Börse New York
US-Anleger ziehen sich zurück

Die Nervosität an der Wall Street ist am Freitag gestiegen. Anleger befürchteten ein Ende der ultralockeren Geldpolitik - und damit ein Ende der Rally. Unter den Einzelwerten sorgte Procter & Gamble für Aufsehen.
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New YorkDie Furcht der Anleger vor einem baldigen Anziehen der US-Geldpolitik hat die Wall Street am Freitag den dritten Tag in Folge ins Minus gezogen.

Allerdings machte der Dow-Jones-Index der 30 industriellen Standardwerte anfängliche Verluste wieder gut und ging mit einem hauchdünnen Plus von 0,1 Prozent und 15.303 Zählern ins Wochenende. Damit ist der Dow Jones Industrial mit dem ersten Wochenverlust seit mehr als einem Monat aus dem Handel gegangen. In der Vorwoche hatte der Index noch um mehr als 1,5 Prozent und seit Jahresbeginn bereits um über 16 Prozent zugelegt.

Der breiter gefasste S&P-500 gab 0,1 Prozent auf 1649 Zähler nach. Der Index der technologielastigen Nasdaq trat bei 3459 Punkten auf der Stelle. In Frankfurt ging der Leitindex mit einem Minus von 0,6 Prozent bei 8305,32 Punkten aus dem Handel. Der EuroStoxx50 gab am Freitag 0,4 Prozent auf 2765,88 Zähler nach.

Für etwas Erleichterung sorgte zwar ein unerwartet starker Anstieg der Bestellungen für langlebige Industriegüter, aber dieser Hoffnungsschimmer für die Konjunktur konnte die Stimmung nicht ins Positive wenden. Analyst Peter Kenny von Knight Capital sprach von einem Stimmungswandel an der Börse: Nach langer Abwesenheit sei die Vorsicht zurückgekehrt. "Die Märkte sind auf der Suche nach einer Neujustierung und einer Kurskorrektur nach unten."

Für den positiven Wochenschluss des Dow-Jones-Indexes sorgte vor allem die Aktie von Procter & Gamble, die um mehr als vier Prozent zulegte. Der Konsumgüter-Hersteller holte seinen früheren Chef A.G. Lafley inmitten eines Umbaus an die Konzernspitze zurück.

"Das ist an Tagen wie diesen ein eindeutiger Beweis, dass noch Geld im Markt ist, um in Aktien zu investieren", kommentierte Tim Griskey von Salaris Asset Management das Plus von Procter & Gamble. Investoren suchten dann nach jeder Ausrede für ihr Engagement.

Die Papiere von Sears standen mit einem Verlust von mehr als 13 Prozent im Fokus. Der Einzelhändler hatte zuvor einen unerwartet hohen Quartalsverlust ausgewiesen. Auch die Papiere anderer Handelsketten wie die Modehäuser Gap (-1,7 Prozent) und Abercrombie & Fitch (-8 Prozent) verbilligten sich deutlich. Gap hatte zwar mit seinen Quartalszahlen die Analystenerwartungen übertroffen und die Prognose bestätigt. Branchenexperten hatten sich aber von den geschäftlichen Zielvorgaben mehr erhofft. Abercrombie & Fitch litten unter einem negativeren Ausblick.

Der Internet-Veteran Yahoo legte hingegen fast 1,2 Prozent zu. Der Konzern ist weiter auf Einkaufstour und hat ein Gebot für das Videoportal Hulu eingereicht, wie zwei mit der Sache vertraute Personen berichteten.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 590 Millionen Aktien den Besitzer. 1320 Werte legten zu, 1629 gaben nach und 134 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,44 Milliarden Aktien 1279 im Plus, 1173 im Minus und 120 unverändert.

Agentur
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Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Für Pessimismus dieser Art gibt es doch überhaupt keinen Grund. Das billige Geld hilft nicht 'dem Zocker', sondern in erster Linie hilft es Unternehmen, sich günstig zu refinanzieren.
    Das billige Geld macht natürlich sparen unattraktiver als es ohnehin schon war. Auch wenn der Sparer das verdrängt - sparen birgt Risiken, wie man in Zypern gesehen hat. Sparen ist und war weder bombensicher, noch hat man nennenswert viel für sein Geld erhalten. Der Fall von "fast gar nichts" auf "minimalster Verlust nahe bei nix" ist nicht wirklich hoch. Das ist natürlich klar, dass sich viele jetzt fragen, wohin mit dem Geld? Das in verbindung mit billiger Unsternehmensfinanzierung treibt die Aktienkurse.

    Ist das unfair? Nein, denn jeder Bürger sollte mündig genug sein, sein Vermögen bestmöglich zu verwalten. Es sollte jedem klar sein, dass Sparer keinen Anspruch auf maximale Sicherheit bei hoher Rendite haben können.







  • Alle Preise und Kurse einschließlich Zinsen usw. können mainpuliert werden. Da bilden Aktien doch überhaupt keine Ausnahme.
    Die Erwartung im Moment ist, dass sich Weltwirtschaft von der Finanzkrise erholen wird, die Zinsen durch die Zentralbanken längere Zeit niedrig gehalten werden und Anleihekäufe noch einige Zeit weiter gehen. An diesem Szenario hat sich nichts geändert auch wenn die Fed absichtlich Unsicherheit induziert, damit sich der Markt nicht so schnell heiß läuft. EZB und BoJ werden aber eher Zinsen senken (EZB) und Anleihekäufe verstärkern als den Märkte zur Vorsicht zu mahnen. Aktien werden die nächsten Jahre vermutlich hervorragend laufen und deswegen erscheinen sie alternativlos.

    Im Moment sehe ich keinen Grund, mich nicht weiter am Aktienmarkt zu engagieren. Der Einstieg in Rohstoffe und Anleihen steht für mich erst im nächsten Jahr wieder auf der Agenda.

  • Ich habe auch festgestellt das Aktien nicht das sind für das ich sie mal gehalten hab . Ich hab mal geglaubt das sind Anteile an Unternehmen und ich kann am Erfolg teilhaben . Ich bin zu der Erkenntnis gekommen das Kurse manipuliert werden und im Moment nur steigen magels Alternativen . Aber so lang es läuft kann man doch an den Gewinnen teilhaben .

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