Börse New York
Wall Street entkommt Yuan-Sog

Die US-Börsen haben mit Abschlägen auf die Abwertung der chinesischen Währung Yuan reagiert. Doch Apple und Energietitel treiben den Handel später wieder in die Höhe. Die wichtigen Indizes schließen kaum verändert.
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New YorkDie Wall Street hat am Mittwoch den weltweiten Schock über eine weitere Abwertung der chinesischen Landeswährung Yuan weggesteckt und kaum verändert geschlossen. Nachdem die wichtigsten Indizes in New York zuerst den negativen Vorgaben aus Europa und Asien folgten, wurden sie im Laufe des Handelstages insbesondere von Apple und Energietiteln in die Höhe gezogen.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss schließlich mit 17.402 Punkten faktisch unverändert. Im Verlauf pendelte er zwischen 17.125 und 17.423 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 ging mit 2086 Zählern 0,1 Prozent höher aus dem Handel. Die Technologiebörse Nasdaq gewann 0,15 Prozent und schloss bei 5044 Punkten.

In Frankfurt hatte der Dax mit 10.924 Punkten 3,3 Prozent im Minus geschlossen. Auch in den USA begann der Handelstag zunächst mit einem deutlichen Minus. Der S&P 500 rutschte zeitweilig auf das Jahr gesehen in die Verlustzone.

Experten erklärten, mit dem Auslaufen der Bilanzsaison in den USA rückten für die Händler wieder ausländische Themen in den Vordergrund. Die anhaltend schlechten Konjunkturdaten aus China schürten dabei die Sorge, die Weltwirtschaft könnte sich bald schlechter entwickeln.

Allerdings konnten Energie-Titel im Laufe des Handels vom steigenden Öl-Preis profitieren. Der entsprechende Unterindex des S&P legte um etwa 1,9 Prozent zu. Auch Apple muss mit Bangen auf die Entwicklung in China schauen, denn das Reich der Mitte ist für den iPhone-Hersteller ein Wachstumsmarkt. Nach anfänglichen Kursverlusten von 3,4 Prozent schloss die Aktie schließlich mit einem Plus von 1,5 Prozent.

Der Yuan stürzte im Sog der Einführung eines neuen Wechselkursmechanismus zum Dollar auf den niedrigsten Stand seit vier Jahren. Durch den Kursverfall werden Exporte nach China teurer, chinesische Waren auf dem Weltmarkt aber billiger. Die Regierung in Peking stemmt sich mit der Maßnahme gegen eine deutliche Abkühlung der heimischen Wirtschaft. Vor dem Hintergrund spekulierten einige Anleger bereits auf eine Verschiebung der von vielen für September erwarteten Zinserhöhung in den USA. Dies trieb den Euro zum Dollar in die Höhe.

Die US-Währung hatte in jüngster Zeit eigentlich zugelegt. Das verhagelte Macy's die Bilanz. Die Aktien der Warenhauskette fielen um fünf Prozent.

Sonst waren bei den Einzelwerten besonders Unternehmen die Leidtragenden, die stark in China präsent sind. Dazu gehörten Autobauer wie Ford (minus 0,1 Prozent) und Fiat Chrysler (minus sechs Prozent). General Motors rettete sich nach einem ebenfalls schwachen Start auf ein Plus von etwas mehr als 0,1 Prozent.

Auch die US-Aktien chinesischer Unternehmen gerieten unter die Räder. Die Titel des Amazon -Rivalen Alibaba brachen um bis zu acht Prozent ein und schlossen 5,1 Prozent im Minus.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 937 Millionen Aktien den Besitzer. 1524 Werte legten zu, 1553 gaben nach und 106 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,08 Milliarden Aktien 1229 im Plus, 1564 im Minus und 150 unverändert.

Auch bei den US-Staatsanleihen bestimmte die Entwicklung in China zunächst das Geschehen. Die zehnjährigen Papiere fielen um 2/32 auf 99-26/32. Sie rentierten mit 2,15 Prozent. Die 30-jährigen Bonds fielen um 19/32 auf 103-9/32 und hatten eine Rendite von 2,84 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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