Börse New York US-Anleger atmen durch

Zuletzt ging es an den US-Börsen kräftig aufwärts. Die großen Indizes gingen mit Rekordständen aus dem Handel. Am Montag halten sich Anleger zurück und warten auf neue Impulse. Sorgen um Griechenland belasten den Dow.
Update: 29.12.2014 - 23:35 Uhr Kommentieren
Händler an der New York Stock Exchange: Die Kurse an der Wall Street tendieren seitwärts, nachdem es zuvor deutlich nach oben ging. Quelle: AFP

Händler an der New York Stock Exchange: Die Kurse an der Wall Street tendieren seitwärts, nachdem es zuvor deutlich nach oben ging.

(Foto: AFP)

New YorkAn der Wall Street ist die Jahresendrally ins Stocken geraten. Nachdem die beiden wichtigsten Standardwerteindizes ihren Rekordlauf in der Weihnachtswoche fortgesetzt hatten, konnte am Montag nur der S&P 500 abermals auf Schlusskursbasis eine Bestmarke erreichen und auch im Handelsverlauf die Messlatte erneut anheben.

Der meistbeachtete Aktienindex Dow Jones Industrial hingegen schloss leicht im Minus. Das geringe Handelsvolumen zwischen Weihnachten und Neujahr sowie Sorgen um die politische Stabilität Griechenlands verhinderten größere Ausschläge. Demgegenüber stützt das Billiggeld der Notenbanken weiterhin die Kurse. Erst Mitte Dezember hatte die US-Notenbank Fed ihr Niedrigzins-Versprechen bekräftigt und damit die zuletzt nervösen Märkte beruhigt.

Am Ende stieg der breit gefasst S&P 500 um 0,09 Prozent auf 2090,57 Punkte. Bei 2093,55 Punkten hatte er zuvor den bisher höchsten Stand seiner Geschichte erreicht. Der meistbeachtete Aktienindex Dow Jones Industrial gab hingegen um 0,09 Prozent auf 18 038,23 Punkte nach und verfehlte damit seinen am Freitag erreichten Rekord bei 18 103,45 Punkten. Der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 fiel am Montag um 0,03 Prozent auf 4312,64 Punkte.

Die Blicke der Finanzmärkte richteten sich einmal mehr auf Griechenland. Dort war die Wahl eines neuen Staatspräsidenten auch im dritten Anlauf gescheitert. Die laut Verfassung nun notwendigen, vorgezogene Parlamentswahlen in dem pleitebedrohten Land sollen am 25. Januar stattfinden. Umfragen zufolge würde die Linke von Alexis Tsipras aus den Wahlen als stärkste Kraft hervorgehen, die absolute Mehrheit aber verfehlen. Tsipras lehnt die Spar- und Reformpolitik der Regierung und der internationalen Geldgeber ab.

Händler lassen das Jahr gemütlich ausklingen

Jüngst hatte es an den Finanzmärkten bereits Befürchtungen um ein Wiederaufflammen der Krise in dem Land gegeben. Experten sehen zunächst allerdings vor allem Risiken für Griechenland selbst.

Mit Blick auf die Einzelwerte setzten die Papiere von Gilead Sciences ihre Erholung fort und verteuerten sich an der Spitze des S&P 500 um 3,74 Prozent. Zu Beginn der Vorwoche waren die Titel stark unter Druck geraten, da Kosten für Gileads Hepatitis-Mittel Sovaldi und Harvoni ab dem 1. Januar von einigen US-Krankenkassen nicht mehr erstattet werden. Nun stützte ein positiver Analystenkommentar der Bank Morgan Stanley.

Am Dow-Ende verbilligten sich die Aktien von IBM um 1,13 Prozent auf 160,51 US-Dollar. Im auslaufenden Jahr haben die Titel bis dato mehr als 14 Prozent an Wert verloren und sind damit der größte Verlierer im Dow. Bereits 2013 hatten die Aktien auf Jahressicht die rote Laterne innegehabt. Beim Computerurgestein waren die Geschäfte jüngst schlechter als erwartet gelaufen.

Die Rohrkrepierer und Kursraketen des Jahres

EURO STOXX 50®

WKN
ISIN
EU0009658145
Börse
DJSTOXX

+9,47 +0,28%
0,00€
Chart von EURO STOXX 50®
Euro Stoxx 50: Europa tritt auf der Stelle
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Euro Stoxx 50: Europa tritt auf der Stelle

Europa ist nach wie vor von Stagnation und Lähmung gekennzeichnet, wie die Entwicklung des Euro Stoxx 50 zeigt. Dies ist der wichtigste europäische Aktienindex. Er umfasst die 50 größten börsennotierten Aktien in der Eurozone. Die Tops und Flops aus Europa offenbaren dabei einige Überraschungen.

Kursentwicklung 2014 (bis 22.12.): - 1,3 Prozent

AIRBUS SE AANDELEN OP NAAM EO 1

WKN
ISIN
NL0000235190
Börse
FSE

+0,95 +0,98%
+98,19€
Chart von AIRBUS SE AANDELEN OP NAAM EO 1
Airbus: Probleme mit Fliegern belasten
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Airbus: Probleme mit Fliegern belasten

Im EuroStoxx 50 ist Airbus in diesem Jahr die schlechteste Aktie. Sie verlor ein Viertel ihres Wertes. Das Unternehmen leidet unter einer Flaute bei den Orders. Zuletzt verunsicherte der Flugzeugbauer mit unklaren Aussagen zur Zukunft des Prestige-Fliegers A380. Der Großraumjet könne vor dem frühzeitigen Aus stehen, befürchtete man am Markt. Außerdem wurde die Auslieferung des Langstrecken-Jets A350 verschoben.

