Börse New York
US-Anleger fahren defensive Strategie

Die US-Aktienmärkte haben nach ihrem jüngsten Jahreshöchststand am Dienstag eine Verschnaufpause eingelegt und sind uneinheitlich aus dem Handel gegangen. Während die AIG-Aktie nach einem Moody's-Bericht deutlich höher zulegte, belasteten Sun, Oracle und EA die Technologiebörse Nasdaq.
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HB NEW YORK. Viele Anleger verhielten sich abwartend und investierten in konservative Titel, um sich vor möglichen Risiken zu schützen, nachdem der Dow Jones am Montag auf den höchsten Stand seit 13 Monaten geklettert war. Die Nasdaq belasteten die Papiere des Videospiele-Herstellers Electronic Arts, der nicht aus den roten Zahlen herauskommt. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,2 Prozent höher bei 10 246 Punkten. Im Handelsverlauf pendelte er dabei zwischen 10 197 und 10 260 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500-Index ging nahezu unverändert bei 1093 Zählern aus dem Handel. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sank um 0,1 Prozent und schloss bei 2151 Punkten. Auch der Dax legte in Frankfurt eine Pause ein und ging 0,1 Prozent tiefer bei 5613 Punkten aus dem Handel.

"Es gibt derzeit eine Menge widersprüchliche Signale, ob es eine Jahresendrally geben wird und jene Anleger Geld in den Markt pumpen, die die bisherige Rally verpasst haben", sagte Michael Sheldon von RDM Financial. Denkbar seien aber auch Gewinnmitnahmen, bevor sich der Arbeitsmarkt 2010 womöglich erhole. Die Vorsicht der Anleger war auch an der größeren Nachfrage bei konservativen Titeln erkennbar. Die Papiere des Pharmakonzerns Johnson & Johnson gewannen 0,8 Prozent, die Anteilsscheine des Getränkeherstellers Coca-Cola legten 0,6 Prozent zu.

Mit einem Abschlag von 33 Prozent rauschten die Titel des Anleihenversicherers Ambac in die Tiefe. Der Konzern teilte mit, Gläubigerschutz beantragen zu müssen, falls die Liquiditätsprobleme nicht in den Griff zu bekommen seien. Auch die Papiere des Ambac-Rivalen MBIA verloren mit einem Minus von 27 Prozent deutlich. Das Unternehmen fuhr im dritten Quartal einen Verlust ein.

Für die Aktien von Electronic Arts ging es um 6,4 Prozent bergab. Das Unternehmen kommt nicht aus den roten Zahlen heraus und will nun rund 1500 Stellen streichen, wie es am Montag nach Börsenschluss mitteilte. Auch die erneut ins Stocken geratene Übernahme des US-Computerherstellers Sun Microsystems durch den Software-Konzern Oracle lastete auf der Stimmung. Die EU-Kommission äußerte Bedenken gegen die Fusion, die nach den Plänen der beiden Unternehmen schon vor Monaten über die Bühne gehen sollte. Sun-Papiere gaben um 1,1 Prozent nach, die Anteilsscheine von Oracle verloren 0,1 Prozent.

Gefragt waren die Aktien des mit milliardenschweren Staatshilfen vor dem Zusammenbruch geretteten Finanzriesen AIG: Die Aktien legten 3,9 Prozent zu. Die Ratingagentur Moody's hatte sich optimistisch über den Verlauf des dritten Quartals geäußert und erklärt, der Versicherer könne die rund 180 Mrd. Dollar an Staatshilfen wahrscheinlich komplett zurückzahlen.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,07 Mrd. Aktien den Besitzer. 1269 Werte legten zu, 1748 gaben nach und 110 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,99 Mrd. Aktien 873 im Plus, 1798 im Minus und 127 unverändert. An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen auf 101-06/32. Sie rentierten mit 3,480 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten auf 101-14/32 und hatten eine Rendite von 4,412 Prozent.

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