Börse New York
US-Anleger treten nach Rekordjagd auf die Bremse

An der Wall Street hielten sich die Anleger am Mittwoch zurück. Die Weltbank und die Ukraine-Krise drücken die Stimmung. Amazon legt hingegen etwas zu und soll laut Insidern die Vermittlung von Dienstleistungen planen.
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New YorkAn der Wall Street zeigten sich die Anleger am Mittwoch verhalten. Nach der jüngsten Rekordjagd hätten die Investoren Mühe gehabt, Gründe für weitere Käufe zu finden, sagten Börsianer. Zudem drückte ein Bericht der Weltbank auf die Stimmung der Investoren. Unter anderem wegen der Ukraine-Krise senkte das Institut seine Prognose für das globale Wachstum in diesem Jahr um fast einen halben Prozentpunkt auf 2,8 Prozent. Aber auch deutliche Eintrübungen in den USA infolge des strengen Winters und vor allem Konjunkturabkühlungen in China und anderen Schwellenländern waren für die Revision ausschlaggebend.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab bis zum Schluss 0,6 Prozent auf 16.843 Punkte nach. Der breiter gefasste S&P-500 sank 0,4 Prozent auf 1943 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,1 Prozent auf 4331 Stellen.

Auf den Verkaufslisten standen die Aktien der Bank of America. Die Verhandlungen des Geldhauses mit dem Justizministerium über die milliardenschwere Beilegung des Streits über Altlasten aus der Finanzkrise sind einem Bericht der "New York Times" zufolge in eine Sackgasse geraten. Die Bank-of-America-Papiere fielen 2,1 Prozent.

Dagegen kletterten die Anteilsscheine des US-Chipherstellers Micron Technologies um rund fünf Prozent auf 30,99 Dollar. Credit Suisse hatte das Kursziel auf 50 von zuvor 30 Dollar angehoben.

Amazon legten knapp ein Prozent zu. Wie Insider berichteten, will der Onlinehändler noch dieses Jahr die Vermittlung von lokalen Dienstleistungen wie Babysitter oder Handwerker anbieten.

Die Aktien von Apple und Starbuck's notierten dagegen kaum verändert, obwohl die EU-Kommission die Steuervereinbarungen der beiden Unternehmen in EU-Ländern unter die Lupe nimmt.

In Europa verdarben die Gewinnwarnungen der Lufthansa und des französischen Stahlröhren-Herstellers Vallourec den Anlegern die Laune. Die Aktien beider Konzerne brachen um je mehr als zehn Prozent ein und drückten so in Frankfurt den Dax um 0,8 Prozent auf 9949,81 Punkte und in Paris den CAC40 um 0,9 Prozent. "Das ist für viele eine willkommene Gelegenheit endlich mal die Gewinne der letzten Zeit einzustreichen", sagte ein Händler. Schließlich komme der Dax seit Wochen kaum mehr vom Fleck und tue sich oberhalb der 10.000er Marke auch noch recht schwer. Der EuroStoxx50 büßte 0,8 Prozent auf 3289,09 Zähler ein.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 530 Millionen Aktien den Besitzer. 1147 Werte legten zu, 1872 gaben nach und 139 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,76 Milliarden Aktien 1031 im Plus, 1598 im Minus und 124 unverändert.

Die US-Kreditmärkte ließen leicht Federn. Die zehnjährigen Staatsanleihen verloren 2/32 auf 98-25/32. Die Rendite stieg auf 2,642 Prozent. Der 30-jährige Bond sank 1/32 auf 98-9/32 und rentierte mit 3,469 Prozent. Händler begründeten die Abschläge mit einer enttäuschenden Auktion von zehnjährigen Staatspapieren. Der nur schleppende Verkauf der Bonds habe Ängste am Markt ausgelöst, dass die Nachfrage nach langlaufenden Staatsanleihen abnehmen könnte. Die Handelsumsätze blieben insgesamt dünn.


Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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