US-Börsen starten mit Kursverlusten

Börse New York
US-Börsen schließen mit leichten Verlusten

Die Wall Street atmete nach der Rekordjagd der Vorwoche durch. Besonders gefragt waren die Titel des IT-Unternehmens Cognizant, die um 9,9 Prozent stiegen. Europäische Anleger flüchteten wegen Italien-Sorgen aus Aktien.
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New YorkDie Wall Street atmet nach der Rekordjagd der Vorwoche erst einmal durch. "Da es heute keine wichtigen Konjunkturmeldungen gibt, haben die Investoren Gelegenheit zu Gewinnmitnahmen", sagte Chefanalyst Peter Cardillo vom New Yorker Finanzhaus First Standard Financial. Zudem fiel der "Black Friday", der Tag nach Thanksgiving und der umsatzstärkste im Jahr für den US-Einzelhandel, etwas schwächer aus als erwartet. Dies habe eine Katerstimmung bei den Investoren ausgelöst, sagte ein Händler.

Der Dow-Jones-Index der 30 Standardwerte schloss 0,3 Prozent tiefer auf 19.097 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 gab 0,5 Prozent nach auf 2201 Zähler. Der Nasdaq-Index mit vielen Technologiewerten fiel um 0,6 Prozent auf 5368 Stellen.

Bei den Einzelwerten standen Amazon -Titel unter Druck, die 1,7 Prozent nachgaben. Die Analysten der Citigroup hatten zuvor das Kursziel für die Papiere des weltgrößten Onlinehändlers gesenkt.

Gefragt waren dagegen die Anteilsscheine des Verlages Time, die sich um fast 18 Prozent verteuerten. Das Unternehmen hat einem Bericht der New York Post zufolge ein Übernahmeangebot des Milliardärs Edgar Bronfman Jr. abgelehnt.

Der Einstieg des streitbaren Hedgefonds Elliott gefiel den Anlegern des US-IT-Dienstleisters Cognizant Die Aktien kletterten um fast sieben Prozent. Elliott, hinter dem der einflussreiche Investor Paul E. Singer steht, kaufte vier Prozent an Cognizant. In einem Brief forderte er das Management unter anderem zu einem 2,5 Milliarden Dollar schweren Aktienrückkauf auf, der in der ersten Jahreshälfte 2017 begonnen werden soll. Damit will er den Aktienkurs nach oben treiben.

Aus Sorge vor einer Regierungskrise in Italien suchten europäische Aktienanleger am Montag das Weite. Vor allem Finanzwerte gerieten unter Druck, da Investoren Rückschläge bei der Sanierung italienischer Institute befürchteten. Der Dax verlor 1,1 Prozent auf 10.582,67 Punkte. Der europäische Auswahlindex EuroStoxx50 gab ein Prozent auf 3016,80 Zähler nach. "Das Verfassungs-Referendum am kommenden Sonntag ist Italiens Brexit-Moment und ein Nein würde gewaltige Schockwellen durch die Märkte schicken", sagte Marktanalyst Neil Wilson vom Brokerhaus ETX Capital.

Umfragen deuten darauf hin, dass die Italiener die Verfassungsreform am 4. Dezember ablehnen. Das könnte eine politische Krise in dem hoch verschuldeten Land auslösen, da Ministerpräsident Matteo Renzi für diesen Fall seinen Rücktritt angekündigt hat. "Neuwahlen mit ungewissen Ausgang wären die Folge", erklärten die Analysten der National-Bank

An der New York Stock Exchange wechselten rund 870 Millionen Aktien den Besitzer. 995 Werte legten zu, 1975 gaben nach und 124 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,6 Milliarden Aktien 850 im Plus, 2004 im Minus und 186 unverändert.

Die US-Kreditmärkte legten zu. Die zehnjährigen Staatsanleihen gewannen 14/32 auf 97-5/32. Die Rendite sank auf 2,3196 Prozent. Der 30-jährige Bond erhöhte sich um 20/32 auf 97-26/32 und rentierte mit 2,9859 Prozent. Händler erklärten die Aufschläge mit Käufen von Investoren zum Monatsende. Außerdem sei der Markt der Ansicht, dass die jüngsten Verkäufe nach dem Überraschungssieg von Donald Trump übertrieben gewesen seien.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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