Börse New York
US-Aktienmärkte bremsen Talfahrt

Nach den heftigen Verlusten vom Vortag tritt der Dow Jones am Donnerstag auf der Stelle. Enttäuscht zeigten sich die Anleger von EZB-Chef Mario Draghi. Allerdings konnten Daten vom US-Arbeitsmarkt die Kurse etwas stützen.
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New YorkDie US-Börsen haben ihre jüngste Talfahrt am Donnerstag gestoppt. Zwar hatten sich wie in Europa auch an der Wall Street die Anleger mehr von der Ratssitzung der Europäischen Zentralbank erhofft. Doch stützten ermutigende Daten vom US-Arbeitsmarkt die Kurse. Zudem bremste eine Erholung des zuletzt gebeutelten Nebenwerte-Index Russell-2000 den Abschwung. Einige Anleger seien hier wieder eingestiegen, weil sie nicht mit einem weiteren Kursrückgang rechneten, sagte Analyst Mark Grant vom Wertpapier-Händler Southwest Securities. Die Unsicherheit über die weitere Entwicklung bleibe aber groß.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging nahezu unverändert bei 16.801 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P-500 trat bei 1946 Zähler ebenfalls auf der Stelle. Der Index der Technologiebörse Nasdaq stieg um 0,2 Prozent auf 4430 Stellen. In Europa schlossen die Aktienmärkte deutlich im Minus: Der Dax verlor bei hohem Umsatz zwei Prozent auf 9195 Punkte und lag damit so niedrig wie zuletzt Mitte August. Damit hat der Leitindex in dieser Woche drei Prozent verloren. Der EuroStoxx sackte um 2,8 Prozent ab. Die Börsen in Mailand und Madrid brachen um drei und vier Prozent ein.

EZB-Chef Mario Draghi konnte die Sorgen um die Erholung in der Euro-Zone nicht lindern. Zwar gab er erste Einzelheiten zu den geplanten Käufen von Kreditverbriefungen und Pfandbriefen bekannt. Doch hätten einige Investoren auf konkretere Hinweise auf ein bald anstehendes größeres Anleihekaufprogramm gewettet, sagten Händler. Dies schürte neben den Krisen in der Ukraine, in Nahost und in Hongkong sowie der Furcht vor einer Ausweitung der Ebola-Epidemie die Verunsicherung am Markt. „Das sind hässliche Tage“, sagte Aktienexperte Michael James vom Wertpapierhändler Wedbush Securities. „Ein Zusammenspiel aus mehreren Negativereignissen drückt auf die Stimmung und lässt Verkäufer aggressiver und Käufer vorsichtiger werden.“

Allerdings halfen Job-Daten dem Markt. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ging in der vergangenen Woche überraschend auf 287.000 zurück. Auch konnte ein Anziehen der Kurse von Banken- und Konsumwerten ein weiteres Abrutschen der US-Börsen verhindern. Im Blick standen auch die Aktien von Twitter. Sie zogen 3,6 Prozent an, nachdem die Experten von JP Morgan die Titel hochgestuft hatten.

Der Kurs des Elektroauto-Pioniers Tesla stieg um rund 4,7 Prozent. Auslöser war eine Twitter-Nachricht von Firmengründer Elon Musk. Anleger werteten diese als Hinweis darauf, dass das Unternehmen am 9. Oktober ein neues Modell vorstellen will.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 800 Millionen Aktien den Besitzer. 1645 Werte legten zu, 1429 gaben nach und 128 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,16 Milliarden Aktien 1730 im Plus, 959 im Minus und 126 unverändert.

An den US-Kreditmärkten fielen die zehnjährigen Staatsanleihen um 14/32 auf 99-140/32, nachdem sie am Vortag wegen der Furcht vor einer Ausbreitung der Ebola-Seuche die stärksten Tagesgewinne seit einem Jahr verbucht hatten. Sie rentierten mit 2,439 Prozent. Die 30-jährigen Bonds verloren 04/32 auf 99-156/32 und hatten eine Rendite von 3,151 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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