Börse New York
Ukraine-Krise belastet Wall Street

Die Anleger an der New Yorker Börse zeigten sich zum Handelsschluss zunehmend nervös über die Lage in der Ukraine. Die größten Indizes schlossen uneinheitlich.
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New YorkGanz unter dem Eindruck der Krise in der Ukraine haben sich die US-Börsen ins Wochenende verabschiedet und uneinheitlich geschlossen. Der Dow-Jones- und der S&P-Index verzeichneten am Freitag Gewinne, letzterer schloss sogar auf einem Allzeithoch. Im Minus beendete dagegen die Technologiebörse Nasdaq den Handel.

Angesichts neuer Gerüchte über ein Eingreifen Russlands in der Ukraine nahmen viele Anleger zu Handelsschluss Gewinne mit. Zu Handelsbeginn hatten noch unerwartet gut ausgefallene Konjunkturdaten die Indizes nach oben getrieben.

Mit ihren kurzzeitigen Verlusten vor Handelsschluss reagierten die Indizes offenbar auf Äußerungen des ukrainischen Übergangspräsidenten Alexander Turtschinow, der Russland eine offene Aggression gegen sein Land vorwarf. Russland verfolge ein ähnliches Szenario wie 2008 vor dem Krieg gegen Georgien, sagte er.
„Das Gerede über das russische Engagement in der Ukraine (...) macht die Leute ganz nervös“, sagte Miachel James, Chef von Wedbush Securities in Los Angeles. Niemand wisse, was über das Wochenende geschehe, daher hätten viele erzielte Gewinne eingestrichen.

Für gute Stimmung sorgte vor allem zu Handelsbeginn das Konjunkturbarometer der Einkaufsmanager aus dem Großraum Chicago, das überraschend zulegte. Auch der von der Uni Michigan und Reuters ermittelte Index des US-Verbrauchervertrauens lag über den Erwartungen.

An der Wall Street schloss der US-Standardwerteindex Dow Jones 0,3 Prozent im Plus auf 16.321 Punkten. Der breit gefasste S&P-500 kletterte 0,3 Prozent auf 1859 Stellen. Der technologielastige Nasdaq verlor 0,25 Prozent auf 4308 Punkte. Auf Wochensicht legte der Dow 1,4 Prozent, der S&P 1,3 Prozent und die Nasdaq ein Prozent zu. Der Dax verabschiedete sich 1,1 Prozent fester bei 9692 Punkten in den Feierabend.

Bei den Einzelwerten standen an der Wall Street Deckers-Aktien in Blickpunkt. Sie brachen um mehr als zwölf Prozent ein. Der Hersteller von Teva-Sandalen und Stiefeln der Marke „Ugg“ erwartet für das erste Quartal überraschend einen Verlust.

Die Citigroup revidierte ihren Nettogewinn 2013 um 200 Millionen Dollar nach unten auf 13,7 Milliarden und führte dies auf einen Betrugsfall bei einer Sparte in Mexiko zurück. Die Aktien notierten kaum verändert.

Kräftig zulegen konnte der Euro. Hintergrund waren nachlassenden Spekulationen auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik durch die Europäische Zentralbank (EZB). Die Gemeinschaftswährung kostete in den USA mit 1,3806 Dollar rund einen US-Cent mehr als zum New Yorker Vortagesschluss.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,96 Milliarden Aktien den Besitzer. 1818 Werte legten zu, 1186 gaben nach und 144 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,57 Milliarden Aktien 1188 im Plus, 1408 im Minus und 117 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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