Börse New York
US-Indizes rutschen in die Verlustzone

Erst pendelten die Aktienkurse um ihr Vortagsniveau, dann ging es bergab. Anleger zeigten sich wegen des Haushaltsstreits in Washington verunsichert. Zu den Verlierern gehörten Einzelhändler.
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New YorkDer ungelöste US-Haushaltsstreit hat am Mittwoch auf die Handelslaune der Anleger an der Wall Street gedrückt. Sollte es nicht gelingen, die gesetzliche Schuldenobergrenze anzuheben, sind die Bundesbehörden nach Einschätzung von Experten ab Mitte Oktober zahlungsunfähig. Positiv wurde an der Wall Street der leichte Anstieg der Auftragseingänge für langlebige Güter im August aufgenommen, da Analysten mit einer Stagnation gerechnet hatten.

Noch gebe es Hoffnung auf eine Einigung in letzter Minute, hieß es bei Händlern. Investoren seien wegen der unsicheren Lage weder bereit auszusteigen noch einzusteigen, sagte Analyst Rick Meckler von LibertyView. Angesichts der verhärteten Fronten zwischen Demokraten und Republikanern seien die Sorgen vieler Anleger um eine Einigung auf eine konjunkturverträgliche Refinanzierung der US-Schulden berechtigt, hieß es bei mehreren Banken.

"Dass sie den Karren aber so richtig vor die Wand fahren, kann sich niemand hier vorstellen. Da wird es in letzter Minute sicher wieder eine Einigung geben - wie schon früher", fasste ein Börsianer zusammen. US-Finanzminister Jack Lew warnte die Kongressabgeordneten: "Sollte die Regierung letztendlich nicht mehr in der Lage sein, all ihre Rechnungen zu bezahlen, könnte dies katastrophale Folgen haben."

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss mit einem Minus von 0,4 Prozent auf 15.273 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 0,3 Prozent auf 1692 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq ging mit minus 0,2 Prozent bei 3761 Stellen aus dem Handel. Der Dax schloss mit 8666 Punkten einen Zähler oder 0,01 Prozent höher. Der EuroStoxx legte um 0,15 Prozent zu.

Im Mittelpunkt des Interesses bei den Einzelwerten standen in New York vor allem Facebook-Aktien. Die Papiere verteuerten sich nach Hochstufungen von Brokern um gut zwei Prozent. Ebenfalls im Plus notierten Aktien der Großbank JP Morgan Chase. Nach Medienberichten, der Streit über Verstöße beim Verkauf hypothekenbesicherter Wertpapiere könne mit elf Milliarden Dollar beigelegt werden, kletterte der Aktienkurs um knapp drei Prozent.

Auf der Gewinnerseite standen auch Papiere des Medizintechnik-Herstellers Mako Surgical, dessen Aktien gut 82 Prozent in die Höhe schossen. Der größere Konkurrent Stryker will Mako für 1,7 Milliarden Dollar übernehmen.

Dagegen fielen Wal-Mart-Aktien um 1,4 Prozent. Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte berichtet, der Einzelhändler fahre die Bestellungen bei seinen Zulieferern in diesem und kommenden Quartal herunter. J.C.Penney-Papiere stürzten knapp 15 Prozent auf ihren niedrigsten Stand seit 13 Jahren. In einer Einschätzung von Goldman Sachs hieß es, die Umsätze des Einzelhändlers dürften sich langsamer erholen als erwartet.

Aktien des Smartphone-Hersteller Blackberry gaben mehr als sechs Prozent nach. Am Markt wuchsen die Zweifel, ob sich die 4,7 Milliarden Dollar schwere Übernahmeofferte von Fairfax Financial Holdings realisieren lässt.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 640 Millionen Aktien den Besitzer. 1515 Werte legten zu, 1465 gaben nach und 104 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,81 Milliarden Aktien 1170 im Plus, 1315 im Minus und 127 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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