Börse New York
US-Anleger hoffen auf Lösung des Schuldenstreits

Die Hoffnung, dass Europa Griechenland nicht fallen lässt, hat am Dienstag die Börsen in den USA ins Plus geschickt. Im Fokus der Anleger steht Coca-Cola. Der Konzern punktet auf dem einheimischen Markt.
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New YorkDie Hoffnung auf einen Kompromiss im griechischen Schuldenstreit hat am Dienstag auch der Wall Street ein Plus beschert. „Die Märkte sind von dem Drama um Griechenland bestimmt worden und alles was nach Annäherung und Lösung aussieht, wirkt sich positiv aus“, sagte Chef-Marktstratege Art Hogan von Wunderlich Securities.

Die Nachrichtenagentur MNSI hatte unter Berufung auf ungenannte Quellen berichtet, die EU-Kommission wolle eine sechsmonatige Verlängerung für die Griechenlandhilfe anbieten. „Alles was uns glauben lässt, dass wir einen chaotischen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone vermeiden können, ist gut.“

Zur Verbesserung der Marktstimmung trug auch ein Medienbericht bei, wonach sich die Konfliktparteien in der Ukraine auf eine Waffenruhe geeinigt haben sollen. Die so genannte Kontaktgruppe, in der die Ukraine und die prorussischen Separatisten sowie Russland und die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) vertreten sind, habe zudem in Minsk einen Mechanismus zur Überwachung der Feuerpause und zum Abzug schwerer Waffen verabredet, meldete die Nachrichtenagentur Tass weiter. Die Kontaktgruppe traf sich in Minsk vor einem am Mittwoch geplanten Krisengipfel. Zu diesem werden Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Präsident Francois Hollande sowie die Staatschefs Russlands und der Ukraine, Wladimir Putin und Petro Poroschenko, in der weißrussischen Hauptstadt erwartet.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,8 Prozent höher auf 17.868 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 gewann 1,1 Prozent auf 2068 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legte 1,3 Prozent auf 4787 Punkte zu.

Bei den Einzelwerten gewannen die Aktien von Coca-Cola knapp drei Prozent an Wert. Der US-Konzern machte in Nordamerika mehr Umsatz.

Gefragt waren auch Qualcomm -Aktien mit einem Kursaufschlag von 4,7 Prozent. Der Chiphersteller beendet seinen langen Kartellstreit in China mit der Zahlung einer Rekordstrafe in Höhe von 975 Millionen Dollar. Die Ermittlungen hatten sich über 14 Monate hingezogen.

Die Anteilsscheine der Opel-Mutter General Motors (GM) verteuerten sich um 4,2 Prozent. Eine Aktionärsgruppe fordert von dem Autobauer, Aktien im Volumen von rund acht Milliarden Dollar zurückzukaufen. GM sitzt derzeit auf einer Liquiditätsreserve von 37 Milliarden Dollar.

In Frankfurt schloss der Dax 0,9 Prozent höher auf 10.753,83 Punkten. Der EuroStoxx50 legte 1,1 Prozent auf 3383,13 Zähler zu.

Am Mittwoch kommen die Euro-Finanzminister in Brüssel zu einem ersten Gespräch mit der neuen griechischen Regierung zusammen. Athen wollte bislang das aktuelle Hilfsprogramm mit seinen harten Sparauflagen, das Ende Februar ausläuft, nicht verlängern. Ohne Kompromiss steht das Euro-Land vor der Staatpleite. Der griechische Leitindex folgte Dax und EuroStoxx nach oben und zog um acht Prozent an. Der Banken-Index legte 15,8 Prozent zu.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 780 Millionen Aktien den Besitzer. 1739 Werte legten zu, 1325 gaben nach und 123 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,76 Milliarden Aktien 1678 im Plus, 1070 im Minus und 134 unverändert.

Die US-Kreditmärkte gaben nach. Die zehnjährigen Staatsanleihen verloren 15/32 auf 102-6/32. Die Rendite stieg auf 2,0002 Prozent. Der 30-jährige Bond sank 1-9/32 auf 108-22/32 und rentierte mit 2,5792 Prozent. Händler erklärten die Abschläge mit der Vorsicht der Anleger vor Auktionen von Staatsanleihen im Volumen von 64 Milliarden Dollar in dieser Woche.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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