Börse New York
Wall Street bleibt auf Rekordkurs

Die US-Börsen sind mit Gewinnen in die Woche gestartet. Für gute Laune bei den Investoren sorgten am Montag vor allem die jüngsten Geschäftszahlen. Der Dow-Jones-Index schloss auf einem Rekordhoch.
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New YorkDie US-Börsen sind mit Kursgewinnen in die Woche gestartet. Der Dow-Jones-Index schloss den neunten Tag in Folge mit einem Plus. Die Wall Street profitiere weiter von den starken Arbeitsmarktdaten, die am Freitag vorgelegt wurden, sagten Händler.
Für gute Stimmung hätten auch die jüngsten Geschäftszahlen gesorgt, sagte Kim Forrest, Aktienanalystin bei Fort Pitt Capital Group. „Ich habe eine Menge Firmen gesehen, die ihren Umsatz stärker gesteigert haben als erwartet.“

Von Reuters befragte Analysten gehen davon aus, dass die 500 größten Unternehmen im Schnitt ihren Umsatz in den vergangenen drei Monaten um zwölf Prozent und den Gewinn um 9,3 Prozent gesteigert haben. Zugleich werden aber auch Stimmen laut, die vor einer Überhitzung warnen. So werden die Aktien der Unternehmen im S&P mit dem 18-fachen des Gewinns gehandelt - im zehnjährigen Durchschnitt liegt dieses Verhältnis bei 14.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,1 Prozent fester bei 22.118 Punkten und damit auf einem Rekordhoch. Der breiter gefasste S&P-500 rückte um knapp 0,2 Prozent auf 2480 Zähler vor. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legte 0,5 Prozent zu auf 6383 Punkte. Vor allem die Aktien von Technologiefirmen wie Apple oder Facebook notierten höher und trieben damit den Index an.

Viele Investoren suchten auch nach Sektoren, die noch als unterbewertet gelten. Sie nahmen dabei insbesondere Einzelhändler in den Blick: Diese dürften kurz vor Schulbeginn in den USA davon profitieren, dass sich Teenager mit neuer Kleidung eindeckten, sagte Rick Meckler, Präsident von LibertyView Capital Management.

Bei den Einzelwerten gaben die Aktien von Tesla 0,5 Prozent nach. Der Elektroauto-Pionier will über Firmenanleihen rund 1,5 Milliarden Dollar einsammeln. Damit hätte der Konzern aus dem kalifornischen Palo Alto eine größere finanzielle Flexibilität, um die Produktion des Model 3 hochzufahren, mit dem Tesla in den Massenmarkt einsteigen will.

2,5 Prozent bergab ging es für die Anteilsscheine von United Technologies. Der US-Industriekonzern ist Insider-Informationen zufolge an einer Übernahme des Flugzeug-Zulieferers Rockwell Collins interessiert. United habe Rockwell bereits eine Offerte unterbreitet, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person am Freitag. Das Unternehmen mit einem Börsenwert von gut 19 Milliarden Dollar habe eine Investmentbank hinzugezogen, um das Gebot zu prüfen. Die Titel von Rockwell Collins sprangen hingegen fast sieben Prozent in die Höhe.

Verarbeitet wurden zu Wochenbeginn außerdem die Zahlen von Berkshire Hathaway, die am Freitag erst nachbörslich bekannt geworden waren. Die Beteiligungsgesellschaft von Investorenlegende Warren Buffett hatte im zweiten Quartal deutlich weniger verdient. Die Papiere rutschten daraufhin wieder unter ihren Rekordstand: Die A-Aktien, die als teuerste Aktie der Welt gelten, hatten vor dem Wochenende bei 270.000 US-Dollar geschlossen. Nun kosteten sie mehr als ein Prozent weniger.

Einen kräftigen Satz nach oben - um mehr als 28 Prozent auf 29,67 Dollar - machten die Anteilscheine von NxStage. Wie der Dialysekonzern Fresenius Medical Care (FMC) mitgeteilt hatte, bietet er für jede Aktie des Medizintechnik- und -dienstleistungsunternehmens 30 Dollar. Die Übernahme beläuft sich so auf ein Volumen von insgesamt 2 Milliarden Dollar.

Bei Teva zeigt der Trend weiter nach unten: Nachdem die Papiere des Generikaherstellers in den vergangenen beiden Handelstagen schon um insgesamt 34 Prozent eingebrochen waren, setzte sich ihr Rutsch nun um fast zehn Prozent fort. Nach einem vermeldeten Milliardenverlust, einer Prognosesenkung und einer massiv gekürzten Dividende belasteten nun auch noch negative Analystenkommentare.

Der Eurokurs erholte sich und notierte zuletzt bei 1,1793 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1797 (Freitag: 1,1868) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8477 (0,8426) Euro.

In Europa machte sich an den Börsen das Sommerloch bemerkbar. Der Dax fiel um 0,3 Prozent auf 12.257 Punkte, der EuroStoxx50 schloss kaum verändert. Viele Börsianer seien in den Ferien, das sei zu spüren, sagte ein Händler.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 740 Millionen Aktien den Besitzer. 1390 Werte legten zu, 1501 gaben nach und 170 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,69 Milliarden Aktien 1504 im Plus, 1402 im Minus und 212 unverändert.

Die Kreditmärkte legten zu. Die zehnjährigen Staatsanleihen stiegen um 2/32 auf 101-1/32. Sie rentierten mit 2,258 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 2/32 auf 103-9/32 und hatten eine Rendite von 2,836 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Börse New York: Wall Street bleibt auf Rekordkurs"

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  • Herr Trump führt die USA in glorreiche Zeiten, das merkt man an den Kursen.
    Die Unglücksraben in der EU dürfen auf ein paar Krümel vom reich gedeckten Tisch der Amis hoffen.

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