Kursentwicklung 2014 (bis 22.12.): - 24,9 Prozent

DEUTSCHE BANK AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005140008
Börse
FSE

-0,10 -0,72%
+13,29€
Chart von DEUTSCHE BANK AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Deutsche Bank: Juristische Spiele statt Kulturwandel
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Deutsche Bank: Juristische Spiele statt Kulturwandel

Eigentlich wollte die Deutsche Bank mit einem Wandel der Kultur aus den Negativ-Schlagzeilen herauskommen. Doch die Vergangenheit holt das größte deutsche Geldhaus immer wieder ein. Prozesse belasten die Stimmung und den Aktienkurs. Das Papier landet auf dem vorletzten Platz im europäischen Index.

Kursentwicklung 2014 (bis 22.12.): - 24,5 Prozent

SOCIETE GENERALE S.A. ACTIONS PORT. EO 1,25

WKN
ISIN
FR0000130809
Börse
FSE

+0,03 +0,06%
+46,31€
Chart von SOCIETE GENERALE S.A. ACTIONS PORT. EO 1,25
Société Générale: Libor-Skandal belastet
4 von 32

Société Générale: Libor-Skandal belastet

Auf dem drittletzten Platz in dem europäischen Index findet sich die Bankaktie Société Générale. Neben den üblichen Belastungen des Sektors – Fragen rund um Regulierung, Risiko und Eigenkapital, Russland-Krise und anderes – kommt bei dem französischen Geldhaus noch eigene Probleme dazu. So wurde die Bank wegen ihrer Beteiligung am Skandal um manipulierte Zinssätze mit der zweithöchsten Strafe aller beteiligten Häuser belegt.

Kursentwicklung 2014 (bis 22.12.): - 18,6 Prozent

ENI S.P.A. AZIONI NOM. O.N.

WKN
ISIN
IT0003132476
Börse
FSE

-0,06 -0,45%
+13,78€
Chart von ENI S.P.A. AZIONI NOM. O.N.
Eni: Ölpreisverfall setzt Aktie unter Druck
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Eni: Ölpreisverfall setzt Aktie unter Druck

Zweistellig im Minus notiert auch der italienische Versorger Eni. Der Öl- und Gaskonzern leidet insbesondere unter dem Ölpreisverfall.

Kursentwicklung 2014 (bis 22.12.): - 15,7 Prozent

CARREFOUR S.A. ACTIONS PORT. EO 2,5

WKN
ISIN
FR0000120172
Börse
FSE

+0,28 +1,46%
+19,12€
Chart von CARREFOUR S.A. ACTIONS PORT. EO 2,5
Carrefour: Schlechte Gesamtstimmung überwiegt
6 von 32

Carrefour: Schlechte Gesamtstimmung überwiegt

Der französische Handelskonzern Carrefour schlägt sich zwar auf seinem Hauptmarkt Frankreich überdurchschnittlich gut. Da sich aber die wichtigen europäischen Märkte insgesamt sehr schwach entwickelt, leidet die Performance der Carrefour-Aktie.

Kursentwicklung 2014 (bis 22.12.): - 15,0 Prozent

IBERDROLA S.A. ACCIONES PORT. EO -,75

WKN
ISIN
ES0144580Y14
Börse
FSE

+0,15 +2,49%
0,00€
Chart von IBERDROLA S.A. ACCIONES PORT. EO -,75
Iberdrola: Solide Zahlen überzeugen
7 von 32

Iberdrola: Solide Zahlen überzeugen

Unter den fünf besten Aktien des Jahres im EuroStoxx 50 landet ausgerechnet ein Versorger aus Spanien. Fast stetig nach oben ging der Iberdrola-Kurs bis Dezember, als der Preisverfall beim Öl durchschlug. Doch Iberdrola überzeugte ansonsten mit seinem Ergebniswachstum und den Dividendenzahlungen.

Kursentwicklung 2014 (bis 22.12.): + 21,5 Prozent

Auch andere Technologiewerte zählten am Montag zu den Verlierern. So fielen Intel und Microsoft um 0,99 beziehungsweise 0,90 Prozent. Spitzenreiter im Dow hingegen waren die Titel der Baumarktkette Home Depot mit plus 0,75 Prozent.

Aktien von Fiat Chrysler büßten rund ein Prozent ein. Der Autokonzern hatte 66 819 ältere Dodge- und Mitsubishi-Pickups mit manuellem Getriebe zurückgerufen. Es soll ein fehlerhafter Kupplungsschalter ausgetauscht werden. Ein Kind war wegen eines durch den Defekt verursachten Unfalls ums Leben gekommen

Der Euro litt unter den Sorgen um Griechenland und fiel zuletzt auf 1,2153 US-Dollar. Zwischenzeitlich war er auf den tiefsten Stand seit August 2012 abgesackt. Richtungweisende zehnjährige US-Staatsanleihen stiegen entsprechend um 16/32 Punkte auf 100 12/32 Punkte. Ihre Rendite betrug 2,207 Prozent.

  • dpa
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