Börse New York: Wall Street bewegt sich nicht vom Fleck

Börse New York
Wall Street bewegt sich nicht vom Fleck

In zwei Tagen wird die Fed entscheiden, ob sie ihren Leitzins verändert. Analysten erwarten jedoch keine Anhebung, und deshalb blieb es an der Wall Street am Montag ruhig. „Die Ruhe vor dem Sturm“, nennen es Experten.

Zwei Tage vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank (Fed) halten sich die US-Anleger zurück. Zwar wird am Mittwoch keine Anhebung erwartet, dafür aber mehr Klarheit über den künftigen Kurs der mächtigsten Notenbank der Welt. "Das ist die Ruhe vor dem Sturm", sagte Chef-Investmentstratege Jack Ablin von BMO Private Bank. "Heute ist kein Tag, um große Wetten einzugehen."

Der Dow-Jones-Index ging am Montag mit einem Plus von 0,1 Prozent bei 17.229 Punkte aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P gab um 0,1 Prozent auf 2020 Stellen nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq blieb unverändert mit 4750 Zählern. Dagegen machte den Anlegern in Europa die Aussicht auf eine neue Welle billigen Geldes der Europäischen Zentralbank (EZB) wieder Mut. Der Dax stieg um 1,6 Prozent auf 9990,26 Punkte und schloss damit so hoch wie seit Anfang Januar nicht mehr. Zeitweise hatte er sogar wieder über 10.000 Punkte gelegen. Der EuroStoxx50 gewann 0,6 Prozent auf 3091,98 Punkte.

Am Donnerstag hatte die EZB im Kampf gegen die chronische Wachstumsschwäche und die Mini-Inflation im Euro-Raum ihren Geldhahn noch einmal aufgedreht und unter anderem eine Ausweitung des Anleihenkaufprogramms angekündigt. Zugleich hatte sie allerdings ein Ende der Zinssenkungen angedeutet. Mit Spannung warteten die Anleger nun nicht nur auf die Entscheidung der Fed, sondern auch auf die der Notenbanken Japans und Großbritanniens in den kommenden Tagen. Der Fokus liegt dabei auf den möglichen Äußerungen der Währungshüter zur Lage der Wirtschaft in ihren Ländern.

Schwindende Hoffnungen auf eine Fördergrenzen-Vereinbarung belastete die Ölpreise : Nordseeöl der Sorte Brent verbilligte sich um zwei Prozent auf 39,60 Dollar je Barrel (159 Liter). Irans Forderung nach einer Sonderbehandlung bei der geplanten Öl-Förderbremse entzweit derzeit die großen Produzenten. Das lastete auf dem Energiesektor in den USA, der 0,6 Prozent nachgab. Kursgewinne im Bereich Konsumgüter glichen das Minus aus. Die Aktien von McDonald's beispielsweise gewannen rund ein Prozent.

Zu den Gewinnern gehörten auch die Papiere der Hotelkette Starwood Hotels & Resorts (Sheraton, Westin), die um knapp acht Prozent zulegten. Ein Konsortium will den Konzern übernehmen.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 858 Millionen Aktien den Besitzer. 1311 Werte legten zu, 1679 gaben nach und 172 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,59 Milliarden Aktien 1276 Werte im Plus, 1507 im Minus und 176 unverändert.

An den US-Kreditmärkten legten die Kurse zu. Nach den Abschlägen der vergangenen Woche und vor dem Zinsentscheid der Fed wollten die Anleger eine möglichst neutrale Position einnehmen, sagten Händler. Die zehnjährigen Staatsanleihen legten 3/32 auf 96-30/32 zu. Sie rentierten mit 1,96 Prozent. Die 30-jährigen Bonds gewannen 7/32 auf 95-07/32 und hatten eine Rendite von 2,73 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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