Börse New York
US-Börsen verlieren die Richtung

Die US-Wirtschaft will nicht recht in Schwung kommen. Schwache Arbeitsmarktdaten legten sich bleiern auf die Wall Street. Die Zahlen in Europa konnten auch nicht überzeugen. Die Börse schloss uneinheitlich.
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Die Wall Street hat am Mittwoch keine klare Richtung finden können. Negative Konjunktursignale aus der Euro-Zone und den USA drückten Dow sowie S&P ins Minus. Nach dem Höhenflug des Vortages gaben enttäuschende Zahlen vom US-Arbeitsmarkt und der europäischen Industrie Anlass für Verkäufe. Anleger sahen in den Job-Zahlen ein düsteres Vorzeichen für den am Freitag anstehenden Arbeitsmarktbericht der Regierung.

In der Folge trennten sich Händler vor allem von Energie- und Finanzwerten. So büßten die Titel der Citigroup 2,7 Prozent ein. Die die Nasdaq konnte dagegen zulegen: So galt etwa die Aktie von Intel als unterbewertet. Das Papier schloss 0,8 Prozent im Plus.

Am Vortag hatte der Dow nach überraschend positiven Daten von der US-Industrie auf dem höchsten Stand seit vier Jahren geschlossen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab zur Wochenmitte 0,1 Prozent auf 13.268 Punkte nach. Der breiter gefasste S&P-500-Index fiel um 0,3 Prozent auf 1402 Punkte. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann dagegen 0,3 Prozent auf 3059 Punkte. In Frankfurt schloss der Dax 0,8 Prozent im Minus bei 6710 Punkten.

Die privaten Unternehmen in den USA schufen im April deutlich weniger neue Jobs als erwartet und schürten damit Sorgen, die Erholung der US-Wirtschaft stehe noch immer auf tönernen Füßen. Zwar stieg die Zahl der neuen Stellen im vergangenen Monat um 119.000, wie die private Arbeitsagentur ADP mitteilte. Das war aber der niedrigste Wert seit September 2011.

Im März entstanden noch 201.000 neue Stellen. Von Reuters befragte Analysten hatten für April ein Plus von 177.000 erwartet. "Die Stärke der Erholung der US-Wirtschaft ist immer noch unsicher - das ist klar", sagte Analyst David Carter von Lenox Advisors. Das Arbeitsministerium veröffentlicht am Freitag die offiziellen Daten vom Stellenmarkt. Experten gehen davon aus, dass die Arbeitslosenquote bei 8,2 Prozent verharrt.

Zudem erlitt die US-Industrie im März ihr größtes Auftragsminus seit rund drei Jahren. Die Konjunkturdaten seien enttäuschend, räumte Peter Kenny von Knight Capital ein. Ingesamt steige die US-Produktion aber.

Doch auch in der Euro-Zone droht die Frühjahrsbelebung in der Industrie wegen der harten Sparprogramme vieler Krisenstaaten auszufallen. Der Einkaufsmanagerindex des Markit-Instituts rutschte um 1,8 auf 45,9 Punkte ab. Das ist der schlechteste Wert der Umfrage unter 3000 Firmen seit knapp drei Jahren. Damit entfernte sich das Barometer weiter von der 50-Punkte-Marke, ab der Wachstum signalisiert wird.

MasterCard verlor knapp ein Prozent, obwohl kauffreudige Kunden dem Kreditkartenkonzern zum Jahresauftakt kräftig Geld in die Kassen spülten. Der Nettogewinn stieg im ersten Quartal unerwartet deutlich um rund ein Fünftel auf 682 Millionen Dollar. Allerdings rechnet der Konzern auf Jahressicht nicht mit einem ähnlichen Wachstum. Hintergrund sind die Konjunktursorgen in den USA und in Europa sowie die ohnehin schon guten Geschäfte im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Anteilsscheine von Time Warner wurden 1,7 Prozent tiefer gehandelt. Das Aus einer Fernsehserie mit Dustin Hoffman hat dem Medienriesen die Quartalsbilanz verhagelt. Das Unternehmen steigerte seinen Umsatz im ersten Vierteljahr zwar um mehr als vier Prozent auf fast sieben Milliarden Dollar, konnte daraus aber keinen höheren Gewinn schlagen.

Übernahmepläne trieben einzelne Aktien an. Der Frauenmodekonzern Ascena Retail Group will für 857 Millionen Dollar den Rivalen Charming Shoppes kaufen. Ascena-Papiere kletterten um zehn Prozent. Charming-Titel schossen sogar um fast 24 Prozent in die Höhe.

Auch die Aktien des Chipherstellers Standard Microsystems waren gefragt. Sie schnellten um mehr als 38 Prozent nach oben, nachdem der größere Rivale Microchip Technology ein Kaufangebot über 829 Millionen Dollar auf den Tisch gelegt hatte.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 780 Millionen Aktien den Besitzer. 1304 Werte legten zu, 1666 gaben nach und 124 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,83 Milliarden Aktien 1367 im Plus, 1154 im Minus und 104 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Die USA haben Wahljahr. Das geht mit Unterinvestion einher. Bis zum High-Noon Ende 2012 wird es keine Überraschungen geben, weder positiv noch negativ. Es wird einfach nichts passieren, sodass auch Null-News Kurse bewegen können.
    Ich denke dass es energiepolitisch die größten Differenzen gibt. Dort wird 2012 die Musik spielen.

  • Einkaufsmanagerindices teils auf 3-Jahrestief gefallen

    Schweiz: Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe April sinkt auf 46,9 Punkte (Prognose: 53,6) von 51,1 Punkten im Vormonat.
    09:33 - Echtzeitnachricht

    Norwegen: Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe im April sinkt auf 53,7 Punkte (Prognose: 57,0) von revidiert 59,3 (59,7) Punkten im Vormonat.
    09:02 - Echtzeitnachricht

    Italien: Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe April sinkt auf 43,8 Punkte (Prognose: 46,9) von 47,9 Punkten im Vormonat.
    09:43 - Echtzeitnachricht

    Deutschland: Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe April (endgültig) sinkt auf 46,2 Punkte (vorläufig: 46,3) von 48,4 Punkten im Vormonat.
    09:53 - Echtzeitnachricht

    Griechenland: Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe April sinkt auf 40,7 Punkte von 41,3 Punkten im Vormonat.
    09:59 - Echtzeitnachricht

    Eurozone: Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe April (endgültig) sinkt auf 45,9 Punkte (vorläufig: 46,0) von 47,7 Punkten im Vormonat.
    09:59 - Echtzeitnachricht

    n Spanien fiel der Einkaufsmanagerindex der Industrie auf 43,5 Punkte und damit auf den tiefsten Stand seit 34 Monaten.

    Die Daten der jüngsten Umfrage des Ifo-Instituts haben ein völlig anderes Bild gezeigt. Der Ifo-Geschäftsklima-Index für Deutschland stieg im April das sechste Mal in Folge an und zeigte unter den deutschen Führungskräften weiterhin eine sehr gute Stimmung.


    Griechenland ist am Ende der Fahnenstange angelangt, und die Nachrichten aus anderen EU-Ländern sprechen die gleiche Sprache.
    Wenn nicht bald ein Kurswechsel in der EU-Politik stattfindet, wird sich das Phänomen ausweiten, auch sogenannte starke Volkswirtschaften werden dann erheblich unter der fehlgeleiteten Fiskalpolitik der EU-Oberen zu leiden haben.



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