Börse New York

Verschnaufpause nach Rekordjagd

Der gescheiterte Putschversuch in der Türkei hatte nur wenig Einfluss auf die Wall-Street. Sie startete fast unverändert in die Woche, schloss am Ende wenig höher. Ein Kuriosum gab es beim Spielzeugherstellers Hasbro.
Update: 18.07.2016 - 22:11 Uhr
Der Dow-Jones-Index der Standardwerte eröffnete weitgehend unverändert bei 18.511 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 notierte knapp 0,1 Prozent fester bei 2162 Zählern. Quelle: dpa
US-Börse zeigt sich unbeeindruckt

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte eröffnete weitgehend unverändert bei 18.511 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 notierte knapp 0,1 Prozent fester bei 2162 Zählern.

(Foto: dpa)

New YorkDie US-Börsen haben nach ihrer Rekordjagd der vergangenen Woche am Montag eine Verschnaufpause eingelegt. Die Wall Street zeigte sich zudem wenig beeindruckt vom gescheiterten Militärputsch in der Türkei. "Die Märkte dürften durch die Geschäftszahlen angetrieben werden, während geopolitische Probleme zunächst in den Hintergrund treten", sagte Analyst Peter Cardillo vom Brokerhaus First Standard Financial. Die ersten Ergebnisse der Berichtssaison zum zweiten Quartal seien ordentlich gewesen und hätten meist die Erwartungen übertroffen. "Das zeigt, dass die Unternehmen weiter Geld verdienen und darum geht es ja."

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,1 Prozent höher auf 18.533 Punkte. Der breiter gefasste S&P legte um 0,2 Prozent auf 2167 Stellen zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,5 Prozent auf 5056 Zähler.

US-Börsianer warten erst mal ab

Bei den Einzelwerten verteuerten sich die Aktien der Bank of America um 3,3 Prozent. Das zweitgrößte US-Geldhaus verdiente im zweiten Quartal mehr als erwartet, obwohl höhere Rückstellungen für Kreditausfälle zu einem Gewinnrückgang führten. Branchenprimus JP Morgan hatte am Donnerstag ebenfalls bessere Zahlen vorgelegt als erwartet und damit den Börsen zu Rekordkursen verholfen.

Zu den Verlierern zählten dagegen die Papiere des Spielzeugherstellers Hasbro. Der zweitgrößte US-Anbieter nach Mattel steigerte seinen Gewinn dank Figuren aus Disney -Filmen und der "Star Wars"-Reihe allerdings überraschend deutlich. Die Hasbro-Papiere notierten dennoch fast sieben Prozent im Minus. Händler verwiesen auf Sorgen, dass sich das Umsatzwachstum abschwächen könnte.

Die umgerechnet 29 Milliarden Euro schwere Übernahme des britischen Chip-Designers durch den japanischen Telekom-Konzern Softbank sorgte auch an der Wall Street für Furore: Die in den USA notierten ARM-Papiere sprangen 40 Prozent in die Höhe. ARM empfahl seinen Aktionären die Annahme der Offerte.

In Frankfurt behauptete der Dax seine Gewinne der Vorwoche knapp und schloss mit 10.063,13 Punkten wenig verändert. Auch der EuroStoxx50 kam kaum vom Fleck. Anleger sähen über die Sorgen in der Türkei hinweg, sagte Niall Delventhal, Marktanalyst von DailyFX. Schließlich seien die Notenbanken ja schon wegen des Brexit-Votums in Alarmbereitschaft.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 740 Millionen Aktien den Besitzer. 1890 Werte legten zu, 1101 gaben nach und 114 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,56 Milliarden Aktien 1580 im Plus, 1262 im Minus und 175 unverändert.

Die US-Kreditmärkte legten leicht zu. Die zehnjährigen Staatsanleihen gewannen 2/32 auf 100-11/32. Die Rendite sank auf 1,5870 Prozent.

Diese Aktien brechen Rekorde – im Guten wie im Schlechten

DEUTSCHE BANK AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005140008
Börse
L&S

-0,02 -0,12%
+15,28€
Chart von DEUTSCHE BANK AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Deutsche Bank
1 von 29

Für die Deutsche Bank wurde das erste Halbjahr 2016 zu einem kurstechnischen Albtraum. Die Aktie rutschte von einem Tief ins nächste. Besonders stark nahm sie das Brexit-Votum mit. In dessen Folge rutschten die Papiere auf ein Rekordtief von 12,05 Euro. Damit war die Aktie der schlechteste Wert über alle Indizes (Dax, MDax, TechDax und SDax) hinweg.

