Börse New York
Wall Street beendet Rekordjagd

Börsianer an der Wall Street zogen sich wegen enttäuschender Konjunkturdaten zurück. Die US-Börsen hatten vorher einen Höchststand nach dem anderen markiert. Trotz Rekordgewinn muss JP Morgan-Aktie Federn lassen.
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New YorkSchwache Einzelhandelsumsätze haben den Börsianern an der Wall Street zum Wochenschluss belastet. Rekordergebnisse der Banken JPMorgan und Wells Fargo wurden von den US-Aktienmärkten kühl aufgenommen und konnten dem Markt keinen Auftrieb geben. Zudem rückte die europäische Schuldenkrise angesichts des höheren Kapitalbedarfs für Zypern wieder in den Vordergrund und machte Anleger vorsichtig. Über die abgelaufene Woche hinweg betrachtet gab es indes bei allen drei großen US-Indizes Kurszuwächse von mehr als zwei Prozent mit teils neuen Rekordständen.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss am Freitag unverändert zum Vortag mit 14.865 Punkten - zugleich dem höchsten Stand des Tages. Im Verlauf war er zeitweise bis auf 14.790 Stellen gefallen. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 0,3 Prozent auf 1588 Zähler. Der Index der techlastigen Nasdaq gab 0,2 Prozent nach auf 3294 Punkte. Insgesamt legte der Dow in dieser Woche 2,1 Prozent zu, der S&P 2,3 Prozent und die Nasdaq 2,8 Prozent. In Frankfurt ging der Dax mit einem Abschlag von 1,6 Prozent auf 7744 Zähler ins Wochenende.

Als Belastungstest für den Kaufrausch der vergangenen Monate gilt die angelaufene US-Bilanzsaison. Die Firmen müssen Experten zufolge mit ihren Quartalszahlen erst noch zeigen, dass der Optimismus der Börsianer nicht übertrieben ist. "Ich habe bislang nicht genug gute Nachrichten gesehen, die einen solch starken Anstieg des Marktes rechtfertigen würden", sagte etwa Aktienanalystin Kim Forrest von Fort Pitt Capital Group. "Das ist eine wichtige Bilanzsaison. Es wäre schön, wenn der Markt richtig liegt mit seiner Einschätzung, dass die Wirtschaft sich bessert und nicht nur nicht schlechter wird." Für einen Dämpfer sorgten am Freitag neue Zahlen des US-Einzelhandels, dessen Umsätze im März überraschend zurückgingen.

Im Fokus der Anleger in New York standen Bankentitel. Die größte US-Bank JPMorgan erzielte im ersten Vierteljahr einen Rekordgewinn von 6,5 Milliarden Dollar. Auch die Nummer vier, Wells Fargo, fuhr das höchste Quartalsergebnis ihrer Geschichte ein. Doch die Börse zeigte sich unbeeindruckt. Aktien von JPMorgan gaben 0,6 Prozent nach, Wells Fargo 0,8 Prozent.

Verkauft wurden auch Rohstoff- und Energietitel, deren Kurse auf den Rückgang des Ölpreises auf ein Acht-Monats-Tief reagierten. Aktien des Aluminiumproduzenten Alcoa rutschten 1,2 Prozent ab, die des Ölkonzerns Chevron 0,8 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,7 Milliarden Aktien den Besitzer. 1158 Werte legten zu, 1780 gaben nach und 151 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,47 Milliarden Aktien 1006 im Plus, 1474 im Minus und 84 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Zuviel Euphorie zu diesen Zeiten wäre eher schlecht.
    Null Probleme wurden gelösst, sie wurden nur verdrängt und unter den Teppich gekehrt.
    Aber irgendwann putzt dort jemand und dann krachts.

    Ich bin zwar kein Analyst, aber bin auch der Meinung, dass ein Anstieg des DOWs nicht gerechtfertigt ist.

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