Börse New York: US-Schuldenstreit belastet Wall Street

Börse New YorkUS-Schuldenstreit belastet Wall Street

Der Streit um die Anhebung der US-Schuldengrenze und die anstehende heiße Phase der US-Berichtssaison haben für verhaltene Umsätze an der Wall Street gesorgt. Bei den Einzelwerten stachen die Aktien von Dell hervor.
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New YorkAnhaltende Sorgen vor schwächer als erwarteten Verkäufen von Apples iPhone5 haben die US-Tech-Börsen am Dienstag belastet. Bei den Standardwerten im Dow-Jones-Index lief es hingegen besser, weil aktuelle Konjunkturdaten die Kurse von Einzelhandelsfirmen stützten.

Zurückhaltung der Anleger angesichts des Streits um die Anhebung der US-Schuldengrenze verhinderten indes deutliche Zuwächse. Zudem stellten sich Investoren zunehmend auf eine enttäuschende Bilanzsaison ein. Mittwoch werden die ersten Zahlen von US-Banken erwartet: Goldman Sachs und JPMorgan legen ihre Bilanz vor. Am Donnerstag folgen Citigroup und Bank of America.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,2 Prozent fester mit 13.534 Punkten. Im Verlauf pendelte er zwischen 13.445 und 13.546 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500 stieg um 0,1 Prozent auf 1472 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor hingegen 0,2 Prozent auf 3110 Stellen. In Frankfurt schloss der Dax 0,7 Prozent im Minus bei 7675 Punkten.

Die Ratingagentur Fitch drohte den USA mit dem Entzug der Bestnote "AAA", sollte die Auseinandersetzung um die Obergrenze der Schulden zu keinem guten Ende kommen.

Von Konjunkturseite kamen gemischte Signale. Zwar stieg der US-Einzelhandelsumsatz im Dezember stärker als erwartet, doch zugleich sanken die US-Erzeugerpreise etwas stärker als angenommen. Zudem schwächelt die Industrie im wichtigen US-Bundesstaat New York erneut.

Aktien von Einzelhändlern legten dennoch überwiegend zu. So stiegen die Papiere von American Eagles Outfitters um 4,8 Prozent und Gap um 3,4 Prozent. Der Retail-Index von Morgan Stanley gewann 1,5 Prozent.

Apple-Aktien verloren weitere 3,2 Prozent. Schon zuletzt hatten Medienberichte den Kurs gedrückt, wonach das Unternehmen wegen geringerer Nachfrage seine Bestellungen bei Zulieferern für LCD-Bildschirme und andere iPhone-Teile im laufenden Quartal drastisch gesenkt hat. Im Sog Apples verloren auch Apple-Zulieferer weiter. So fielen Cirrus Logic um 2,3 Prozent nach einem Abschlag von neun Prozent am Montag.

Bei den Einzelwerten stach erneut auch Dell hervor. Der schwächelnde PC-Hersteller sondiert eine Übernahme durch Finanzinvestoren und den Rückzug von der Börse. Die Aktien verteuerten sich um 7,2 Prozent, nachdem sie bereits am Montag 13 Prozent zugelegt hatte. Kreisen zufolge sind die Gespräche in einem fortgeschrittenen Stadium. Es gilt aber noch keineswegs als ausgemacht, dass das Vorhaben gelingt.

Oracle gaben 0,7 Prozent nach. Der deutsche Rivale des Softwarekonzerns, SAP, hatte sein Betriebsergebnis nicht so deutlich gesteigert wie erwartet. SAP-Aktien hatten daraufhin 3,9 Prozent verloren.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,6 Milliarden Aktien den Besitzer. 1719 Werte legten zu, 1257 gaben nach und 112 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,85 Milliarden Aktien 1313 im Plus, 1140 im Minus und 123 unverändert.

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