Börse New York Trumps Warnung an Nordkorea verschreckt auch Wall Street

US-Anleger sind nervös. Aus Sorge vor Krieg zwischen den USA und Nordkorea haben sie ihr Geld in Sicherheit gebracht. „Die Weltpolitik hat kaltes Wasser auf die Börsen geschüttet“, so ein Experte. Die Kurse gaben nach.
Update: 09.08.2017 - 23:00 Uhr Kommentieren
Auch die Börse in New York reagierte auf den Konflikt zwischen den USA und Nordkorea. Quelle: dpa
Wall Street

Auch die Börse in New York reagierte auf den Konflikt zwischen den USA und Nordkorea.

(Foto: dpa)

New YorkAnleger haben aus Furcht vor einem bewaffneten Konflikt zwischen den USA und Nordkorea ihr Geld in Sicherheit gebracht. Die Kurse an den US-Börsen gaben am Mittwoch nach, nachdem US-Präsident Donald Trump Nordkorea für den Fall weiterer Provokationen mit „Feuer und Zorn“, wie es die Welt noch nie erlebt habe, gedroht hatte.

Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un konterte mit dem Verweis auf einen möglichen Präventivschlag auf den US-Militärstützpunkt der Pazifikinsel Guam. Trump verwies daraufhin auf das US-Atomwaffenarsenal, von dem er hoffe, dass es nicht genutzt werden müsse.

Der Goldpreis stieg, und auch der Schweizer Franken notierte fester. „Die Weltpolitik hat kaltes Wasser auf die Börsen geschüttet“, sagte JJ Kinahan, Chefstratege bei TD Ameritrade. „Investoren beobachten die nächsten politischen Schritte mit Nervosität, Unsicherheit und Vorsicht bestimmt das Börsengeschehen.“ Dennoch bestehe kein Grund zur Panik. Um einen Ausverkauf auszulösen, sei mehr nötig als nur Rhetorik, sagte Richard Steinberg von HighTower Advisors.

Reaktion auf Nordkorea-Konflikt: Investoren greifen nach Rüstungswerten

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Der Dow-Jones-Index mit den Standardwerten schloss 0,2 Prozent tiefer bei 22.049 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 gab leicht nach auf 2474 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verringerte sich um 0,3 Prozent auf 6352 Punkte. In Europa verloren Dax und EuroStoxx50 jeweils mehr als ein Prozent auf 12.154,00 beziehungsweise 3467,48 Punkte.

Bei den Einzelwerten ließen die Aktien von Netflix 1,4 Prozent Federn. Der Unterhaltungsriese Walt Disney geht im schnell wachsenden Streaming-Markt eigene Wege und beendet die Partnerschaft mit der Online-Videothek. Die Aktien sackten als Schlusslicht im Dow um knapp 4 Prozent ab, was vor allem mit einer enttäuschenden Umsatzentwicklung im dritten Geschäftsquartal begründet wurde. Probleme macht dabei weiter der Sportsender ESPN, aber auch die Filmsparte konnte nicht an die Kinoerfolge aus dem Vorjahr anknüpfen. Lediglich das Geschäft mit Themenparks brummte.

Auch Priceline stand auf den Verkaufslisten der Börsianer. Der Anbieter von Buchungsportalen für Hotels, Flüge, Mietwagen und Reisen verärgerte die Anleger mit einem schwachen Ausblick. Die Anteilsscheine stürzten um 6,9 Prozent ab. Tripadvisor-Papiere kamen mit einem Abschlag von 2,5 Prozent ebenfalls unter die Räder. Die Website, die Nutzern individuelle Erfahrungsberichte zur Urlaubsplanung bietet, verprellte die Investoren mit einer enttäuschenden Prognose.

Die Anteilscheine von Mylan machten anfängliche Verluste von rund 7 Prozent wett und schlossen fast 1 Prozent höher. Der Generikahersteller hatte zwar angesichts der zunehmenden Konkurrenz auf dem US-Markt seine Prognosen für 2017 und 2018 gekürzt. Allerdings hatte das Management die Anleger beruhigen können, dass nun nicht auch noch regulatorische Hemmnisse für einige neue Medikamente zu befürchten seien.

Bei den Aktien von Fossil setzte sich die jahrelange Talfahrt mit einem Kurssturz um rund ein Viertel fort. Der Uhren- und Taschenproduzent hatte einmal mehr mit seinen Quartalszahlen die Erwartungen verfehlt und zudem seine Umsatzprognose gesenkt. Bei dem Betreiber von Online-Reiseportalen Priceline enttäuschte der Gewinnausblick, die Papiere büßten knapp 7 Prozent ein.

Profiteure des Konflikts zwischen den USA und Nordkorea waren die Aktien von Rüstungsunternehmen. Die Aktien legten zu. Lockheed Martin-Titel gewannen 1,7 Prozent, Northrop-Grumman-Papiere notierten 1,2 Prozent fester, Raytheon-Aktien verteuerten sich um 2,6 Prozent.

