Börse New York
Wall Street baut weiter ab

Gemischte Bilanzen lassen in den USA weiterhin keinen klaren Quartalstrend erkennen. Das verunsichert die Anleger, Dow Jones & Co fallen. Amazon springt nach seinem Gewinnausweis um bis zu 20 Prozent hoch.
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New York Sorgen um die Weltkonjunktur haben am Freitag Kursverluste an der Wall Street ausgelöst. Nur vereinzelt konnten Unternehmen die Anleger mit ihren Quartalsberichten begeistern. Ein Glanzlicht setzte der Online-Händler Amazon.

Die Stimmung am Markt litt aber unter schwachen Wirtschaftsdaten. So schrumpfte in China die Industrie so stark wie seit 15 Monaten nicht mehr. Zudem verringerte sich das Wachstum in der Euro-Zone, wie aus Umfragen unter Einkaufsmanagern hervorgeht.

Die Statistiken setzten die Preise an den Rohstoffmärkten weiter unter Druck. Dies könne ein Hinweis darauf sein, dass sich die Weltwirtschaft abkühle und das dann auch die US-Wirtschaft bremsen werde, sagte Portfoliomanager Paul Nolte von der Investmentfirma Kingsview Asset Management. „Wir werden kein großes Gewinnwachstum im zweiten Halbjahr sehen.“

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,9 Prozent tiefer bei rund 17.569 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 sank 1,1 Prozent auf knapp 2080 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq fiel ebenfalls 1,1 Prozent auf 5089 Punkte. In der abgelaufenen Woche gab der Dow 2,9 Prozent nach, der S&P 2,2 Prozent und der Nasdaq 2,3 Prozent. In Frankfurt ging der Dax am Freitag 1,4 Prozent im Minus bei 11.347 Punkten aus der Sitzung.

Überstrahlt wurde das Handelsgeschehen von Amazon. Die Aktie des Internet-Konzerns verteuerte sich zeitweise um 20 Prozent auf den Rekordwert von 580 Dollar. Er hatte überraschend einen Gewinn vorgelegt und sein Geschäft mit Computerdiensten im Internet massiv ausgebaut.

Eine starke Nachfrage im wichtigen Amerika-Geschäft verhalf der weltgrößten Kaffeehauskette Starbucks zu einem Gewinnsprung. Der Kurs zog um 1,3 Prozent an. Visa-Titel schossen um 4,3 Prozent nach oben. Der US-Kreditkartenkonzern übertraf mit seinen Zahlen die Markterwartungen. Zudem will er das Europa-Geschäft wieder in den Konzern integrieren.

Zu den Verlierern zählten Biogen, die 22 Prozent abstürzten. Der Pharmakonzern schraubte nach enttäuschenden Verkaufszahlen für Multiple-Sklerose-Medikamente seine Gewinnprognose zurück.

Im Fokus stand auch die größte Übernahme aller Zeiten unter Krankenversicherern. Anthem übernimmt für 54,2 Milliarden Dollar den Rivalen Cigna. Anthem-Aktien verloren 2,8 Prozent und Cigna 5,6 Prozent.

An der New Yorker Börse wechselten rund 890 Millionen Aktien den Besitzer. 831 Werte legten zu, 2246 gaben nach, und 117 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von zwei Milliarden Aktien 661 im Plus, 2140 im Minus und 156 unverändert.

Die Schwäche an der Wall Street trieb Investoren an die Rentenmärkte. Die zehnjährigen US-Staatsanleihen stiegen 5/32 auf 98-26/32. Die Rendite sank auf 2,26 Prozent. Der 30-jährige Bond gewann 12/32 auf 100-25/32 und rentierte mit 2,96 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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