Börse New York
US-Notenbanker schickt Wall Street ins Minus

Miese Konjunkturdaten bringen die Wall Street in Bedrängnis. So stiegen die Konsumausgaben nicht so stark wie von den Experten erwartet. Die Anleger reagieren allergisch auf die Daten. Im Dow und im S&P ging es abwärts.
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New YorkMit seinen Aussagen zur Inflation hat ein führender US-Notenbanker am Donnerstag für Verkäufe an den US-Aktienmärkten gesorgt. Der Chef der Federal Reserve Bank von St. Louis, James Bullard, schüre Spekulationen auf eine vorzeitige US-Zinserhöhung, sagten Börsianer. Bislang rechnen Anleger mehrheitlich damit, dass die US-Notenbank die Zinsen, die aktuell bei fast null Prozent liegen, ab Mitte 2015 anheben wird.

Zudem verwiesen Händler auf enttäuschende Konjunkturdaten. Die Konsumausgaben stiegen im Vergleich zum Vormonat um 0,2 Prozent. Von Reuters befragte Experten hatten mit einem doppelt so kräftigen Anstieg gerechnet. Der Konsum macht 70 Prozent des Bruttoinlandsproduktes der weltgrößten Volkswirtschaft aus.

Der Dow-Jones-Index für die Standardwerte schloss 0,1 Prozent tiefer auf 16.846 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 fiel ebenfalls 0,1 Prozent auf 1957 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq trat bei 4379 Punkten auf der Stelle. In Frankfurt verabschiedete sich der Dax mit einem Minus von 0,6 Prozent bei 9804,90 Punkten in den Feierabend. Der EuroStoxx50 büßte ebenfalls 0,6 Prozent auf 3233,19 Zähler ein.

Auf Unternehmensseite stand unter anderem Alcoa im Fokus. Der Aluminiumkonzern stärkt mit dem 2,85 Milliarden Dollar schweren Zukauf der Firma Firth Rixson seine Position als Zulieferer für die Luft- und Raumfahrtbranche. Alcoa-Aktien legten 2,7 Prozent zu.

Abwärts ging es dagegen mit Barclays-Aktien. Die in New York gehandelten Anteilscheine der britischen Großbank gaben rund sieben Prozent nach. Der Generalstaatsanwalt des Bundesstaates New York wirft dem Institut vor, Kunden über die Sicherheit im hauseigenen Handelsplatz in den USA getäuscht zu haben und reichte eine Betrugsklage ein.

GM -Aktien büßten 0,5 Prozent ein. Bei der Opel-Mutter ist noch kein Ende der massenhaften Rückrufe in Sicht. Auf die Frage, ob noch weitere Fahrzeuge in die Werkstätten müssten, sagte Konzernchefin Mary Barra dem Sender NBC: "Das ist möglich. Wir werden uns weiter die Daten anschauen, die wir bekommen. Und wir werden das tun, was nötig ist."

Hoffnungen auf eine Übernahme von Elizabeth Arden mussten Anleger vorerst begraben. Der südkoreanische Kosmetik-Hersteller LG Household & Health Care ist nicht mehr an einem Kauf des tief in den roten Zahlen steckenden US-Konkurrenten interessiert. Die Titel von Elizabeth Arden fielen an der Wall Street um 17 Prozent.

Stark gefragt war dagegen GoPro. Die Papiere des Spezialisten für an Sporthelmen montierbare Kameras stiegen bei ihrem Börsendebüt auf 31 Dollar. Das ist ein Plus von gut 30 Prozent im Vergleich zum Ausgabepreis von 24 Dollar.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 590 Millionen Aktien den Besitzer. 1602 Werte legten zu, 1429 gaben nach und 147 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,54 Milliarden Aktien 1258 im Plus, 1382 im Minus und 142 unverändert.

Die US-Kreditmärkte waren als sicherer Hafen gefragt. Die zehnjährigen Staatsanleihen gewannen 9/32 auf 99-25/32. Die Rendite sank auf 2,527 Prozent. Der 30-jährige Bond erhöhte sich um 19/32 auf 100-15/32 und rentierte mit 3,351 Prozent. Die Renditen markierten im Verlauf den tiefsten Stand seit drei Wochen. Die Bonds profitierten von den enttäuschenden Konjunkturdaten. Zudem kauften Vermögensverwalter die Staatspapiere kurz vor dem Quartalsende.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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