Börse New York
US-Jobzahlen lähmen Wall Street

Die Angst vor einem lahmen Frühling scheint bestätigt. Nach dem enttäuschenden Arbeitsmarktbericht verabschiedete sich die Wall Street im Minus ins Wochenende. Euphorie löste jedoch das Karriere-Netzwerk LinkedIn aus.
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New YorkSchwächere Arbeitsmarktdaten haben an den New Yorker Börsen Zweifel an der Erholung der US-Wirtschaft geschürt. Zum Wochenausklang mischte sich unter den Anlegern die Ernüchterung über den jüngsten Job-Bericht mit der bangen Erwartung zum Wahlausgang in Frankreich und Griechenland am Wochenende.

In der US-Wirtschaft wurden im April überraschend wenig neue Stellen geschaffen, womit der Arbeitsmarkt abermals in den Mittelpunkt der nur schleppenden Konjunkturerholung der USA rückte. Mit der Aussicht auf Regierungswechsel in Paris und Athen fürchten viele Anleger zudem Rückschläge im Kampf gegen die Euro-Schuldenkrise, die die Wall Street weiter nervös macht. Energie-Konzerne gehörten zu den größten Verlierern. Gegen den Trend verbuchte das Online-Karrierenetzwerk LinkedIn satte Kursgewinne.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte zuletzt mit einem Minus von 1,3 Prozent bei 13.038 Punkten. Im Handelsverlauf pendelte das Marktbarometer zwischen 13.022 und 13.205 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index verlor 1,6 Prozent auf 1369 Punkte. Der Index der Technologiebörse Nasdaq büßte 2,3 Prozent ein und ging mit 2956 Punkten aus dem Handel.

Für die gesamte Woche ergaben sich für die wichtigsten Indizes deutliche Verluste: 1,4 Prozent für den Dow; 2,4 Prozent für den S&P und 3,7 Prozent für die Nasdaq. Die Nasdq hat seit November in einer Woche nicht mehr so viel verloren, der S&P-Index seit Dezember. In Frankfurt schloss der Dax knapp zwei Prozent im Minus bei 6561 Punkten.

Die Entwicklung des Arbeitsmarkts sei für die Anleger nicht zuletzt deshalb so wichtig, weil sie der US-Notenbank Federal Reserve bei ihren geldpolitischen Entscheidungen als wichtiges Kriterium dient, sagte Kim Forrest von der Fort Pitt Capital Group.

Die Konjunkturmaßnahmen der Fed hätten die Börsen zuletzt stark angetrieben, so dass der Zustand des Arbeitsmarktes Aufschluss über weitere Schritte von Ben Bernanke und seinen Kollegen geben könnte. Die nun mutmaßlich gestiegenen Aussichten für weitere Notenbank-Hilfen seien das einzig Positive, was man dem Arbeitsmarktbericht abgewinnen könnte, sagte Ron Florance von der Wells Fargo Private Bank in Scottsdale, Arizona.

Im April stieg die Zahl der Beschäftigten zwar um 115.000, wie das Arbeitsministerium mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten aber im Schnitt mit 170.000 kalkuliert. Im März waren es 154.000 und damit 34.000 mehr als zunächst ermittelt. Die Arbeitslosenquote sank von 8,2 auf 8,1 Prozent.

Sorgen vor einer schwächeren Konjunkturentwicklung in den USA drosselten die Nachfrage nach Rohöl, das erstmals seit Februar wieder unter 100 Dollar pro Barrel gehandelt wurde. Der S&P-Energie-Index verlor 2,2 Prozent. Chevron wurde mehr als zwei Prozent tiefer gehandelt.

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  • Lügen haben nun einmal kurze Beine, auch in den USA. Oder in Europa: http://der-oekonomiker.blogspot.de/2012/04/standpunkt-199-europas-lugen.html.

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