Börse New York
US-Anleger gehen vor Arbeitsmarktdaten in Deckung

Die US-Börsen haben am Dienstag im Minus geschlossen. Hintergrund sind Gewinnmitnahmen angesichts anstehender Arbeitsmarktzahlen, von denen die Geldpolitik der Federal Reserve abhängt. Doch es gab auch Fusionsgeflüster.
  • 0

New YorkGewinnmitnahmen haben die US-Börsen am Dienstag belastet. Nach der Kursrallye am Vortag hielten sich die Anleger nun erst einmal wieder mit ihren Engagements zurück, sagten Händler. Zudem werde der Markt wohl mindestens bis zur Vorlage der aktuellen Arbeitsmarktdaten am Freitag in der Defensive bleiben, von denen sich Hinweise auf den Zeitpunkt der Zinswende in den USA erhofft werden.

Sollten die Job-Daten unerwartet stark ausfallen, könnte die Federal Reserve die Zinsen früher als bislang erwartet anheben. Der Fed-Notenbanker Jeffrey Lacker hält diesen Schritt bereits im Juni für möglich.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 1,1 Prozent tiefer bei 17.776 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 sank 0,9 Prozent auf 2067 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,9 Prozent auf 4900 Punkte. Am Montag hatten noch alle drei Indizes mehr als ein Prozent gewonnen und dabei unter anderem von gleich drei Übernahme-Ankündigungen im Pharmasektor profitiert. Im Monatsvergleich fiel der Dow zwei Prozent, der S&P 1,7 Prozent und der Nasdaq 1,3 Prozent.

Zum Kursrückgang trug auch der weitere Ölpreis-Verfall bei, der Aktien von Ölkonzernen wie etwa Exxon ins Minus drückte. Rohöl kostete erneut rund zwei Prozent weniger und verbilligte sich damit den dritten Tag in Folge.

Händler machten dafür die erfolgversprechenden Gespräche des Westens mit dem Iran über dessen Atom-Programm verantwortlich. Sollte es eine Einigung geben, könnten westliche Sanktionen gegen den Iran gekappt werden und in der Folge auch wieder mehr iranisches Öl auf den ohnehin schon überversorgten Ölmarkt kommen.

Fusionsgeflüster im Fokus

Zudem standen erneut Übernahmen im Fokus. So kündigte der Gebäudeversicherer Endurance den Kauf des Rückversicherers Montpelier Re für knapp zwei Milliarden Dollar an. Montpelier-Aktien stiegen um 0,8 Prozent. Endurance verbilligten sich dagegen um knapp fünf Prozent.

Der US-Kabelnetzbetreiber Charter will den nicht börsennotierten Rivalen Bright House Networks in einem gut zehn Milliarden Dollar schweren Deal übernehmen. Damit schreitet die Konsolidierung auf dem amerikanischen Kabelmarkt weiter voran. Charter-Dividendenpapiere sprangen daraufhin mehr als fünf Prozent in die Höhe.

An der Spitze des S&P 500 zogen die Aktien der CBRE Group um mehr als sechs Prozent an. Der Immobiliendienstleister will dem Mischkonzern Johnson Controls sein Geschäft mit der Immobilien- und Liegenschaftsverwaltung abkaufen. Dessen Titel gewannen mehr als ein Prozent.

Seite 1:

US-Anleger gehen vor Arbeitsmarktdaten in Deckung

Seite 2:

US-Konsumbarometer klettert

Kommentare zu " Börse New York: US-Anleger gehen vor Arbeitsmarktdaten in Deckung"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%