Börse New York: Twitter glänzt an grauer Wall Street

Börse New York
Twitter glänzt an grauer Wall Street

Wieder einmal soll der Kurznachrichtendienst kurz vor dem Verkauf stehen. Die Aktie schießt über zwanzig Prozent in die Höhe. Nach der Freude über das Fed-Zinsvotum drücken Gewinnmitnahmen die Kurse des Gesamtmarktes.

Den US-Börsen ist nach drei Gewinntagen in Folge die Puste ausgegangen. Anleger machten am Freitag Kasse, nachdem zuvor die Aussicht auf eine anhaltende Flut billigen Notenbankgeldes die Kurse getrieben hatte. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verlor in New York 0,7 Prozent auf 18.261 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 fiel 0,6 Prozent auf 2164 Zähler, der zuletzt von Rekord zu Rekord geeilte Index der Technologiebörse Nasdaq um 0,6 Prozent auf 5305 Punkte.

Der Verzicht der US-Notenbank Fed auf eine Zinserhöhung sowie die neue Stoßrichtung in der Geldpolitik der japanischen Zentralbank hatten den Aktienmärkten zuletzt rund um den Globus Rückenwind gegeben. "In den kommenden Wochen werden Anleger Konjunkturdaten nun darauf abklopfen, ob eine Zinserhöhung in den USA im Dezember kommt oder nicht", sagte Analyst Jasper Lawler vom Broker CMC Markets.

Bei den Einzelwerten stand Twitter im Zentrum von Übernahmespekulationen. Die Aktien von Twitter schossen zeitweise um mehr als 20 Prozent nach oben auf den höchsten Stand seit dem Börsengang vor rund drei Jahren. Der Kurznachrichtendienst verhandelt Insidern zufolge über einen Verkauf. Laut dem Fernsehsender CNBC sind unter den Interessenten Google und der US-Softwarekonzern Salesforce. Der Börsenwert von Twitter stieg durch den Kurssprung um rund drei Milliarden auf 16 Milliarden Dollar. Den Aktionären von Salesforce würde ein Twitter-Kauf dagegen wohl nicht gefallen. Die Aktien verloren 5,2 Prozent, Google gaben 0,2 Prozent nach.

Nach Bekanntwerden eines erfolgreichen Hackerangriffs auf mindestens 500 Millionen Nutzerkonten gaben die Aktien der Internet-Firma Yahoo Prozent 2,7 Prozent nach. Der Konzern muss nach der Attacke um die vereinbarte Milliardenübernahme durch den US-Telekomriesen Verizon kämpfen.

Die Anteilsscheine US-Aktienbörsen-Betreibers Bats Global Markets sprangen knapp 20 Prozent in die Höhe. Der Optionsbörsenbetreiber CBOE ist einem Agenturbericht zufolge in Gesprächen zum Kauf des zweitgrößten US-Aktienbörsen-Betreibers. Bats ist an der Börse mit rund 2,6 Milliarden Dollar bewertet. CBOE-Papiere rückten um zwei Prozent vor.

Bei Goldman Sachs ging es 1,5 Prozent bergab. Die US-Bank streicht nach Informationen von Insidern knapp 30 Prozent ihrer 300 Investmentbanking-Jobs in Asien außerhalb Japans.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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