Schlusskurs 30. Juni: 12,33 Euro

Performance seit dem 1. Januar: -45,3 Prozent

GFT TECHNOLOGIES SE INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005800601
Börse
L&S

-0,18 -1,35%
+13,03€
Chart von GFT TECHNOLOGIES SE INHABER-AKTIEN O.N.
GFT Technologies
2 von 29

Für den im TecDax gelisteten Finanzsoftware-Spezialisten GFT war das erste Halbjahr ebenfalls kein Zuckerschlecken. Das Unternehmen geriet wegen der Übernahme einer brasilianischen Firma namens W.G. unter Druck.

Schlusskurs 30. Juni: 17,9 Euro

Performance seit dem 1. Januar: -43,3 Prozent

BILFINGER SE INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005909006
Börse
L&S

-0,20 -0,51%
+39,80€
Chart von BILFINGER SE INHABER-AKTIEN O.N.
Bilfinger
3 von 29

Die Bilfinger-Aktie hatte bereits im vergangenen Jahr eine rasante Achterbahnfahrt hingelegt. Gewinnwarnung folgte auf Gewinnwarnung und auch die Halbjahresbilanz des Baukonzerns für 2016 fällt bescheiden aus.

Schlusskurs 30. Juni: 8,3 Euro

Performance seit dem 1. Januar: -39,4 Prozent

COMMERZBANK AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000CBK1001
Börse
L&S

+0,01 +0,07%
+13,33€
Chart von COMMERZBANK AG INHABER-AKTIEN O.N.
Commerzbank
4 von 29

Im Zuge der jüngsten Börsenturbulenzen kam auch die Aktie der Commerzbank heftig unter Druck. Sie teilt ihr Schicksal mit vielen europäischen Banken.

Schlusskurs 30. Juni: 5,8 Euro

Performance seit dem 1. Januar: -39,1 Prozent

FERRATUM OYJ REGISTERED SHARES O.N.

WKN
ISIN
FI4000106299
Börse
L&S

+0,17 +0,59%
+29,20€
Chart von FERRATUM OYJ REGISTERED SHARES O.N.
Ferratum
5 von 29

Ins Straucheln geriet auch der finnische Kleinkredit-Anbieter Ferratum, der im Kleinwerteindex SDax gelistet ist. Zuletzt kündigte die Firma an, die Zinsen aufs Tagesgeld zu senken. Der Aktie tat das nicht gut. Seit Jahresbeginn verlor sie fast 40 Prozent.

Schlusskurs 30. Juni: 18,40 Euro

Performance seit dem 1. Januar: -38,6 Prozent

SILTRONIC AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000WAF3001
Börse
L&S

+0,97 +0,70%
+139,50€
Chart von SILTRONIC AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Siltronic
6 von 29

Angesichts trüber Geschäftsaussichten haben viele Anleger beim Siliziumscheiben-Hersteller Siltronic die Reißleine gezogen. Ende April reduzierte die Tochtergesellschaft von Wacker Chemie nach einem schwachen Jahresauftakt ihre Umsatzprognose für 2016.

Schlusskurs 30. Juni: 14,5 Euro

Performance seit dem 1. Januar: -35,8 Prozent

MORPHOSYS AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0006632003
Börse
L&S

+0,28 +0,34%
+83,19€
Chart von MORPHOSYS AG INHABER-AKTIEN O.N.
Morphosys
7 von 29

Hohe Forschungskosten haben das Ergebnis des Biotech-Unternehmens Morphosys gedrückt und der Aktie außerdem eine Kursziel-Herabstufung durch JP Morgan beschert. Allerdings gibt es seit Juni auch einen Lichtblick: Vielversprechende Testergebnisse eines Mittels gegen Blutkrebs haben die Aktie zuletzt angeschoben.

Schlusskurs 30. Juni: 37,3 Euro

Performance seit dem 1. Januar: -35,3 Prozent

Der 30-jährige Bond erhöhte sich um 2/32 auf 104-10/32 und rentierte mit 2,2993 Prozent.

  • rtr
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