Börse New York: US-Börsen erholen sich von Trump-Dämpfer

Börse New York
US-Börsen erholen sich von Trump-Dämpfer

Die Wall Street reagierte verschreckt auf den Auftritt vom künftigen US-Präsident Donald Trump, der die Medikamentenpreise kritisierte. Am Ende erholten sich die Aktien aber wieder. Auf der Gewinnerseite: Energiewerte.
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New YorkDie Wall Street hat am Mittwoch verschreckt auf den Auftritt des künftigen US-Präsidenten Donald Trump reagiert. Im späten Handel erholten sich die US-Börsen aber wieder und schlossen etwas fester. Aggressive Bemerkungen Trumps zu den Medikamentenpreisen sorgten vor allem für Druck auf die Pharmawerte. Börsianer sprachen von einer unruhigen Stimmung am Markt.

Von Trumps erster Pressekonferenz seit dem Wahlsieg Anfang November hatten die Investoren vor allem neue Hinweise erwartet, wie der neue Präsident das Wirtschaftswachstum forcieren will. Allein seine Ankündigung eines großangelegten Konjunkturprogramms hatte die US-Börsen auf Rekordhöhen getrieben. Zuletzt waren die Akteure aber vorsichtiger geworden. Mit ein Grund dafür ist die in Kürze beginnende Berichtssaison der Unternehmen.

Der Dow-Jones -Index der Standardwerte ging 0,5 Prozent fester aus dem Handel mit 19.954 Punkten und näherte sich damit wieder der psychologisch wichtigen 20.000er-Marke, die er noch nie überschritten hat. Der breiter gefasste S&P-500 gewann 0,3 Prozent auf 2275 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq stieg um 0,2 Prozent auf rund 5564 Stellen. In Frankfurt schloss der Dax 0,5 Prozent fester höher bei 11.646 Zählern.

An der Wall Street standen Pharmawerte klar im Mittelpunkt. Der Gesundheitssektor gab im Schnitt ein Prozent nach, der Biotechnologie-Index der Nasdaq sogar drei Prozent. Auslöser war die scharfe Kritik Trumps an den Pharmafirmen. So warf er diesen vor, in ihren Preisforderungen an den Staat "über Leichen zu gehen". Dies werde sich unter seiner Regierung ändern.

Gegen den Trend zulegen konnte der Pharmariese Merck, dessen Kurs 2,9 Prozent stieg. Er profitierte von einer Mitteilung der Gesundheitsbehörde FDA, wonach diese eine Medikamentenkombination zur Behandlung von Lungenkrebs rasch prüfen will.

Zu den Verlieren gehörten auch die Aktien des Rüstungskonzerns Lockheed Martin, die 0,4 Prozent einbüßten. Auch hier äußerte Trump Kritik wegen seiner Ansicht nach zu hohen Kosten. Lockheeds Programm für den Kampfflieger F-35 liege weit hinter dem Zeitplan zurück und koste Milliarden mehr als ursprünglich veranschlagt.

Auf der Gewinnerseite waren dagegen Energiewerte, die im Schnitt 1,2 Prozent anzogen. Sie profitierten von steigenden Ölpreisen.

An der New Yorker Börse wechselten rund 890 Millionen Aktien den Besitzer. 2026 Werte legten zu, 922 gaben nach und 134 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,93 Milliarden Aktien 1564 im Plus, 1287 im Minus und 205 unverändert.

An den US-Kreditmärkten legten die Kurse zu, weil Trumps Äußerungen Anleger in sichere Anlagehäfen trieben. Die zehnjährigen Staatsanleihen gewannen 4/32 auf 96-26/32. Sie rentierten mit 2,36 Prozent. Die 30-jährigen Bonds stiegen 14/32 auf 98-18/32 und hatten eine Rendite von 2,95 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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