Börse New York
US-Börsen finden keine gemeinsame Richtung

Der Dow Jones schloss am Mittwoch im Minus. Grund sind unter anderem die enttäuschenden Quartalszahlen von IBM. Investoren blickten außerdem auf die Berichte von American Express und Ebay.
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New YorkDie US-Börsen haben sich am Mittwoch uneinheitlich präsentiert. Überraschend starke Zahlen der Bank Morgan Stanley verhinderten größere Kursverluste. Die Wall Street befinde sich im Spannungsfeld zwischen den jüngsten Bilanzen der Konzerne und den geopolitischen Entwicklungen, sagten Aktienhändler. Negativ wirkte sich der Rückgang der Ölpreise aus.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,6 Prozent tiefer auf 20.404 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 sank um 0,2 Prozent auf 2338 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq erhöhte sich dagegen um 0,2 Prozent auf 5863 Punkte.

Bei Yahoo setzten auch gute Zahlen keine Energien frei: Die Aktien sanken um 1,18 Prozent, obwohl das kriselnde Online-Urgestein im letzten eigenständigen Quartal vor der Übernahme des Kerngeschäfts durch den Telekomkonzern Verizon besser als erwartet abgeschnitten hatte.

Dagegen erfreute die Investmentbank Morgan Stanley ihre Aktionäre: Mit einem Ertrags- und Gewinnsprung in den ersten drei Monaten des Jahres hatte sie an ihr gutes Ergebnis aus dem Schlussquartal 2016 angeknüpft. Mit einem Plus von 2,01 Prozent gehörten die Aktien zu den besseren Werten im S&P 500.

Die an der New Yorker Börse gelisteten Anteilscheine des Autobauers Fiat Chrysler profitierten mit plus 2,36 Prozent von guten Absatzzahlen. Im März hatte das Unternehmen in Europa 17,7 Prozent mehr Fahrzeuge verkauft als ein Jahr zuvor. Beim Elektroautobauer Tesla konnten sich die Investoren über einen Kursanstieg von 1,76 Prozent freuen. Tesla-Chef Elon Musk hatte im Streit mit der IG Metall eine Jobgarantie für die Mitarbeiter des übernommenen deutschen Autozulieferers Grohmann abgegeben.

Dass die Fernsehsenderkette Sinclair Broadcast den Zeitungs- und TV-Konzern Tribune Media kaufen will, nützte den Aktien des Interessenten mehr als denen des Übernahmeziels: Während Sinclair um 3,06 Prozent zulegten, schafften Tribune lediglich ein Plus von 1,88 Prozent auf 38,41 US-Dollar. Beim Blick auf den gebotenen Preis je Aktie „im hohen 30-Dollar-Bereich“ überrascht der mäßige Kursanstieg der Tribune-Titel allerdings nicht, die schon am Dienstag bei 37,70 Dollar geschlossen hatten.

IBM hatte zum Jahresauftakt weiter unter der Schwäche im traditionellen Computer-Kerngeschäft gelitten und meldete nun das 20. Quartal in Folge einen Umsatzrückgang. Der Konzern tut sich schwer mit dem von Vorstandschefin Ginni Rometty forcierten Wandel hin zum modernen Anbieter von Cloud-Services, Daten-Analyse, künstlicher Intelligenz und Sicherheits-Software. Die Papiere büßten als abgeschlagenes Dow-Schlusslicht 4,92 Prozent ein.

Anleger warteten ferner auf die Quartalsberichte von American Express, Ebay und Qualcomm, die nach Handelsschluss veröffentlicht werden sollten.

Der Euro zollte mit einem leichten Minus dem starken Vortag Tribut und kostete im New Yorker Handel zuletzt 1,0715 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs davor auf 1,0725 Dollar festgesetzt. In Frankfurt schloss der Dax nach einer mehrtägigen Talfahrt am Mittwoch 0,1 Prozent höher bei 12.016 Punkten. Der EuroStoxx50 gewann 0,3 Prozent auf 3420 Zähler.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 820 Millionen Aktien den Besitzer. 1366 Werte legten zu, 1530 gaben nach, und 186 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,74 Milliarden Aktien 1702 im Plus, 1121 im Minus und 227 unverändert.

Die US-Kreditmärkte gaben nach. Die zehnjährigen Staatsanleihen verloren 8/32 auf 100-13/32. Die Rendite stieg auf 2,21 Prozent. Der 30-jährige Bond sank 15/32 auf 102-23/32 und rentierte mit 2,86 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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