Börse New York
US-Anleger schwankten zwischen Hoffen und Bangen

Nach anfänglichen leichten Kursgewinnen ist der Dow Jones im Handelsverlauf deutlich ins Minus gedreht, bis zum Handelsschluss erholte er sich weitgehend. Vor allem Banktitel mussten Rückschläge verkraften - mal wieder.
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New YorkDie Verschärfung der Euro-Schuldenkrise und die weltweit eingetrübten Konjunkturaussichten haben zum Wochenauftakt auch an der Wall Street für neue Verunsicherung gesorgt. Während der Dax in Frankfurt unter der psychologisch wichtigen Marke von 6000 Punkten schloss, verhinderten nervöse Anleger in New York ein Comeback der Standardwerte.

Einen weiteren Hinweis auf die Konjunkturmisere lieferte am Montag das Washingtoner Handelsministerium, das einen überraschenden Auftragseinbruch der US-Industrie im April vermeldete. Etwas Zuversicht beim Blick über den Atlantik bot Händlern zufolge dagegen Bundeskanzlerin Angela Merkel, die effektivere Maßnahmen zur Haushaltskonsolidierung der Schuldenländer forderte.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte pendelte im Verlauf zwischen einem Hoch von 12.143 und einem Tief von 12.035 Punkten. Das Börsenbarometer verabschiedete sich 0,1 Prozent leichter bei 12.101 Punkten aus dem Handel.

Der breiter gefasste S&P-500 schloss praktisch unverändert bei einem Stand von 1278 Zählern. Der Nasdaq-Index erhöhte sich dagegen um 0,5 Prozent auf 2760 Stellen. In Frankfurt schloss der Dax 1,2 Prozent niedriger bei 5978 Punkten.

Am Freitag hatten die US-Börsen herbe Verluste einstecken müssen, die den Dow auf Jahressicht ins Minus drückten. Am Montag konstatierten Experten zwar eine gewisse Stabilisierung, doch die Unsicherheit der Anleger war weiter deutlich zu spüren. "Es ist ein sehr nervöser Markt und das wird so bleiben", sagte Börsenanalyst Peter Cardillo von Rockwell Global Capital.

Der Auftragseinbruch der US-Industrie im April erwischte die Investoren kalt, hatten Analysten doch ein Plus von 0,2 Prozent prognostiziert. Doch wegen fehlenden Interesses an Erzeugnissen von Autos über Maschinen bis hin zu Computern ließen die Bestellungen zum Vormonat um 0,6 Prozent nach. Dieser dritte Rückgang in vier Monaten lieferten den Anlegern ein weiteres Detail, das ihr Schreckensszenario der weltweiten Konjunkturschwäche noch ergänzte.

Sektorweit legten Telekommunikationswerte am meisten zu. Anders als im europäischen Handel befanden sich Banktitel hingegen unter den größten Verlierern. So sackten JPMorgan am Dow-Ende um 2,9 Prozent ab. Bank of America verloren 1,7 Prozent. Der KBW-Branchenindex büßte 2,2 Prozent ein. Außerhalb des Dow gaben Morgan Stanley sogar um 2,9 Prozent nach, deren Kurs seit Ende März bereits rund 40 Prozent eingebüßt hat.

Die Erwartung weiterer Absatzeinbrüche schickte zudem die Aktien des BlackBerry-Herstellers Research in Motion weiter in den Keller. In New York fiel der Kurs um 5,8 Prozent und beendete den Handel mit einem Wert von unter zehn Dollar.

Die Papiere von Johnson & Johnson stiegen dagegen gegen den Markttrend um 0,9 Prozent auf 62,34 Dollar. Auslöser waren ermutigende Studienergebnisse für ein Prostatakrebs-Mittel. Auch der Kurs des Pharmakonzerns Bristol-Myers Squibb legte 0,9 Prozent zu. Er schloss bei 33,66 Dollar. Hier wirkten sich ebenfalls für das Unternehmen positive Testresultate aus.

Boeing legten um 0,39 Prozent zu. Die Analysten von Stifel Nicolaus hatten die Einstufung für die Titel des weltweit größten Flugzeugbauers angehoben.

Facebook fiel um weitere fast drei Prozent und erreichte zwischenzeitlich einen neuen Tiefststand seit ihrem Börsendebüt vor gut zwei Wochen. Die Titel der Online-Kommunikationsplattform hatten am Freitag nach einem kurzen Erholungsversuch vom Vortag bereits mehr als sechs Prozent verloren. Wer zum Ausgabepreis von 38 US-Dollar eingestiegen ist, muss nun schon ein Minus von fast 30 Prozent verkraften.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 817 Millionen Aktien den Besitzer. 1289 Werte legten zu, 1714 gaben nach und 101 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,8 Milliarden Aktien 1243 Titel im Plus, 1266 im Minus und 117 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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