Börse New York
Ukraine dämpft Stimmung an Wall Street

Die Krise in der Ukraine drückt auf die Stimmung an der Wall Street, die Hilfsaktion Russlands schürt die Angst vor einer Invasion. Energiewerte verloren, Pharmatitel gehörten zu den Gewinnern.
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New YorkDie Wall Street ist am Dienstag wegen der Ukraine-Krise wieder auf Nummer sicher gegangen. Viele Börsianer rechnen zwar nicht damit, dass sich die Lage in der Ukraine dramatisch verschärft. Aber mit einer großangelegten Hilfsaktion für die Ostukraine schürt Russland im Westen die Sorge, unter dem Deckmantel humanitärer Unterstützung neue Fakten zu schaffen. "Die Situation scheint jetzt ein wenig ruhiger zu sein", sagte Anlagestratege James Dunigan vom Vermögensverwalter PNC Wealth Management. Während der russischen Hilfsaktion dürften sich die Anleger zurückhalten, ergänzte er. "Der Markt wird sich auf kurze Sicht wohl kaum nach oben bewegen", sagte Dunigan. "Aber langfristig orientierte Investoren können immer noch gute Kaufgelegenheiten finden, und das Gesamtbild der US-Wirtschaft ist weiter sehr positiv."

Der Standardwerte-Index Dow Jones schloss knapp 0,1 Prozent tiefer bei 16.550 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 0,2 Prozent auf 1933 Zähler. Der technologielastige Nasdaq -Index gab 0,3 Prozent nach auf 4389 Stellen. Am Freitag und Montag hatten die US-Börsen noch zugelegt. In Frankfurt beendete der Dax den Handel 1,2 Prozent tiefer auf 9069 Punkten. Dazu trug auch ein Einbruch des ZEW-Index bei. Die Konflikte in der Ukraine, dem Irak und im Gazastreifen dämpften im August die Stimmung der Börsenprofis deutlicher als gedacht.

An der Wall Street zählten insbesondere Energiewert zu den Verlierern. Sie wurden vom sinkenden Ölpreis belastet. Anadarko Petroleum etwa fielen 2,3 Prozent, Consol Energy rutschten 2,4 Prozent ab.

Bei den Einzelwerten stach der Handtaschenhersteller Kate Spade & Co's mit einem Minus von mehr als 25 Prozent hervor. Das Unternehmen hatte zuvor mitgeteilt, dass der schärfere Wettbewerb die Preise und damit die Gewinnmarge drücke.

Auf der Gewinnerseite hingegen fanden sich Pharmatitel. Intercept Pharmaceuticals schossen um mehr als 16 Prozent in die Höhe. Das Unternehmen berichtete von einem positiven Testverlauf in Studien mit einem Lebermedikament. Exact Sciences kletterten 2,2 Prozent, nachdem die Arzneimittelaufsicht einen Krebstest der Firma genehmigt hatte.

Am Anleihemarkt zogen sich die Händler im Vorfeld von zwei Auktionen langfristiger Papiere am Mittwoch und Donnerstag zunächst zurück. Die Verluste fielen jedoch nicht allzu hoch aus, da die Bonds als sicherer Hafen gefragt waren. Die Papiere mit einer Laufzeit von 10 Jahren fielen 8/32 auf 100-14/32. Sie rentierten mit 2,45 Prozent. Die 30-jährigen Bonds verloren 26/32 auf 101-28/32. Sie hatten eine Rendite von 3,27 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,54 Milliarden Aktien den Besitzer. 1233 Werte legten zu, 1785 gaben nach und 158 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,56 Milliarden Aktien 848 im Plus, 1830 im Minus und 135 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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