Börse New York
Verbraucherstimmung belastet US-Börsen

Die Enttäuschung der Anleger über ein unerwartet schwaches Konsumklima in den USA hat die US-Börsen am Dienstag kräftig ins Minus gedrückt. Das schwache US-Konsumklima nährte Konjunktursorgen. Eine positive Nachricht für Anleger gibt es dennoch: Der S&P-500-Index verbuchte das beste Quartal seit zehn Jahren.

HB NEW YORK. Die Zuversicht unter den US-Verbrauchern ging einer vielbeachteten Umfrage zufolge im Juni zurück, während die meisten Börsianer auf eine Aufhellung der Stimmung gesetzt hatten. Dies nährte erneut Zweifel, ob sich die konsumabhängige US-Wirtschaft wirklich schon bald erholt und die Konzerne wie erhofft bald wieder besser verdienen können. "Die Daten zum Konsumklima haben uns den Wind aus den Segeln genommen", resümierte Kevin Kruszenski, Chef einer Handelsabteilung bei KeyBanc Capital Markets in Cleveland.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte beendete den Handel mit einem Minus von ein Prozent bei 8447 Punkten, nachdem er im Handelsverlauf zwischen 8393 und 8560 Zählern gependelt war. Der breiter gefasste S&P-500 fiel um 0,9 Prozent auf 919 Zähler. Der Technologie-Index Nasdaq gab um 0,5 Prozent auf 1835 Punkte nach. Die schwachen US-Konjunkturdaten belasteten auch die europäischen Börsen: Der Dax fiel in Frankfurt um 1,6 Prozent auf 4808 Punkte.

Trotz der Verluste am letzten Handelstag legte der Dow-Jones-Index damit im abgelaufenen Quartal elf Prozent zu, der S&P-500 15 Prozent und der Nasdaq-Composite sogar 20 Prozent. Der S&P-500 verbuchte damit sein bestes Quartal seit zehn Jahren; erstmals seit knapp zwei Jahren beendete er ein Vierteljahr überhaupt im Plus.

Der Index des Forschungsinstituts Conference Board für das Verbrauchervertrauen sank im Juni auf 49,3 von 54,8 Punkten im Mai. Analysten hatten im Schnitt mit einem leichten Anstieg auf 55,0 Punkte gerechnet. Sorgen bereitet den Amerikanern vor allem die Lage auf dem Arbeitsmarkt: Annähernd jeder zweite Befragte sagte, Jobs seien schwer zu bekommen. Auch steigende Benzinpreise und Hypothekenzinsen dämpften das Konsumklima. Die Stimmung der Verbraucher gilt als zentraler Indikator für die Konsumausgaben, die etwa zwei Drittel der US-Wirtschaftsleistung ausmachen. "Dies ist ein Weckruf für den Aktienmarkt, dass auf dem Weg zur wirtschaftlichen Erholung viele Rückschläge lauern", sagte Nomura-Chefvolkswirt David Resler. Einen positiven Impuls erhielt die Wall Street dagegen von der Immobilienfront: Der Preisverfall am US-Wohnimmobilienmarkt verlor im April überraschend stark an Schärfe.

Größter Verlierer im Dow-Jones-Index waren die Aktien des Baumaschinen-Herstellers Caterpillar mit Minus fünf Prozent, die als stark konjunkturabhängig gelten. Lediglich sechs Titel konnten sich knapp ins Plus retten, angeführt von McDonalds und Intel. Die Aktien des Deutsche-Post-Rivalen FedEx stemmten sich ebenfalls gegen die Talfahrt am Gesamtmarkt und notierten fast unverändert, nachdem Barclays das Papier auf "overweight" von zuvor "equal-weight" hochgestuft hatte.

Zu den Verlierern zählten auch die Anteilsscheine von Mineralöl- und Erdgasunternehmen, die unter dem Rückgang des Ölpreises litten. So büßten etwa Chevron und Exxon jeweils rund ein Prozent ein.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,33 Mrd. Aktien den Besitzer. 1279 Werte legten zu, 1690 gaben nach und 132 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,12 Mrd. Aktien 1155 im Plus, 1517 im Minus und 127 unverändert. An den US-Kreditmärkten fielen die zehnjährigen Staatsanleihen um 15/32 auf 96-19/32. Sie rentierten mit 3,54 Prozent. Die 30-jährigen Bonds gaben 28/32 nach auf 98-17/32 und hatten eine Rendite von 4,38 Prozent.

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