Börse New York
US-Börsen schließen mit Verlusten

In New York blieben die Anleger skeptisch. Zunächst nutzten nur wenige Anleger die Verluste vom Vortag für einen günstigen Einstieg. Wirklich aus dem Fenster wagten sich nur Wenige. Der Dow Jones gab leicht nach.
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New YorkDie US-Aktienmärkte haben am Dienstag mit Verlusten geschlossen. Angesichts unerwartet schwacher Konjunkturdaten und Protesten in Hongkong trennten sich viele Börsianer von ihren Papieren. Die Stimmung der US-Verbraucher brach im September einer Umfrage zufolge überraschend ein. Das Konsumbarometer fiel auf 86 Punkte von revidiert 93,4 Zählern im Vormonat. Dies ist der niedrigste Wert seit Mai. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Experten hatten mit 92,5 Zählern gerechnet. Der private Konsum macht in den USA rund 70 Prozent der Wirtschaftsleistung aus.

Nach tagelangen Massenprotesten bereiten sich in Hongkong Zehntausende Gegner der chinesischen Zentralregierung auf die gewaltsame Räumung der Straßen der Millionenmetropole vor. Führende Vertreter der Bewegung berichteten von anonymen Einschüchterungsversuchen. Marktteilnehmer fürchten, dass wegen der Demonstrationen der Wachstumsmotor China ins Stottern geraten könnte.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab 0,2 Prozent auf 17.043 Punkte nach. Der breiter gefasste S&P 500 sank um 0,3 Prozent auf 1972 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab um 0,3 Prozent auf 4493 Stellen nach. Im Monatsvergleich sank der Dow um 0,3 Prozent, der S&P um 1,5 Prozent und der Nasdaq um 1,9 Prozent. Auf Quartalsbasis erzielte der Dow ein Plus von 1,3 Prozent, der S&P von 0,6 Prozent und der Nasdaq von 1,9 Prozent. In Frankfurt gewann der Dax am Dienstag 0,6 Prozent auf 9474 Punkte, der EuroStoxx50 legte um 1,4 Prozent zu.

Bei den US-Einzelwerten waren Aktien von eBay besonders gefragt. Der Konzern beugt sich den Forderungen von Investoren und spaltet den Bezahldienst PayPal ab. In der zweiten Jahreshälfte 2015 soll PayPal als eigenständiges Unternehmen an die Börse gebracht werden. Anleger begrüßten die Pläne und griffen beherzt zu. eBay-Aktien kletterten um mehr als sieben Prozent.

Apple-Anteilsscheine legten um 0,6 Prozent zu, obwohl dem Konzern milliardenschwere Steuernachzahlungen drohen. Die EU-Kommission wirft Irlands Fiskus vor, den iPhone-Hersteller durch besondere Vereinbarungen begünstigt und diesem damit verbotene Staatshilfen gegeben zu haben. Allerdings erhielt Apple nach Sicherheitszusagen in China die Genehmigung, seine neuen iPhone-Modelle zu verkaufen.

Zu den Verlierern zählten die Aktien von Ford. Die Anteilsscheine des zweitgrößten US-Autobauers verbilligten sich um 2,1 Prozent. Das Unternehmen hatte sein Gewinnziel für das laufende Jahr wegen hoher Kosten für Rückrufe und schwacher Geschäfte in Russland und Südamerika um mehr als eine Milliarde auf sechs Milliarden Dollar vor Steuern nach unten korrigiert.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 910 Millionen Aktien den Besitzer. 1135 Werte legten zu, 1941 gaben nach, und 111 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,1 Milliarden Aktien 824 im Plus, 1864 im Minus und 124 unverändert.

Die US-Kreditmärkte gaben nach. Die zehnjährigen Staatsanleihen verloren 3/32 auf 98-29/32. Die Rendite lag bei 2,5 Prozent. Der 30-jährige Bond sank 12/32 auf 98-19/32 und rentierte mit 3,2 Prozent. Händler begründeten die Abschläge mit Sorgen, dass der Vermögensverwalter Pimco nach den Kapitalabflüssen Anleihen auf den Markt werfen muss.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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