Börse New York
Und täglich grüßt das Zinsgespenst

Die heutigen Konjunkturdaten fallen uneinheitlich aus. Bären und Bullen streiten um die Auswirkungen, die das ganze auf die kommende Zinswende hat. Die Wall Street beendet die Handelswoche schließlich im Minus.
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New YorkDie US-Börsen sind mit einem Minus aus der Handelswoche gegangen. Für Aufregung unter den Händlern sorgten Spekulationen, die US-Notenbank könnte bei der geplanten Zinswende womöglich doch noch zögern, weil der Lohnzuwachs im zweiten Quartal so gering wie seit 33 Jahren nicht ausfiel.

Jedoch sieht US-Notenbank-Führungsmitglied James Bullard die Zeit reif für eine Zinswende im September. „Wir sind in guter Verfassung“, zitierte das „Wall Street Journal“ den Chef der Federal Reserve von St. Louis. Aber auch der Crash an den chinesischen Aktienmärkten drückte noch immer auf die Stimmung der Händler. Zu den Verlierern gehörten vor allem Ölfirmen.

Der Dow-Jones-Index für die Standardwerte schloss 0,3 Prozent im Minus bei 17.690 Punkten. Der S&P 500 gab 0,2 Prozent auf 2104 Stellen nach. Mit einem hauchdünnen Minus von 0,01 Prozent auf 5128 Punkte ging der Index der Technologiebörse Nasdaq aus dem Handel.

Im Mittelpunkt standen unter anderem Öl-Werte wie Exxon Mobil und Chevron, die beide mehr als vier Prozent an Wert einbüßten. Den Konzernen setzt der Ölpreis-Verfall massiv zu.

Aktien des Xing-Konkurrenten LinkedIn verbilligten sich um mehr als zehn Prozent. Das weltgrößte Online-Karrierenetzwerk war tiefer in die roten Zahlen gerutscht.

Die Zahlen zum Lohnzuwachs seien eine Überraschung gewesen, sagte Stanley Sun, Analyst von Nomura Securities International. Viele hätten für September einen Anstieg erwartet. „Nun wird das sicherlich weniger wahrscheinlich.“

Die Turbulenzen an den chinesischen Börsen drückten auch auf die europäischen Aktienmärkte, wo starke Firmenbilanzen nicht in größere Kursgewinne mündeten. Der Dax schloss mit einem Plus von 0,5 Prozent bei 11.308,99 Punkten. Der EuroStoxx50 gewann ebenfalls 0,5 Prozent auf 3.600,69 Zähler. Trotz massiver Eingriffe der Regierung in Peking büßte die Börse Shanghai seit Anfang Juli mehr als 14 Prozent ein.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 980 Millionen Aktien den Besitzer. 1936 Werte legten zu, 1126 gaben nach und 130 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,9 Milliarden Aktien 1604 im Plus, 1208 im Minus und 146 unverändert.

Wegen der Unsicherheit über den Zeitpunkt der Zinswende stiegen an den US-Kreditmärkten die zehnjährigen Staatsanleihen um 23/32 auf 99-15/32. Sie rentierten mit 2,187 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 29/32 auf 101-26/32 und hatten eine Rendite von 2,909 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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