Börse New York
Wal-Mart und Ölpreise belasten Wall Street

Der Ölpreis gibt weiter den Ton an auf den US-Finanzplätzen. Dow Jones, S&P-500 und der Nasdaq-Index gaben nach. Mit Sorge blicken Anleger auf die sich füllenden Öl-Tanklager in den USA.

New YorkBelastet von Kursverlusten bei Wal-Mart haben die US-Börsen am Donnerstag nachgegeben. Negativ wirkten sich auch die Kursschwankungen bei den Ölpreisen aus. In den USA füllen sich die Tanklager immer weiter: Dem US-Energieministerium zufolge stiegen die Rohöl-Reserven in der vergangenen Woche auf ein Rekordhoch von 504,105 Millionen Barrel. Weil das Angebot die Nachfrage übersteigt, ist der Ölpreis in den vergangenen eineinhalb Jahren um 70 Prozent eingebrochen. Dies reißt milliardenschwere Löcher in die Haushalte der Förderländer.

Außerdem befürchten Börsianer eine Pleitewelle unter den Förderfirmen, vor allem in den USA. Denn dort wird der Rohstoff meist mit Hilfe des technisch aufwendigen und teuren „Fracking“-Verfahren gewonnen. Eine Häufung von Firmen-Zusammenbrüchen würde die Banken in Schieflage bringen, weil diese dann auf milliardenschweren Krediten sitzenbleiben. Die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee notierte am Abend nach einer Berg- und Talfahrt 0,3 Prozent im Minus bei 34,40 Dollar je Barrel (159 Liter).

Größere Kursverluste an der Wall Street wurden durch neueste Daten vom Arbeitsmarkt verhindert. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe legten in der vergangenen Woche mit 262.000 weniger stark zu als erwartet. Zudem verbesserte sich die Lage der US-Industrie in einer wichtigen Schlüsselregion. Der Konjunkturindex der Notenbank von Philadelphia stieg im Februar auf minus 2,8 Zähler von minus 3,5 Punkten im Januar. Auch die Aussicht auf eine behutsamere Straffung der US-Geldpolitik ließ die Anleger aufatmen.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab bis zum frühen Nachmittag in New York 0,2 Prozent auf 16.413 Punkte nach. Der breiter gefasste S&P-500 sank 0,5 Prozent auf 1917 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,9 Prozent auf 4487 Stellen.

Bei den Einzelwerten ließen die Aktien von Wal-Mart rund vier Prozent Federn. Der weltgrößte Einzelhändler schraubte die Prognose für das angelaufene neue Geschäftsjahr herunter und rechnet nur noch mit einem stagnierenden Umsatz.

IBM baut mit einem milliardenschweren Zukauf sein Geschäft mit Gesundheitsdaten aus. Der weltweit größte IT-Dienstleister übernimmt dazu für 2,6 Milliarden Dollar Truven Health Analytics. Die Börsianer honorierten die Übernahme mit einem IBM-Kursplus von rund fünf Prozent.

Nvidia-Aktien verteuerten sich um gut neun Prozent, nachdem der Chiphersteller mit seinen Geschäftszahlen die Erwartungen der Analysten übertroffen hatte.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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