kommentiert Dirk Gojny, Experte bei der National-Bank. Es sei jedoch deutlich geworden, dass es wahrscheinlich nicht unerhebliche Einschränkungen im Freihandel geben könne. „Insgesamt ist die Pressekonferenz aus Sicht der Investoren als Enttäuschung zu verbuchen. Vermutlich sehen die US-Notenbanker das ähnlich.“ Die in der vergangenen Woche weniger als erwartet gestiegenen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe belasteten in diesem Umfeld den Anleihemarkt kaum.

Der Dow-Jones -Index der Standardwerte ging 0,3 Prozent tiefer aus dem Handel mit 19.891 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 0,2 Prozent auf 2270 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sank 0,3 Prozent auf 5547 Stellen. In Frankfurt schloss der Dax 1,1 Prozent tiefer auf 11.521 Punkten.

In New York standen wie bereits am Mittwoch Pharmawerte unter Druck. Trump hatte die Branche insbesondere wegen der seiner Ansicht nach zu hohen Medikamentenpreise scharf attackiert. Der Viagra-Hersteller Pfizer verlor 0,7 Prozent an Börsenwert, Konkurrent Mylan 1,4 Prozent. Merck konnte sich allerdings mit einem Kursanstieg von 0,9 Prozent gegen den Trend stemmen. Hintergrund sind verschiedene Heraufstufungen durch Analysten.

Nach schwerwiegenden Vorwürfen der US-Umweltbehörden brachen die Wertpapiere von Fiat Chrysler in New York zeitweise um knapp 18 Prozent ein - so stark wie noch nie. Der Kurs erholte sich aber wieder etwas und schloss noch 10,3 Prozent im Minus. Der US-Umweltbehörde EPA zufolge hat der Autobauer in Diesel-Fahrzeugen eine illegale Software eingesetzt, die eine Überschreitung der erlaubten Schadstoffemissionen ermögliche. Der Konzern wies dies vehement zurück und bezeichnete sein Vorgehen als rechtens.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,8 Milliarden Aktien den Besitzer. 1142 Werte legten zu, 1768 gaben nach und 159 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,8 Milliarden Aktien 962 im Plus, 1883 im Minus und 204 unverändert.

Die US-Kreditmärkte tendierten wenig verändert. Die zehnjährigen Staatsanleihen gewannen 3/32 auf 96-27/32. Sie rentierten mit 2,36 Prozent. Die 30-jährigen Bonds sanken 2/32 auf 98-9/32 und hatten eine Rendite von 2,96 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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