Börse New York
US-Budgetstreit bremst US-Börsen

Am achten Tag des Stillstands der US-Behörden und neun Tage vor der Erreichung der Schuldengrenze haben die Märkte erneut Federn gelassen. Derweil startet nach Börsenschluss die Berichtssaison.
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New YorkDer kompromisslos geführte Haushaltsstreit in den USA hat am Dienstag die New Yorker Aktienmärkte ins Minus gezogen. Ein Telefonat zwischen Präsident Barack Obama und seinem republikanischen Gegenspieler John Boehner brachte offenbar keine Fortschritte. Sollte es keine Einigung in den kommenden Tagen gegeben, droht den USA ab Mitte Oktober die Zahlungsunfähigkeit.

„Die Sorgen auf dem Markt nehmen wegen des Stillstandes ohne Zweifel zu - und die Angst davor, dass das Undenkbare doch passieren könnte“, sagte der Volkswirt Peter Cardillo von Rockwell Global Capital.

Der Dow-Jones-Index mit den 30 Standardwerten schloss 1,1 Prozent schwächer bei 14.776 Punkten. Im Verlauf pendelte er zwischen 14.773 und 14.938 Stellen. Der S&P 500 verlor 1,2 Prozent auf 1655 Zähler. Der Nasdaq verringerte sich um zwei Prozent auf 3694 Punkte. Der Dax verabschiedete sich mit einem Minus von 0,4 Prozent bei 8555 Punkten in den Feierabend. Der EuroStoxx50 verlor 0,7 Prozent auf 2903 Zähler.

Bereits seit vergangener Woche befinden sich in den USA Hunderttausende Bundesangestellte im Zwangsurlaub, weil sich Demokraten und Republikaner unabhängig von der Schuldengrenze nicht auf einen Haushalt einigen können. Der Haushaltsnotstand hat auch dazu geführt, dass Konjunkturdaten der Regierung ausbleiben und sich Investoren auf Unternehmensdaten konzentrieren.

Futter kommt ab Dienstag nach Börsenschluss: Dann legt der von Ex-Siemens -Chef Klaus Kleinfeld geleitete Aluhersteller Alcoa seine Quartalszahlen vor, ebenso wie der Fast-Food-Konzern Yum Brands, zu dessen Marken KFC oder Pizza Hut gehören. Alcoa-Aktien gaben vor den mit Spannung erwarteten Quartalszahlen rund 0,4 Prozent nach.

Im Interesse der Anleger standen die Aktien der angeschlagenen Kaufhauskette JC Penney. Die Umsatzzahlen verbesserten sich im September weiter, wie das Unternehmen mitteilte. Anleger zeigten sich erfreut, so dass die Aktie um 0,8 Prozent zulegte.

Gefragt waren auch Papiere des Pharmahändlers McKesson mit einem Kursaufschlag von 3,2 Prozent. Kreisen zufolge will der US-Branchenprimus den deutschen Konkurrenten Celesio zu einem Preis von etwa 22 Euro je Aktie kaufen. Celesio gingen mit einem Aufschlag von über 20 Prozent auf 20,49 Euro aus dem Handel.

Größter Verlierer im technologielastigen Nasdaq-Index waren die Aktien von Facebook mit einem Kursabschlag von mehr als sechs Prozent. Händler verwiesen auf Gewinnmitnahmen nach den kräftigen Kurszuwächsen in diesem Jahr.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,73 Milliarden Aktien den Besitzer. 554 Werte legten zu, 2406 gaben nach und 121 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,07 Milliarden Aktien 504 im Plus, 2038 im Minus und 78 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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