Diese Dax-Aktien haben noch Kurspotenzial

PROSIEBENSAT.1 MEDIA SE NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000PSM7770
Börse
L&S

-0,02 -0,06%
+31,51€
Chart von PROSIEBENSAT.1 MEDIA SE NAMENS-AKTIEN O.N.
Pro Sieben Sat.1 Media
1 von 12

Seit August 2013 werden die Aktien des Medienkonzerns unter dem neuen Namen ProSieben Sat1 Media die Aktien an der Frankfurter Börse gehandelt. Von 47 Analysten empfehlen 28 den Aktienkauf, verkaufen würden lediglich drei. Im Mittel trauen sie dem Wert einen Kursanstieg auf 43,00 Euro zu – das wäre ein Plus von 26,58 Prozent. Der Analystencheck des Handelsblatts sammelt Einschätzungen verschiedener Banken und Analysten und ermittelt den Durchschnittskurs aller Studien. Dabei handelt es sich um eine gewichtetes Kursziel: Jüngere Analysen werden bei der Berechnung des durchschnittlichen Kurspotenzials stärker gewichtet als ältere.

DAIMLER AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007100000
Börse
L&S

+1,39 +2,01%
+70,39€
Chart von DAIMLER AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Daimler
2 von 12

Der schwäbische Autohersteller sieht sich derzeit mit Vorwürfen zum Einbau illegaler Abgaseinrichtungen in mehr als einer Million Fahrzeuge konfrontiert. Dem Optimismus der Börsenexperten tut dies trotzdem keinen Abbruch: Sie erkennen bei Daimler ein mittelfristiges Steigerungspotenzial von 16,37 Prozent - das entspräche einem Zuwachs von 10,58 Euro pro Aktie.

VOLKSWAGEN AG VORZUGSAKTIEN O.ST. O.N.

WKN
ISIN
DE0007664039
Börse
L&S

-1,71 -1,02%
+165,91€
Chart von VOLKSWAGEN AG VORZUGSAKTIEN O.ST. O.N.
Volkswagen
3 von 12

Die französische Investmentbank Exane BNP Paribas hält die Aktie des deutschen Automobilbauers derzeit für zu niedrig bewertet. Börsenanalyst Stuart Pearson rechnet jedoch damit, dass sie sich zurückkämpfen werde. Weitere Analysten sehen das ähnlich: Von 83 Experten raten derzeit 50 zum Kauf von VW Aktien. Das gewichtete Kursziel liegt bei 166,03 Euro.

DEUTSCHE TELEKOM AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005557508
Börse
L&S

-0,07 -0,54%
+13,17€
Chart von DEUTSCHE TELEKOM AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Deutsche Telekom
4 von 12

Die Commerzbank hat die Einstufung für die Deutsche Telekom vor Zahlen zum zweiten Quartal auf "Hold" mit einem Kursziel von 18 Euro belassen. Analystin Heike Pauls erwartet ähnlich solide Trends wie im ersten Quartal. Das Steigerungspotenzial der Aktie liegt bei durchschnittlich 14,28 Prozent.

SAP SE INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007164600
Börse
L&S

-0,41 -0,48%
+84,13€
Chart von SAP SE INHABER-AKTIEN O.N.
SAP
5 von 12

Der deutsche Softwarehersteller SAP ist einer der weltweit führenden Entwickler und Anbieter von Unternehmenssoftware. Von 42 Analysten raten 34 zum Aktienkauf, verkaufen würde niemand. Obwohl Analyst Walter Pritchard mit Gegenwind durch Wechselkurse und einen hohen Basiseffekt rechnet, soll der Wert der Aktie, so die Prognose, durchschnittlich um 11,87 Prozent steigen. Damit läge sie dann bei 102,08 Euro.

BASF SE NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000BASF111
Börse
L&S

+0,07 +0,09%
+86,85€
Chart von BASF SE NAMENS-AKTIEN O.N.
BASF
6 von 12

Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat das Kursziel für BASF von 82 auf 83 Euro angehoben und die Einstufung auf Neutral belassen. Die gewichtete Empfehlung von 65 Experten sieht die Aktie mittelfristig sogar bei 92,84 Euro. Das entspräche einem derzeitigen Zuwachs von durchschnittlich 11,31 Prozent.

SIEMENS AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007236101
Börse
L&S

-0,63 -0,57%
+110,97€
Chart von SIEMENS AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Siemens
7 von 12

Siemens ist eines der weltweit größten Elektrotechnik-Unternehmen. Analyst Ingo-Martin Schachel rechnet im dritten Geschäftsquartal mit stabilen Margen in den meisten Sparten des Industriekonzerns. Im Handelsblatt-Analystencheck raten 22 von 51 Experten zum Aktienkauf, 5 zum Abstoßen. Das durchschnittliche Steigerungspotenzial der Aktie sehen die Analysten derzeit bei 10,36 Prozent.

Der Kurs des Euro blieb angesichts der politischen Spannungen klar unter 1,18 US-Dollar und wurde zuletzt mit 1,1759 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 1,1731 (Dienstag: 1,1814) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8524 (0,8465) Euro.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,81 Milliarden Aktien den Besitzer. 884 Werte legten zu, 2027 gaben nach und 161 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,03 Milliarden Aktien 840 im Plus, 2078 im Minus und 209 unverändert.

An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 4/32 auf 101-3/32. Sie rentierten mit 2,248 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 12/32 auf 103-17/32 und hatten eine Rendite von 2,823 Prozent.

  • rtr
  • dpa
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