Börse New York
Unklarheit über US-Wahlausgang belastet Wall Street

Trumps Umfrage-Comeback, mäßige Arbeitsmarktzahlen und abschmierende Ölpreise: Es gab genug Gründe, warum es am Mittwoch runter ging mit US-Aktien. Auf die Fed-Sitzung reagierten die Kurse kaum.

New YorkDas wieder enge Rennen um die US-Präsidentschaft hat der Wall Street am Mittwoch zu schaffen gemacht. Zudem drückte ein starker Ölpreis-Rückgang auf die Kurse. Auf den Entscheid der US-Notenbank, die Zinsen zunächst unverändert zu belassen, reagierten die Kurse indes kaum.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,4 Prozent tiefer bei 17.959 Punkten. Der S&P 500 gab 0,65 Prozent auf 2097 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,9 Prozent auf 5105 Stellen. Der Dax in Frankfurt hatte 1,5 Prozent tiefer geschlossen.

„Die Wiederauferstehung Trumps in den Umfragen so kurz vor der Wahl hat Investoren ernsthaft erschüttert“, sagte Marktanalyst Craig Erlam vom Devisenhändler Oanda. Die jüngsten Kursentwicklungen zeigten, dass sie einen Sieg der Trump-Kontrahentin Hillary Clinton bevorzugen würden, weil diese für Kontinuität in der US-Wirtschaftspolitik stehe. Trump dagegen gilt wegen seiner Unberechenbarkeit als Börsenschreck. Gewählt wird Dienstag.

Die US-Notenbank hielt kurz vor der Wahl den Leitzins konstant. Die Argumente für eine Anhebung hätten sich aber verstärkt, erklärte die Fed. Zuvor wolle man jedoch weitere Hinweise sehen, dass es auf dem Weg zu Vollbeschäftigung und stabilen Preisen vorangehe. Viele Experten rechnen mit einer Zinsanhebung im Dezember.

Öl verbilligte sich wegen überraschend hoher US-Lagerbestände um rund zwei Prozent. Binnen zwei Wochen sind die Preise damit um etwa zehn Prozent abgesackt.

Die Aktien von US Steel verloren 4,76 Prozent. Der Stahlkonzern hatte im vergangenen Quartal wegen schwieriger Geschäftsbedingungen deutlich weniger erwirtschaftet als von Analysten erwartet und senkte zudem die Jahresprognose.

Die Titel von Valeant gaben nach satten Vortagesgewinnen von 33 Prozent nun wieder 11,48 Prozent ab. Der Pharmakonzern will laut dem „Wall Street Journal“ („WSJ“) sein Geschäft mit Medikamenten gegen Magenbeschwerden Salix für zehn Milliarden US-Dollar an den japanischen Konkurrenten Takeda verkaufen. Das hatte die Papiere am Vortag angetrieben.

Time Warner verlor nach vorgelegten Quartalszahlen und angehobenem Jahresausblick 1,10 Prozent. Allerdings hatten die Aktien erst vor Kurzem kräftig zugelegt, nachdem das „WSJ“ berichtet hatte, dass AT&T kurz vor der Übernahme des Medienkonzerns stehe. Seither notieren sie auf dem höchsten Stand seit 2002.

Alibaba gab 2,61 Prozent ab. Die chinesische Online-Handelsplattform hatte im abgelaufenen Quartal den Umsatz deutlich gesteigert, aber rückläufige Ergebnisse verzeichnet.

Bei den Einzelwerten stiegen Papiere von Office Depot um 15 Prozent. Der zweitgrößte US-Büroartikelhersteller hatte erklärt, angesichts neuer Aufträge gehe er davon aus, dass der Umsatzschwund verringert werden könne.

Electronic Arts legten um 1,6 Prozent zu. Der Videospiele-Entwickler hatte seine Prognose für Umsatz und Gewinn angehoben.

An der New York Stock Exchange wechselten rund eine Milliarde Aktien den Besitzer. 702 Werte legten zu, 2266 gaben nach, und 123 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,1 Milliarden Aktien 733 im Plus, 2068 im Minus und 204 unverändert.

US-Staatsanleihen legten zu. Angesichts der unklaren Lage zum Wahlausgang hätten Anleger einen sicheren Hafen gesucht, sagten Händler. Die zehnjährigen Bonds verbesserten sich um 8/32 auf 97-09/32. Sie rentierten mit 1,8 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten um 13/32 auf 93-16/32 und hatten eine Rendite von 2,56 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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